DailyDeal/Google-Übernahme: US-Gigant zahlte 130 Millionen Euro für den deutschen Coupondienst

Seit Montag ist die Übernahme von DailyDeal (www.dailydeal.de) durch Google das Gesprächsthema in der deutschen Gründerszene. Auch in Köln auf der gelungenen Advance Conference und dem grandiosen European Pirate Summit (Arrr, Arrr) wird […]
DailyDeal/Google-Übernahme: US-Gigant zahlte 130 Millionen Euro für den deutschen Coupondienst

Seit Montag ist die Übernahme von DailyDeal (www.dailydeal.de) durch Google das Gesprächsthema in der deutschen Gründerszene. Auch in Köln auf der gelungenen Advance Conference und dem grandiosen European Pirate Summit (Arrr, Arrr) wird quasi über nichts anders gesprochen. Besonders der Kaufpreis sorgt für Spekulationen. Die FAZ nannte am Montag einen Kaufpreis zwischen 150 und 200 Millionen US-Dollar. Aber auch Zahlen zwischen 100 und 250 Millionen Dollar kursieren in der Szene. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Nach Informationen von deutsche-startups.de zahlte Google 130 Millionen Euro und somit rund 180 Millionen Dollar für DailyDeal.

Ein Teil des Geldes fließt sofort, weiteres Geld in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrages soll erst fließen, wenn in den kommenden Monaten und Jahren bestimmte Meilensteine erreicht werden. Der stattliche Übernahmepreis für das 2009 von Fabian und Ferry Heilemann, die auch nach der Übernahme bei DailyDeal an Bord bleiben, gegründete Start-up, soll vor allem durch einen Bieterwettbewerb mit LivingSocial (www.livingsocial.com), nach Groupon (www.groupon.com) die Nummer zwei im weltweiten Couponinggeschäft, in die Höhe geschnellt sein. Zudem soll sich auch Groupon selbst kurzfristig für eine Übernahme des Wettbewerbers interessiert haben.

Ist Google der attraktivere Partner?

Die Übernahme von DailyDeal durch Google sorgte deswegen auch für Verstimmung bei Groupon. Vor allem aber beim deutschen Groupon-Team, dem ehemaligen CityDeal. Denn der an sich geschlagene Konkurrent DailyDeal legte nach dem grandiosen Exit von CityDeal an das US-Original Groupon (siehe: “Groupon/CityDeal: Bei 126 Millionen Dollar Bewertung, 170 Millionen Dollar mitnehmen und 10,3 % der Anteile behalten“) nun ebenfalls einen spektakulären Exit hin – vielleicht mit dem attraktiveren Partner. Zumindest aber ist der DailyDeal/Google-Deal ein Ritterschlag für die deutsche Internetszene – auch wenn es sich leider wieder nur um einen deutschen Klon, der verkauft wurde, handelt. Die Übernahme wird dafür sorgen, dass Berlin international noch stärker in den Mittelpunkt rückt und vielleicht fließen dadurch langfristig höhere Summen in deutsche Start-ups. Große Exits scheinen nun auch in Deutschland möglich.

Im zweiten Quartal dieses Jahres verkaufte DailyDeal nach eigenen Angaben Gutscheine mit einem Gesamtwert von 22,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal ein Plus in Höhe von 45 %. In den ersten drei Monaten dieses Jahres brachte DailyDeal somit Gutscheine mit einem Gesamtwert von 13,3 Millionen Euro an den Mann oder die Frau. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2010 machte das Start-up noch einen Gutscheinumsatz in Höhe von 398.000 Euro. Wie viel von diesem Außenumsatz bei DailyDeal hängenbleibt, ist nicht bekannt. Für das laufende Jahr peilte das Start-up einen Umsatz zwischen 30 und 40 Millionen Euro an.

Maßgelich vorangetrieben wurde DailyDeal vom Berliner Unternehmen Rebate Networks, einem weltweiten Groupon-Netzwerk von Ex-studiVZ-Macher Michael Brehm und dem ehemaligen last.fm-Chef Stefan Glänzer. Anfangs waren zudem auch Klaus Hommels und Oliver Jung bei DailyDeal an Bord. Eine zweistellige Millionensumme sammelte das Start-up in mehreren Finanzierungsrunden insgesamt ein. Noch im Sommer des vergangenen Jahres investierte Insight in DailyDeal. Zuletzt hielten die Heilemann-Brüder rund 27 % der DailyDeal-Anteile. Was aber – wie immer – bei solchen Übernahmen nicht bedeutet, dass das Duo auch 27 % von 130 Millionen Euro erhält. Liquidation Preference ist dabei nur ein Schlagwort.

Update (26.9.): Wie inzwischen zu hören ist, war der Verkauf von DailyDeal an Google ein sogennannter Firesale. Das DailyDeal-Team hätte ohne Übernahme nur noch wenige Wochen durchgehalten. Es war schlichtweg kein Geld mehr in der Kasse. Schon in den vergangenen Wochen soll das Berliner Start-up seinen Zahlungsverpflichtungen kaum noch nachgekommen sein. Somit lautetet das Motto bei DailyDeal offenbar “Übernahme oder Insolvenz”. Es wurde zum Glück eine Übernahme! Somit haben die Berliner alles richtig gemacht. Zumal der Preis stimmt!

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Dieter

    Glückwunsch! Den Exit noch schnell geschafft, bevor der Bereich in sich zusammenfällt. Respekt!



  2. Michael S.

    Auch von mir: Herzlichen Glückwunsch.

    Zusammenbrechen? Ich glaube du hast überlesen, wer DD gekauft hat? Google wird DD sicherlich bald schön knackig in G+ einbinden. Zumindest wäre es eine gut vorstellbare Option.

  3. Pingback: Dailydeal kostete Google rund 180 Millionen US-Dollar – TechFokus



  4. Patrick

    Schließe mich Michaels Meinung an… Herzlichen Glückwunsch!



  5. Dieter

    Das hätte google auch mit googleOffers alleine machen können. Natürlich kann man damit Umsätze generieren, aber zu welchem Preis? Selbst Groupon fährt große Verluste ein.



  6. Petra Panther

    hahahaha…. wenn das wirklich so ist und google nur dailydeal gekauft hätte, wär das echt ein schlechtes geschäft.

    meine vermutung bleibt: beteiligung an dealgecco und anderen klonen…



  7. Andre

    Daten Daten Daten…Google will Daten :-) Die paar Umsätze.



  8. Petra Panther

    die paar daten von dailydeal sind lächerlich



  9. Robespierre

    Petra Panther, du kannst wohl nicht aufhören ständig und überall dein Gift zu versprühen. Du musst so unglaublich viel negative Energie und Pessimismus in dir tragen, dass du wohl zutiefst unglücklich durchs Leben gehst.
    Weiterhin leichte Persönlichkeitsstörung in Form von maßloser Selbstüberschätzung (Dinge beurteilen, in die man keinerlei detaillierten Einblick hat).



  10. Petra Panther

    lieber robespierre.

    ich möchte dich darauf hinweisen, dass dein nick von jemandem stammt der terrorist und massenmörder war. und du wirfst mir negative energie vor?

    meine kommentare sind kritisch, aber durchaus berechtigt. nenn mir die assets, die bei alleinigem dailydealkauf einen solchen kaufpreis rechtfertigen.



  11. Robespierre

    Bleib doch einfach beim Thema, dein Abschweifen auf meinen Namen zeigt, dass du versuchst mich auf der Metaebene zu diskreditieren.
    Keine feine Diskussionskultur.

    Erstens muss ich dir überhaupt nicht den Kaufpreis rechtfertigen, das ist mehr als absurd. Wenn dann müsste das Google vor seinen Aktionären tun. Kannst ja eine #GOOG kaufen und auf der nächsten HV Stress machen.

    Zweitens habe ich vielleicht einen Ticken mehr Einblick in die Geschichte und kann dir sagen, dass allein die Qualität des Sales-Teams für Google ein Asset sein dürfte. Und nein, sowas kann man nicht mal schnell aus Mountain View zusammen kaufen, geschweigedenn zum Laufen bringen.
    Drittens: Zu beurteilen hat das einzig und allein Google und ich halte Marissa Mayer für kompetenter als einen Internet Troll das zu beurteilen. Kaufpreis ergibt sich aus Angebot / Nachfrage. Nennt sich Marktwirtschaft. Dass dir das stinkt, latent dürfte auch mal wieder Neid im Spiel sein, dass jmd. mit so einem einfachen Copycat so ein riesen Vermögen gemacht hat, ist schon klar. Geht bei dir ja schon seit Jahren so (siehe Google -> Petra Panther).



  12. Petra Panther

    Lieber Monsieur Robespierre,

    Sie sind mich persönlich angegangen, natürlich begegnen wir uns dann auch auf der Metaebene. Wenn ich höre, dass ich Ihnen wegen meiner Kritik negativ aufstoße, dann halte ich es durchaus für angebracht darauf hinzuweisen, dass Sie sich den Namen eines Schlächters geben. Nur weil weniger Leute diese negative Konnotation sehen, heißt nicht, dass Sie besser ist, als würden Sie sich Hitler oder Stalin nennen oder Gaddafi oder was Sie auch immer wünschen.

    Bzgl. Ihrer sonstigen Kritik: Sie haben nicht aufgepasst, nicht zugehört was ich gesagt habe.

    Sie meinen, dass die Qualität des Salesteams einen so hohen kaufpreis rechtfertigt? Wieviele Leute sind das? 120? Come on my dear Robespierre. Die rechtfertigen mitnichten ein solch hohen Kaufpreis.

    Das A und O ist nicht das Sales Team sondern die gesunde und stabile Kundenbeziehung zu Partnern. Exklusive Deals, treue Partner. Hat die Dailydeal? Nein. Exklusivität ist nicht durchzusetzen, wenn überhaupt vordergründige, weil der Partner denkt, dass er exklusiv was unterschrieben hat.

    Das ist aber auch meine Kernfrage gewesen in Verbindung mit dem Start von Dealgecco. Einem Marktplatz für Deals. B2B. Dealanbieter als die eine seite, Dealplattformen als die Nachfrager.

    Was schafft eine Dealplattform? Transparenz! Wettbewerb! Wettbewerb unter den Dealplattformen! Man mag auch meinen Wettbewerb unter den Dealanbietern, aber hej, die Salesleute waren schon gut genug, da möglichst viel rauszuquetschen.

    Bedeutet: die Dealplattform Dealgecco kann Dailydeal schaden. Weil Sie den Wettbewerb erhöht und weil Sie die Verbindung Dealanbieter – Sales auf eine Plattform bringt. (Langfristig, i know, aber trotzdem).

    Heißt: Google kauft eine Firma unter anderem von einem Investor, der weiterhin in einem Segment teilweise im Wettbewerb zu Dailydeal steht?

    Come on Mr Robespierre. Da fragt man sich schon, was da vorgeht. Weiß Google davon? Hat Google da auch investiert?

    Wenn Sie so gut informiert sind, dann können Sie mir das ja erklären.

    Dankbarst

    Ihre Petra Panther.

    PS: Ich hoffe, Sie kennen Tucholsky.



  13. Bplus

    Im wieder köstlich diese Meta-Gesprächs-Ebenen hier.
    btw.. nice exit.. Ich denke auch das Google keine 130 Mio aus der Porto-Kasse aus Spaß ausgibt..
    außerdem wollten sie vorher paar Milliarden für Groupon ausgeben.. sieht mir nach’nem größeren Plan aus..

  14. Herzlichen Glückwunsch DailyDeal!!!
    Es war eine grandiose Zeit mit Euch in Berlin. Der Exit ist hoch verdient, wer den Schweiß des Teams gesehen hat. Definitiv hat DailyDeal eine hervorragende Kundenbeziehung aufgebaut und damit auch wertvolle Sales-Kontakte.
    Trotzdem bin ich auch froh nicht bei google zu sein und freue mich von außen für den Erfolg!

  15. Brisante Ergänzung:

    Wie inzwischen zu hören ist, war der Verkauf von DailyDeal an Google ein sogennannter Firesale. Das DailyDeal-Team hätte ohne Übernahme nur noch wenige Wochen durchgehalten. Es war schlichtweg kein Geld mehr in der Kasse. Schon in den vergangenen Wochen soll das Berliner Start-up seinen Zahlungsverpflichtungen kaum noch nachgekommen sein. Somit lautetet das Motto bei DailyDeal offenbar “Übernahme oder Insolvenz”. Es wurde zum Glück eine Übernahme! Somit haben die Berliner alles richtig gemacht. Zumal der Preis stimmt!

  16. Hätte ich bei der fetten Übernahmesumme nicht gedacht.

    Ein Firesale, der vom Volumen her trotzdem mehr einbringt als Groupon/CityDeal. Respekt!

  17. Die Jungs haben offenbar alles auf eine Karte gesetzt. Und Die Investoren von CityDeal haben ja auch schon 170 Millionen mitgenommen. Und vielleicht noch einen Börsengang vor sich…



  18. Roberto

    Also ich finde den Deal eine großartige Leistung. Und Andi hat sicherlich wieder in die Trickkiste gegriffen :) Daß das Business-Modell Stand heute nicht funktioniert, wissen doch alle Beteiligten – aber Google wird wissen, was sie tun.



  19. Tom

    Laut dem Branchenfunk sind es 30 Millionen, wovon wegen Liq Pref Preferred nur 14 Millionen bei den Non-Investors ankommen. Der Rest Earnout.

    Weiss jemand mehr über die finanzielle Situation vor dem Deal? Scheint wirklich ein Firesale in letzter Minute gewesen zu sein

  20. Pingback: DailyDeal



  21. Kris Brown

    @Tom: Den Flurfunk halte ich für sehr fehlerhaft, S.Glänzer hat auf dem Idealab gesagt der Dailydeal Exit hat 15-20 Leute zu Millionären gemacht, da wird wohl schon eher die kolportierte Summe von 130-180 mm stimmen.Cheers

  22. Auf alle Fälle ein toller Deal mal wieder für CFP und die Gründer! Glückwunsch! Denke in Google´ s nächstem Quartalsbericht kann man mehr herauslesen!

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