Exit in Berlin Takeaway.com vernascht seinen Wettbewerber Lieferando

Seit Monaten kursieren Gerüchte über Fusionen und Übernahmen im Segment der Lieferdienstvermittler. Nun kommt es zum Vollzug: Nach Informationen von deutsche-startups.de vernascht Takeaway.com, das den deutschen Markt mit Lieferservice.de bedient, seinen Wettbewerber Lieferando.
Takeaway.com vernascht seinen Wettbewerber Lieferando
  • Von Alexander Hüsing
    Dienstag, 25. März 2014
  • 11 Kommentare
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Das große Fressen im Lieferdienstsegment geht los: Nach Informationen von deutsche-startups.de vernascht Takeaway.com, das den deutschen Markt mit Lieferservice.de bedient, seinen Wettbewerber Lieferando. Takeaway.com-Gründer Jitse Groen prognostizierte für den deutschen Markt schon länger eine Konsolidierung – vor allem, weil es in Deutschland zu viel Wettbewerb gäbe, wie er kürzlich verriet. Selbst kaufen wollte er damals aber noch nicht – offenbar weil er Preis nicht stimmte. Nun scheint er zu stimmen. Von einem Kaufpreis in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro ist die Rede. Bis zum Schluss war offenbar auch Delivery Hero im Rennen um eine Übernahme von Lieferando. Der hohe Preis sagte den Berlinern aber ganz offensichtlich nicht zu. Gemeinsam sind Takeaway.com und Lieferando die Nummer 3 unter den Lieferdienstvermittlern in Deutschland.

Lieferando wurde 2009 von Christoph Gerber, Jörg Gerbig und Kai Hansen gegründet. Zur Seite stand dem Trio damals Rheingau Ventures. Der Inkubator wurde von den Ex-sportme-Machern Tobias Johann, Philipp Hartmann und Kai Hansen ins Leben gerufen. In den vergangenen Jahren sammelte das Start-up rund 21 Millionen Euro Risikokapital ein. Zu den Geldgebern gehörten die australische Investmentbank Macquarie, DuMont Venture, Doultin (ehemals Moraún), Mountain Super Angel, Rheingau Ventures und die KfW. Allein im Sommer 2012 pumpten Macquarie und Co. 15 Millionen Euro in das Unternehmen, das einst als yourdelivery.de startete. In den vergangenen Monaten machte das junge Unternehmen massiv TV-Werbung auf ProSieben und Co.

Brancheninsider schätzen den monatlichen Innenumsatz von Lieferando in Deutschland auf 500.000 bis 650.000 Euro und gehen davon aus, dass das Unternehmen dabei weiter deutliche Verluste schreibt. Anders als geplant konnte das Start-up Dickschiff Pizza.de nie gefährlich werden – trotz unglaublicher Ausgaben für Werbung auf allen Kanälen. Trotz alledem war auch Konkurrent Delivery Hero, das in Deutschland bekanntlich Lieferheld betreibt, an einer Übernahme des Konkurrenten interessiert. Nun muss das weltweit aktive Unternehmen wohl Pizza.de schlucken, um in Deutschland noch einmal für Furore, sprich Schlagzeilen, sorgen zu können. In losen Gesprächen waren und sind alle Marktteilnehmer ohnehin immer. In diesem Fall bis der nächste schwach wird.

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Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  • Lieferando Insider

    Ja, Lieferando
    macht weiter deutliche Verlust von € 100.000 – 150.000 pro Monat. Liegt
    wahrscheinlich auch daran, dass sich die Gründer mitlerweile ziemlich dicke Gehälter
    zahlen können, nachdem sie fast die Hälfte ihrer Mitarbeiter rausgeschmissen
    haben… Und die drei werden jetzt das kombinierte
    Deutschlandgeschäft von Lieferservice.de und Lieferando.de führen. Und die
    Abschussliste für weitere Entlassungen auf beiden Seiten ist schon
    vorbereitet… Ausserdem sind saftige Erhöhungen der Provisionen bei den
    Restaurants geplant, weil man ja jetzt eine gro?e kombinierte Marktmacht hat.

    • wolfgang Wild

      Bei uns im Lieferservice vor Ort hat Lieferanto
      seit ca 1 Monat die anderen überholt

  • Liselotte

    wie jetzt, kaufpreis 100 x rev? EXIT PARTY :-)

    • Dennis

      10x..

  • Marc

    “Innenumsatz von Lieferando in Deutschland auf 500.000 bis 650.000 Euro”

    Ist das pro Monat oder pro Jahr?

    • azrael74

      Pro Monat

  • Thorsten

    Der Kaufpreis 50 Mill. stimmt niemals. Kein auch nur ansatzweise vernünftiger Geschäftsmann würde für diese Bude so viel Geld zahlen. Das ist lächerlich!

    Nochmal gefragt: Sind die 500.000 € im Monat oder Jahr?
    Wenn im Jahr: übelster Laden
    Wenn im Monat: übler Laden (bei soviel Verlust wie vorhin angegeben)

    Aber immerhin: Sollten die Jungs mit diesem Deal wirklich 50 Mill. gemacht haben, dann Gratulation; aber genauso wahrscheinlich sind wir alle Klingonen.

    • azrael74

      500.000 € im Monat.

  • Lieferando Mitarbeiter

    Ich arbeite bei Lieferando und kann soviel sagen: die Chefs präsentieren einmal im Monat alle Zahlen der gesamten Firma. Der Monatsumsatz ist 7stellig und Lieferando ist profitabel. Interessant woher die sogenannten Insider diese Infos haben? Niemand weiss es.

  • Alex

    Warum ist Pizza.de ein Startup? So richtig neu ist weder das Unternehmen, noch das Geschäftsmodell…

    • Johann Q

      Richtig, ist eher ein Agentur-Dickschiff. ;)

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