Kräftige Finanzspritze für Shopping-Club brands4friends

Die vor rund einem Jahr gestartete geschlossene Shopping-Community brands4friends (www.brands4friends.de) hat die dritte Finanzierungsrunde abgeschlossenen und sammelte dabei nach eigenen Angaben über 10 Millionen Euro ein. Hauptinvestor ist der amerikanische Riskokapitalgeber Partech. Zuvor […]

Die vor rund einem Jahr gestartete geschlossene Shopping-Community brands4friends (www.brands4friends.de) hat die dritte Finanzierungsrunde abgeschlossenen und sammelte dabei nach eigenen Angaben über 10 Millionen Euro ein. Hauptinvestor ist der amerikanische Riskokapitalgeber Partech. Zuvor investierten bereits Mangrove Capital Partners, Holtzbrinck Ventures (auch an deutsche-startups.de beteiligt) sowie die Busines Angels Jan Becker (Ex-CEO FriendScout24), Ehssan Dariani, Lukasz Gadowski, Kolja Hebenstreit, Ron Hillmann, Arend Lars Iven und Oliver Jung in den Shopping-Club brands4friends. “Die dritte Finanzierungsrunde von brands4friends.de stieß bereits im Vorfeld auf sehr großes Interesse bei zahlreichen Investoren. Partech International ist eines der weltweit führenden Venture Capital-Unternehmen mit langjähriger Expertise im IT- und Internetsektor. Unser Online-Shopping-Club-Konzept: \’Marken zum Freundschaftspreis\’ hat Partech International überzeugt und wir freuen uns sehr, einen weiteren Top-Partner an Bord zu haben”, sagen die Gründer Constantin Bisanz und Christian Heitmeyer.

Bei einem Pressegespräch sprachen die Beiden kürzlich über die Bilanz der ersten zwölf Monate. “Wir sehen unsere Strategie durch die erfolgreiche Entwicklung im letzten Jahr absolut bestätigt”, sagte Bisanz. Vor allem das ungebremste Mitgliederwachstum sei wirklich spektakulär. Mit über 1,1 Millionen Mitgliedern sehen sich die Hauptstädter als Deutschlands größten Online-Shopping-Club. Die meisten Mitglieder sind Frauen (60 %). Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 30 Jahren. Vor allem Kooperationen mit den stark frequentierten sozialen Netzwerken wie wer-kennt-wen, studiVZ oder MySpace dürften für das rasante Mitgliederwachstum gesorgt haben. Rund 80 Mitarbeiter sind derzeit für brands4friends tätig, die meisten davon traten ihren Dienst in diesem Jahr an. Wo die vielen Mitarbeiter arbeiten? Die meisten natürlich im Einkauf und der Produktion – zu den diversen Aktionen produziert brands4friends Fotos und Filmchen. Inzwischen laufen drei oder mehr Verkaufsaktionen gleichzeitig bei der Shopping-Community.

Internationalisierung geplant

Diese Schlagzahl will Bisanz beibehalten und rechnet mit rund 1.000 Verkaufsaktionen pro Jahr. Allein in diesem Jahr schickte brands4friends nach eigenen Angaben bereits über 400.000 Pakete auf die Reise. Der durchschnittliche Wert eines Warenkorbes lag dabei bei rund 70 Euro. An einigen Tagen erwirtschafte brands4friends bereits einen Tagesumsatz im höheren sechsstelligen Bereich, sagte Bisanz, der vor einigen Jahren TruckScout24 gründete. Der monatliche Umsatz sei siebenstellig. Insgesamt wollen die Hauptstädter in diesem Jahr einen Umsatz zwischen 25 und 30 Millionen Euro einfahren. Bereits auf der Agenda der beiden Gründer steht die Internationalisierung. Heitmeyer denkt dabei an alle an Deutschland grenzenden Länder. Einen schnellen Start in Frankreich, wo Vorreiter vente-privee.com den Markt dominiert, schließt er allerdings aus. Den polnischen Markt findet er aber “spannend”. Mit dem Geld vom neuen Investor Partech und den bisherigen Unterstützern dürfte dies nun möglich sein.

“Wir befassen uns schon seit einigen Jahren mit dem aufstrebenden Markt der Shopping Clubs, und nach intensiver Beobachtung mehrerer Unternehmen haben wir uns für brands4friends.de entschieden. Dabei hat uns brands4friends.de als deutscher Marktführer durch seine beeindruckenden Ergebnisse und sein Potenzial für ein hochprofitables, skalierbares und internationales Geschäftsmodell überzeugt”, sagt Philippe Collombel, Managing Partner von Partech International. “Wir investieren in brands4friends.de, weil wir hier nach einem fulminanten Start große Wachstumspotenziale sehen, die vor allem auf dem etablierten Geschäftsmodell, der enormen Innovationskraft sowie dem starken Management-Team des Unternehmens basieren.” In die Schlagzeilen geriet brands4friends kürzlich allerdings wegen Markenpiraterie. Im konkreten Fall erwirkte das US-Modelabel Abercrombie & Fitch eine einstweilige Verfügung gegen das junge Unternehmen. Der Vorwurf: Bei den von brands4friends angebotenen Waren der angesagten Marke handle es sich um Fälschungen. “Heute wissen wir, dass unser Lieferant betrogen wurde”, sagte Heitmeyer vor wenigen Wochen. Die Angelegenheit wurde nach eigenen Aussagen “einvernehmlich und außergerichtlich” gelöst.

Konkurrent BuyVip wird von Bertelsmann sowie Gruner + Jahr unterstützt

Neben brands4friends buhlt in Deutschland unter anderem auch die Shopping-Community BuyVip (www.buyvip.com) um Shoppingfans. Nach dem Medienhaus Bertelsmann investierte kürzlich auch Gruner + Jahr (Bertelsmann-Anteil 74,9 %) in den deutsch-spanischen Shopping-Club. “Wir sehen in der exklusiven Shopping-Community eine erfolgversprechende und zukunftsweisende Geschäftsidee. Mit der Beteiligung an BuyVIP erweitern wir das Kompetenzfeld von Gruner + Jahr im E-Commerce-Bereich. Wir nutzen die hohe Zielgruppen-Affinität zu verschiedenen Titeln unserer Verlagsgruppe und runden damit unser Serviceangebot für Frauen im Netz perfekt ab”, sagte Volker Breid, Verlagsgeschäftsführer Frauen/Familie/People bei Gruner + Jahr (G+J), zur Beteiligung. BuyVIP ist derzeit in Spanien, Italien und Deutschland aktiv und verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 3 Millionen Mitglieder. An der vorherigen Finanzierungsrunde von BuyVip waren neben Bertelsmann auch 3i und Molins Capital Inversión (MCI) beteiligt. Die Höhe der Finanzspritze soll im Millionenbereich gelegen haben. Bereits im vergangenen Jahr statteten die Samwer-Brüder mit ihrem European Founders Fund (auch an deutsche-strartups.de beteiligt), 3i, Michael Kleindl sowie Active Capital Partners die geschlossene Shopping-Community mit sieben Millionen Euro aus. Wobei der Großteil (5,75 Millionen Euro) auf 3i entfiel.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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