Fünfzehn Fragen an Fabian Heilemann von DailyDeal

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Sehr viel! Es ist eine große Verantwortung und selbst elf Monate nach unserem Launch auch noch eine große Herausforderung. Aber mein Bruder Ferry und […]
  • Von Veronika Hüsing
    Donnerstag, 23. Dezember 2010
  • 9 Kommentare

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Sehr viel! Es ist eine große Verantwortung und selbst elf Monate nach unserem Launch auch noch eine große Herausforderung. Aber mein Bruder Ferry und ich werden täglich damit belohnt zu sehen, wie aus unserer Idee ein Unternehmen entsteht, das wir vom ersten Moment an nach unseren Vorstellung aufbauen, führen und prägen können. Das ist ein unglaublicher Ansporn!

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Während eines Studienaufenthalts an der Stanford Graduate School of Business im Silicon Valley habe ich gesehen, wie selbstverständlich in anderen Ländern mit Rabatt-Gutscheinen bezahlt wird. Sogar bei Dates im Restaurant! Der Erfolg von amerikanischen Couponing-Anbietern hat mich motiviert, die Idee auf den europäischen Markt zu übertragen – leicht abgewandelt allerdings, denn Online-Deals und nationale Deals haben wir bei DailyDeal erfunden.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Selbstverständlich haben wir mit unterschiedlichen Business Angels gesprochen und uns verschiedene Beteiligungsmodelle angesehen. Es war meinem Bruder und mir allerdings sehr wichtig, Partner zu finden, die uns volle Handlungsfreiheit lassen und mit denen wir auf Augenhöhe zusammenarbeiten können. Die haben wir gefunden in Michael Brehm und Stefan Glänzer als Seed-Investoren sowie – in späteren Finanzierungsrunden – auch in den VC-Gesellschaften Mangrove, Inside Venture Partners und AdInvest.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Stolpersteine im eigentlichen Sinne gab es nicht, weil wir uns gründlich vorbereitet und im Studium und bei den diversen Praxisstationen die nötige Erfahrung gesammelt haben. Zudem haben Ferry und ich einige Monate lang diverse Geschäftsmodelle genau analysiert, um letztlich das für uns ideal geeignete Konzept zu realisieren.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Wenig. Das letztlich Entscheidende ist doch, dass sich DailyDeal unverändert positiv und dynamisch entwickelt. Wir haben es verstanden, im ersten Jahr die Basis für eine sehr erfolgreiche Zukunft zu legen, und uns in einem extrem wettbewerbsintensiven Umfeld behauptet.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Social Media. Zufriedene Nutzer generieren mehr zufriedene Nutzer!

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Michael Brehm, einer unserer Business Angel. Er hat DailyDeal in seinem Büro in der Schönhauser Allee ein erstes Zuhause gegeben und uns so die Übersiedlung von Hamburg nach Berlin sehr erleichtert.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Nicht entmutigen lassen! Weiter kämpfen!

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Ich glaube an die Selbstregulierungskraft der Wirtschaft. Vom Bundeswirtschaftsminister erwarte ich deshalb mehr gestalterischen Spielraum für Unternehmen und eine insgesamt liberalere Wirtschaftspolitik.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich habe zwar Jura studiert und einige Zeit lang in der Unternehmensberatung gearbeitet. Für mich gibt es aber keine wirkliche Alternative zum Entrepreneurship. Wenn mein Bruder und ich nicht DailyDeal gegründet hätten, wäre ich deshalb heute CEO eines anderen Unternehmens.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Im Moment ist kein deutsches Start-up so spannend wie DailyDeal! Ich bleibe hier.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich bin gerade ganz hier, in dieser Epoche und bei meiner momentanen Aufgabe. Ich bin sehr zufrieden; es zieht mich nicht weg.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Investieren, zwei Drittel in DailyDeal und ein Drittel in Surfreisen. Ich bin begeisterter Wassersportler und war als Schüler einige Jahre lang aktives Mitglied des Deutschen Bundeskaders im Windsurfen und habe an Jugendwelt- und Jugendeuropameisterschaften teilgenommen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit Familie und Freunden, die in der letzten Zeit leider etwas zu kurz gekommen sind, oder auf dem Wasser.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Elon Musk, dem vermutlich innovativsten Serienunternehmer. Seine Erfolge mit Zip2 und X.com finde ich genauso spannend wie sein Engagement, die Raumfahrt mithilfe der Falcon-Raketen deutlich wirtschaftlicher zu gestalten.

Zur Person
Fabian Heilemann, Gründer und CEO von DailyDeal (www.dailydeal.de), studierte Rechtswissenschaften an der Bucerius Law School in Hamburg und promoviert an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Während seines Promotionsstudiums nahm er am Entrepreneurship-Programm für Doktoranden der Standford Graduate School of Business teil und entwickelte die Idee, DailyDeal zu gründen. Zuvor arbeitete Fabian Heilemann für internationale Kanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer oder Hengeler Mueller und Ashurst sowie für die Unternehmensberatung Booz & Co und das E-Commerce-Unternehmen Zalando. Erste Erfahrungen als Unternehmer sammelte Fabian Heilemann gemeinsam mit seinem Bruder Ferry bereits während seines Studiums als Gründer und Geschäftsführer eines Unternehmens der Eventgastronomie mit fünf Beschäftigten.

Geboren 1978, studierte Soziologie, Politik und Psychologie an der Freien Universität in Berlin. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie im Jahr 2000 im Onlineressort des Medienfachdiensts “kressreport”. Ein Jahr später zog es sie ins Ruhrgebiet zu “Unicum”. Seit 2008 gehört Veronika Hüsing zum Redaktionsteam von deutsche-startups.de.

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