Die private Bettenvermietung besser koordinieren: gloveler-Team startet neues Projekt Unterkunftsmanager

Wenn vom „Kampf um Deutschlands Zimmer“ die Rede ist, wird ein Mitbewerber – wenn überhaupt – meist nur nebenbei erwähnt: gloveler (www.gloveler.de). Dabei war der Privatbetten-Vermittler der erste deutsche Anbieter, der den Couchsurfing-Gedanken […]
Die private Bettenvermietung besser koordinieren: gloveler-Team startet neues Projekt Unterkunftsmanager

Wenn vom „Kampf um Deutschlands Zimmer“ die Rede ist, wird ein Mitbewerber – wenn überhaupt – meist nur nebenbei erwähnt: gloveler (www.gloveler.de). Dabei war der Privatbetten-Vermittler der erste deutsche Anbieter, der den Couchsurfing-Gedanken 2009 hierzulande auf eine kommerzielle Stufe hob. Jetzt präsentiert das Gründerteam ein neues Projekt, das auf den Erfahrungen mit gloveler aufbaut: den Unterkunftsmanager (www.unterkunftsmanager.de). Mithilfe des kleinen Tools müssen Privat-Vermieter ihre Unterkunftsdaten künftig nur noch einmal einpflegen und können sie automatisiert auf zahlreichen Buchungsportalen streuen.

Im Umgang mit unzähligen Vermietern hat das Gründertrio gelernt, dass kaum jemand seine Unterkunft nur auf einem Portal anbietet. Nutzt man als Vermieter aber mehrere Buchungsplattformen, führt das oft zu Schwierigkeiten. „Die meisten Vermieter von Privatunterkünften melden sich mit ihrem Angebot auf mehreren Plattformen und Buchungsportalen an, weil ein Portal allein keine hundertprozentige Auslastung bietet“, erklärt Marco Umfahrer, der zusammen mit Armin Harbrecht und Andreas Sperber zum Gründerteam von gloveler bzw. Unterkunftsmanager gehört. „Es gibt in diesem Bereich eben nicht die ‘eine’ Plattform wie Ebay.“ Die Pflege der Daten ist dann aber sehr aufwändig: Neben die Erstanmeldung kommt die ständige Aktualisierung der Buchungsdaten auf allen Portalen. „Viele Vermieter pflegen irgendwann nur noch die Verfügbarkeiten auf den Portalen, über die die meisten Buchungen hereinkommen. Dadurch kommt es immer wieder zu fehlerhaften Angaben und Buchungen, die wieder storniert werden müssen“ – ein Ärgernis für alle Seiten.

“Ein Portal allein bringt keine hundertprozentige Auslastung”

In der Hotel- und Tourismusbranche gibt es längst Verwaltungstools, die das regeln. Das gloveler-Team will es nun auf den Privatkunden- und Ferienwohnungsmarkt adaptieren. Im Gegensatz zum Angebot verschiedener Mitbewerber läuft alles webbasiert (SaaS-Lösung) und damit ohne Extra-Software. Eine Schnittstelle sorgt für die Streuung auf sämtliche Partnerportale, mit denen der Unterkunftsmanager sukzessive kooperieren will. Durch eine Kalendersynchronisation werden die Daten automatisch auf allen Seiten aktuell gehalten. Für Vermieter ist der Dienst kostenlos, Gebühren zahlen bei erfolgreicher Buchung die Gäste.

Das neue Projekt zeigt, wie sich gloveler an den sich verändernden Markt im Zimmervermittlungsmarkt anpasst und angesichts des harten Konkurrenzkampfes nach neuen Standbeinen sucht, die auf das bisherige Konzept aufbauen. Tatsächlich ist die Situation für gloveler neben den durch millionenschwere Investments hochgepushten Mitbewerbern airbnb, Wimdu und 9flats schwieriger geworden. Geschlagen gibt sich das ehemalige Uni-Projekt, das viel organischer gewachsen ist und seit der Gründung zwei Investments im jeweils mittleren sechsstelligen Bereich eingefahren hat, aber nicht. „Wir grenzen uns klar über die unterschiedliche Zielgruppe ab: Wir sprechen vor allem Studenten und Geschäftsreisende auf Montage an, die nicht nach möglichst trendigen sondern nach günstigen Unterkünften suchen“, so Umfahrer.

Neues Standbein im Haifischbecken der Zimmervermittler

Ebenso wie seine Mitbewerber wächst auch gloveler beständig – wenn auch in anderen Dimensionen. Seit der Gründung erziele man jährlich ein Umsatzwachstum von rund 400 % und biete mittlerweile über 35.000 Schlafplätze in 55 Ländern an. Der Fokus liegt aber nach wie vor auf dem deutschsprachigen Raum.

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Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.