studiVZ sorgt wieder für Schlagzeilen

Die Studenten-Community studiVZ (www.studivz.de) ist wieder in den Schlagzeilen. “StudiVZ verkauft Nutzerdaten” schreibt “Welt Online“, bei “Spiegel Online” heißt es “Riskante Strategie: StudiVZ setzt auf Schnüffel-Werbung” und bei “RP Online” lautet die Schlagzeile […]

Die Studenten-Community studiVZ (www.studivz.de) ist wieder in den Schlagzeilen. “StudiVZ verkauft Nutzerdaten” schreibt “Welt Online“, bei “Spiegel Online” heißt es “Riskante Strategie: StudiVZ setzt auf Schnüffel-Werbung” und bei “RP Online” lautet die Schlagzeile “User sollen gläsern werden: StudiVZ will Nutzerdaten verkaufen”. Hintergrund für das neue öffentliche Interesse an der Community, die seit knapp einem Jahr zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehört (auch an deutsche-startups.de beteiligt), sind die angekündigten neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzregeln des Unternehmens.

Diese reichen nach Aussagen der beiden studiVZ-Gründer Dennis Bemmann und Michael Brehm nicht mehr aus für eine Online-Plattform dieser Größenordnung. Rund vier Millionen Mitglieder hat das Studenten-Netzwerk nach eigenen Angaben derzeit. “Die neuen AGB und Datenschutzregelungen sollen uns beispielsweise dabei helfen, eure persönlichen Daten gegenüber unkontrolliertem Missbrauch von Außen noch stärker zu schützen. Und auch gegen rechtswidrige Inhalte wollen wir mit einer größeren Handhabe noch gezielter vorgehen” schreiben die Gründer auf der Website. Die beiden Berliner nennen aber noch einen weiteren wichtigen Punkt: “Außerdem ermöglichen die neuen AGB die Anwendung aktueller Werbeformen, die auf anderen Websites und Plattformen längst zum Standard gehören. Nur so können wir euch studiVZ auch zukünftig kostenfrei anbieten”. Bei “Welt Online” heißt es deswegen nun, dass studiVZ die persönlichen Daten der vier Millionen Nutzer an interessierte Unternehmen verkaufe: “Handynummern, Mail-Adressen, Hobbys, Musikgeschmack – alles im Angebot”.

Targeting wird eingeführt

Bei studiVZ herrscht seit der Veröffentlichung dieser Zeilen Alarmstimmung. Marcus Riecke, CEO von studiVZ, wehrt sich inzwischen in einer öffentlichen Stellungnahme gegen den Vorwurf des Datenverkaufs: “studiVZ verkauft keine Nutzerdaten seiner Mitglieder an Dritte. Dies werde sich auch durch die Einführung der neuen AGB und Datenschutzregelungen nicht ändern. Anders lautende Behauptungen, die seit heute in einigen Medien kursieren, sind falsch”. Richtig sei vielmehr, dass studiVZ mit den neuen AGB und Datenschutzregelungen Targeting auf studiVZ einführe. “Dies wird es uns erlauben, unseren Mitgliedern zielgerichtetere Werbung zu zeigen als bisher”, sagt Riecke. Werbungtreibende können ihre Kampagnen bei studiVZ somit künftig anhand von Kriterien wie Alter, Geschlecht, Wohnort oder Studienfachrichtung steuern. Bereits Ende September hatte Riecke die Einführung von Targeting-Möglichkeiten angekündigt. Bis zum 9. Januar des kommenden Jahres haben die studiVZ-Mitglieder nun Zeit, den neuen Geschäftsbedingungen und Datenschutzregelungen zuzustimmen. Wobei Riecke abermals betont, dass diese “zu 100 Prozent den gesetzlichen Bestimmungen” entsprechen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.