Von Abo-Commerce bis Zimmervermittlung – 10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen

Tagtäglich berichtet deutsche-startups.de über aktuelle Neuigkeiten aus der deutschen Gründerszene, brandneue Start-ups und große Finanzierungsrunden. Mit unseren “10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen” werfen wir ab sofort regelmäßig auch einen Blick […]

Tagtäglich berichtet deutsche-startups.de über aktuelle Neuigkeiten aus der deutschen Gründerszene, brandneue Start-ups und große Finanzierungsrunden. Mit unseren “10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen” werfen wir ab sofort regelmäßig auch einen Blick auf die wichtigsten Internet-Trends in Deutschland. In unserem Trendreport zeigen wir auf, welche Themen, welche Konzepte, welche Geschäftsmodelle gerade bzw. in den vergangenen Monaten, angesagt waren. In unserem ersten Trendbarometer geht es um Abo-Commerce, Apps, Branchenbücher, Carsharing, Games, Lieferdienstvermittlung, Multishop-Konzepte, Re-Commerce, Software as a Service und Zimmervermittlung.

Abo-Commerce
Spätestens seit Glossybox (www.glossybox.de) ist Abo-Commerce auch in Deutschland ein Riesenthema. Für zehn Euro im Monat bekommt die weibliche Zielgruppe bei Glossybox jeden Monat eine Box mit mehreren Kosmetikproben ins Haus geschickt. In den USA etablierte Birchbox dieses attraktive Abomodell. Hieruzulande war Abo-Commerce bisher vor allen bei banalen Themen wie Socken bekannt. Dabei gibt es inzwischen selbst Steaks, Windeln und Menüs zum Selberkochen im Abo. Gerade im Lebensmittelsegment dürften in den kommenden Monaten noch viele weitere Abomodelle aufpoppen. Wenn Abomodelle funktionieren, sind diese für Händler ausgesprochen lukrativ. Prognose: Funktioniert leider nur in Nischen!

Apps
Und es gibt doch eine App-Economy! In den vergangenen Monaten entstanden – auch abseits der Spiele-Szene – eine beachtliche Anzahl an Applikationen für Smartphones, die das Zeug haben, sich dauerhaft zu etablieren. Die enorme Bandbreite der App-Szene in Deutschland reicht vom Barcode-Scanner barcoo (www.barcoo.de), über die mobile Rabattplattform Coupies (www.coupies.de) bis zum Taxibestellsystem mytaxi (www.mytaxi.net). In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere nützliche Apps das Licht der Welt erblicken. Darunter sicherlich auch weitere Dienste, die wie myTaxi das Zeug haben, eine ganze Branchen zu revolutionieren. Prognose: Wir stehen erst ganz am Anfang!

Branchenbücher
Die Generation Internet kennt die Gelben Seiten meist nur noch von der Oma. Branchenbücher sind aber nicht nur deswegen momentan angesagt. Denn der Markt steht nicht nur vor einem enormen Wandel, er ist auch groß und lukrativ. Neben Digitale Seiten (www.digitaleseiten.de) bearbeiten auch Auskunft.de (www.auskunft.de), instep (www.instep.de) und Pflege.de (www.pflege.de) dieses spannende Segment. Der Ansatz ist meist ähnlich: Die Start-ups suchen sich wie Digitale Seiten ein Nischenthema – beispielsweise Maler.org (www.maler.org) – und verkaufen den Anbietern im Lande einen Eintrag in diesem Branchenverzeichnis. Prognose: Hier brauchen allle einen langen Atem und viel Geduld mit der Zielgruppe!

Carsharing
Der moderne Großstadtmensch braucht nicht unbedingt ein Auto. Die immer steigenden Benzinpreise werden diese Entwicklung weiter vorantreiben. Nicht umsonst boomen derzeit Carsharing-Dienste wie tamyca (www.tamyca.de), Nachbarschaftsauto (www.nachbarschaftsauto.de) und rent’n’roll (www.rent-n-roll.de), bei denen Nutzer Privatautos mieten können. Bei tamyca beispielsweise können Nutzer auf einer Karte sehen, wer in der Nachbarschaft welches Auto vermietet. Als Ausleiher bezahlt man eine Tagespauschale von 7,50 Euro, die Benzinkosten und vom Vermieter festgelegte Gebühren. Prognose: Ohne Zweifel ein Zukunftsthema, der Durchbruch wird aber noch dauern!

Games
Deutschland ist nicht nur das Land der Computer- und Online-Spieler, sondern auch das Land der Online-Spieleschmieden. Der Markt scheint – trotz den vielen Playern – noch immer groß genug für weitere Spiele-Firmen. Zuletzt gingen unter anderem Neonga (www.neonga.com), Playgenic (www.playgenic.com) und PlayGood Entertainment (www.playgood.de) an den Start. Schwergewichte wie Bigpoint, Gameforge oder wooga muss man ohnehin niemandem mehr vorstellen. Und auch in den kommenden Monaten werden weitere Start-ups rund Browsergames, Social Games und App-Games aufblühen. Prognose: Langsam übersättigt der Markt, Spiele für andere Zielgruppen müssen her!

Lieferdienstvermittlung
Gleich mit zwei großen und millionenschweren Herausforderern muss sich Pizza.de (www.pizza.de), der Marktführer in Sachen Lieferdienste, momentan herumschlagen. Lieferando (www.lieferando.de) und Lieferheld.de (www.lieferheld.de) brachten mit ihrem aggressiven Auftreten aber zuletzt auch viel Bewegung in den lukrativen Markt rund um Pizza, Pasta und Sushi. Potenzial dürfte in diesem Segment noch reichlich vorhanden sein, noch immer bestellen viele Mainstream-Onliner via Telefon bei der Pizzeria um die Ecke. Nachteil: Die Imbissbudenbesitzer im Laden dürften von den vielen Anwerbeversuchen durch immer neue Vermittler langsam genervt sein. Prognose: Hier ist noch viel Luft nach oben!

Multishop-Konzepte
Multishop-Konzepte sind momentan extrem angesagt! Die Strategie bei diesen Nischen-Konzepten ist immer gleich: Unter einem gemeinsamen Dach werden verschiedene Shops betrieben und dabei diverse Prozesse wie Marketing, PR oder SEO von einem Kernteam ausgeführt. Als leuchtendes Vorbild in diesem Segment ist internetstores mit seinem Marken Fahrrad.de (www.fahrrad.de), Fitness.de (www.fitness.de) und Livingo (www.livingo.de) zu nennen. Neu im Segment sind UnitedCommerce (www.unitedcommerce.de) und easystores (www.easystores.org). Schon länger aktiv, aber sehr schweigsam: FP Commerce (www.fp-commerce.de). Prognose: Die großen Nischen scheinen alle besetzt!

Re-Commerce
Deutschland ist ohne Zweifel im Wiederverkaufsfieber! Doch längst verkaufen die Menschen im Lande ihre Bücher, CDs und gebrauchten Handys nicht mehr bei eBay, sondern auf einer der vielen Re-Commerce-Plattformen. Zu den wichtigsten Diensten gehören flip4new (www.flip4new.de), momox.de (www.momox.de), reBuy.de (www.rebuy.de) und WirKaufens (www.wirkaufens.de). Schon heute fahren momox.de und reBuy.de zweistellige Millionenumsätze ein. Starke Investoren und eine ordentliche Kapitaldecke können alle Start-ups vorweisen. Für reBuy.de interessieren sich inzwischen sogar Offline-Giganten wie Media Markt-Saturn. Prognose: Der Markt ist riesig und das Potenzial noch nicht ausgeschöpft!

Software as a Service (SaaS)
In Sachen Software as a Service (SaaS) ist in den kommenden Monaten sehr viel zu erwarten. Immer mehr Anwendungen werden künftig nicht mehr auf den Rechnern der Anwender installiert sein, sondern via Internet genutzt werden. Die Beteiligungsgesellschaft Kizzo legte bereits Anfang dieses Jahres einen 10 Millionen-Euro-Fonds auf, der explizit für SaaS-Start-ups gedacht ist. Zuletzt investierte der Kapitalgeber in Pactas (www.pactas.com). Das im Juni 2010 von Florian Kamps und Christoph Menge gegründete Start-up erleichtert Kleinunternehmen und Freiberuflern den Umstieg auf elektronische Rechnungen. Nur ein Beispiel für den SaaS-Markt, dessen Bandbreite riesig ist. Prognose: Ein Markt mit ganz vielen Chancen!

Zimmervermittlung
Mit 9flats.com (www.9flats.com), airbnb (www.airbnb.com) und Wimdu (www.wimdu.de) wetteifern gleich drei üppig finanzierte Start-ups um die privaten Zimmer im Lande. Interessant bei diesem millonenschweren Dreikampf ist, dass das US-Vorbild airbnb den Wettkampf mit den deutschen Kopien auf deutschem Boden austrägt. Über die drei Zimmervermittler kann jeder Onliner ein Wohnung, ein Zimmer oder eine Couch im Wohnzimmer kostenlos als Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Bei jeder Buchung bekommen 9flats.com und Co. eine Provision. Momentan kämpft das Trio um die Menschen im Lande, die sich ein Taschengeld hinzuverdinen möchten. Prognose: Nach der Millionenschlacht müssen Taten folgen!

Welche Trends haben Sie wahrgenommen? Welchen Trends gehört die Zukunft und welche sind nur ein Strohfeuer? Meinungen bitte in den Kommentaren hinterlassen. Danke!

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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