Springer stellt Profis.de ein

Knapp ein Jahr alt wurde Profis.de (www.profis.de), eine Plattform für die Vermittlung von Dienstleistungen aus dem Hause Bild.T-Online.de AG & Co. KG. Am 19. Februar des vergangenen Jahres schickte der Ableger des Medienhauses […]

Knapp ein Jahr alt wurde Profis.de (www.profis.de), eine Plattform für die Vermittlung von Dienstleistungen aus dem Hause Bild.T-Online.de AG & Co. KG. Am 19. Februar des vergangenen Jahres schickte der Ableger des Medienhauses Springer den Dienst offiziell ins Netz. “Mit \’Profis.de\’ steigen wir in den attraktiven Markt der Online-Vermittlung von Dienstleistungen ein und bauen das Spektrum unseres Portfolios weiter aus”, verkündete Gregor Stemmle, der damalige Vorstandsvorsitzender von Bild.T-Online, zum Start. Pate bei der Entwicklung des Vermittlungsdienstes standen erfolgreiche Plattformen wie blauarbeit.de, My-Hammer.de und quotatis. Ähnlich wie bei den Konkurrenten konnten Onliner über Profis.de auf die Suche nach Firmen zum Tapezieren des Schlafzimmers, für den anstehenden Umzug oder für die Treppenhausreinigung gehen. Umgekehrt konnten Unternehmen nach interessanten Aufträgen stöbern.

Die Finanzierung des Dienstes sollte unter anderen über Provisionen funktionieren: Firmen, die einen Auftrag ergatterten, mussten 2 % des Auftragswertes – mindestens aber 4,99 Euro – an Profis.de blechen. Trotz massiver Unterstützung durch das Medienhaus in Form von reichlich Online- und Offline-Werbung konnte Profis.de aber nicht annähernd an die Erfolge der Konkurrenten anknüpfen. Nun zog Springer den Stecker. Auf der Website heißt es nur noch: “Profis.de hat mit Wirkung vom 14.02.2008 seinen Dienst eingestellt. Das Einstellen von Aufträgen sowie die Abgabe von Geboten ist leider nicht mehr möglich”. Das Beispiel Profis.de zeigt wieder einmal, dass große Unternehmen und viel Geld im Webgeschäft kein Garant für Erfolg sind. In vielen Fällen fehlt solchen firmengesteuerten Ablegern offenbar schlichtweg der Anfänger-Charme. In diesem Fall stieg Springer zudem sehr spät in den Markt ein – die Konkurrenten waren zu dem Zeitpunkt schon zwei bzw. drei Jahre im Markt.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Da hätte ich gern gewußt, wie hoch die Investitionskosten und wieviel Mitarbeiter an diesem Projekt beteiligt waren.



  2. Chris

    Es trifft keinen armen… ich hoffe nur, dass die Mitarbeiter irgendwo unterkommen…

  3. Ein schöner Beweis, dass Projekte halt doch nicht allein am Grünen Tisch konzipiert werden können. Wir Gründer wissen, wie viel Herzblut jedes Projekt braucht. Und davon haben wir reichlich…

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