Das Social Network wer-kennt-wen.de (wer-kennt-wen.de) befindet sich weiter im Höhenrausch. Wie Netzökonom Holger Schmidt von der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” berichtet, konnte wer-kennt-wen.de die Zahl seiner monatlichen Nutzer seit September des vergangenen Jahres auf nunmehr 2,1 Millionen verdreifachen. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Verweildauer der Nutzer sogar auf mehr als vier Stunden im Monat. “Kein anderes großes Netzwerk kann zurzeit diese Wachstumsraten aufweisen”, schreibt Schmidt. Basis für den Artikel sind Zahlen des Marktforschers Nielsen Online. Zum Vergleich: Die Lokalisten wurden im April laut Nielsen von 1,2 Millionen, Xing von 0,99 Millionen und studiVZ von 3,68 Millionen Menschen genutzt.
Das soziale Netzwerk wer-kennt-wen.de entstand 2006 und verfügt nach Unternehmensangaben über rund 2 Millionen registrierte Mitglieder. Gegründet wurde die Plattform von Patrick Ohler und Fabian Jager. Nach dem Abschluss ihres Studiums in Koblenz verlegten Jager und Ohler, beide Absolventen des Studiengangs Computervisualistik, den Firmensitz ihres Unternehmens nach Köln – dort sitzt auch RTL. Der TV-Sender sicherte sich bekanntlich für einige Millionen Euro bereits 49 % der Anteile am Unternehmen. Für Schmidt ist der Sendergruppe damit ein “Glücksgriff” gelungen. Auf der anderen Seite explodieren bei wer-kennt-wen.de durch den enormen Zuspruch derzeit die Kosten vermutlich erheblich. Und davon sind die Kölner sicherlich nicht begeistert.
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“die Zahl seiner monatlichen Nutzer seit September des vergangenen Jahres auf nunmehr 2,1 Millionen verdreifachen”
Das würde ja bedeuten, dass alle 2 Millionen User aktiv sind *zweifel*
“Kein anderes großes Netzwerk kann zurzeit diese Wachstumsraten aufweisen”
Naja ist ja auch logisch oder? StudiVZ wird sicherlich nicht innerhalb eines Jahres JETZT seine Userzahlen verdreifachen können.
“Basis für den Artikel sind Zahlen des Marktforschers Nielsen Online”
Lol! Um die Mitgliederzahlen halbwegs bestimmen zu können, bedient man sich jetzt eines Markforschers der nur schätzt?!
“Auf der anderen Seite explodieren bei wer-kennt-wen.de durch den enormen Zuspruch derzeit die Kosten vermutlich erheblich. Und davon sind die Kölner sicherlich nicht begeistert.”
Vermutlich aber nur für Server und Lösch-Praktikanten – Neuerungen sucht man auf der Seite seit Monaten vergeblich…
Kommentar von Bernd 02. Juni 2008 @ 18:54@ Bernd
Kleiner Hinweis: Nielsen Online schätzt nicht die Mitgliederzahlen der Netzwerke, sondern liefert Zahlen über die monatlichen Nutzer auf der Website.
Kommentar von Alexander Hüsing 02. Juni 2008 @ 19:34verstehe nicht wer die Zielgruppe genau ist und was die daran toll findet.
Lokalisten macht da im direkten Vergleicht doch einen weitaus stylischeren, durchdachteren und insgesamt besseren Eindruck.
Täusche ich mich da etwa?
Kommentar von Maik 02. Juni 2008 @ 19:46Das Wachstum kommt nicht von ungefähr: WKW versteht sich sehr gut darin, die weniger internetaffinen Nutzer anzusprechen – und die scheinen sich auf der Plattform sehr wohl zu fühlen. Sucht auf WKW mal nach Euern Eltern, deren Freunde etc. Da finden sich Nutzer wieder, die man gar nicht in einem Social Network erwarten würde.
Kommentar von jmeyer 02. Juni 2008 @ 21:33ursprünglich komme ich aus dem schönen Bayern :-)
Als ich jedoch vor einigen Monaten einen Freund in Koblenz besucht hatte, hatte ich Phänomen Wer-kennt-Wen miterlebt.
Es ist gigantisch, wirklich unfassbar.
Als ich am Abend mit auf dem 60ten Geburtstag von meines Freunds Vaters war, war WKW bei den Eltern das große Gesprächsthema, wer alles dabei ist,
wer alle wen kennt und vor allem wer alles zum Geburtstag gratuliert hatte.
Das konnte ich bis dahin wirklich nicht glauben.
In Bayern ist Wer-kennt-Wen bei meinen Freunden noch total unbekannt, aber den Wachstums raten wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit.
lg Sebastian
Kommentar von Sebastian Blum 02. Juni 2008 @ 21:44Moin zusammen!
@Sebastian
Ähnliche Erfahrungen habe auch ich gemacht. Letzte Woche sprach mich mein ehemaliger Fahrlehrer an, ob ich bei WKW aktiv sei… Nun ja, er ist 45! :-) War wirklich überrascht, fast schon begeistert, dass selbst etwas “ältere” Herren ganz aktiv in Social Networks interagieren.
Mich würde die eigentliche Zielgruppe von WKW interessieren, die im BP festgehalten wurde… Hat man im Vorfeld bewusst auf diese User-Generation abgezielt oder war es sozusagen ein “dynamischer” Prozess, der jetzt nicht mehr zu kippen ist und im Nachhinein als ursprüngliche Ausrichtung deklariert wird? *neugier*
Kommentar von Benedikt 02. Juni 2008 @ 22:01@Alexander:
Und was heißt das nun genau? Das die Zahlen geschätzt sind?
“die Zahl seiner monatlichen Nutzer seit September des vergangenen Jahres auf nunmehr 2,1 Millionen verdreifachen.”
Was ist mit dann mit 2,1 Millionen Nutzern gemeint? Die Anzahl Logins? Oder allgemein die Besucher?
Weil ich glaube nicht, dass alle 2 Millionen Mitglieder da auch aktiv sind.
Kommentar von Bernd 02. Juni 2008 @ 23:08wer-kennt-wen, lokalisten und konsorten sind sehr vorsichtige zu behandeln.
Kommentar von Marcel G. 03. Juni 2008 @ 08:40stand ja immer häufiger in letzter zeit in der kritik, da sich ja personalchefs bei bewerbungen häufig über solche “social” portale ein wenig über ihren gegenüber schlau machen.
@ Bernd
Wie bereits geschrieben: Nielsen liefert Zahlen über die monatlichen Besucher auf der Website.
Ich glaube auch nicht, dass alle der zwei Millionen Mitglieder aktiv sind, es gibt aber sicherlich darüber hinaus genug Menschen, die sich die Website ansehen, weil sie davon gehört haben. Es wurde hier in den Kommentaren ja bereits darauf hingewiesen, dass wkw in einigen Regionen das Gesprächsthema ist.
Kommentar von Alexander Hüsing 03. Juni 2008 @ 08:54Bin bei WkW schon seit über 1 Jahr.
Ausgebreitet hat es sich wohl primär aus folgenden gründen:
- Social Network im “westen”, kann man sehr schön anhand der Karte sehen. Die meisten Social Networks werden in den Metropolen betrieben und/oder haben sich von dort verbreitet. WkW ist sozusagen ein Nische.
- WkW ist einfach, jung und alt kommen leicht damit zurecht.
- Der Dienst und der Name sind einfach und verständlich “Wer kennt wen”, was braucht man da noch zu erklären?
Das ist aber auch schon die Krux, Wkw wird kaum zu mehr genutzt, ausser zur Kontaktpflege.
Ich stelle weder Partybilder online, noch schreibe ich einen Blog, spame keine Gästebücher voll und Gruppen werden auch nicht genutzt, interessiert mich und viele andere nicht. Mir ging es primär darum alte Bekannte wiederzufinden und mit ihnen leichten Kontakt aufnehmen zu können. Dazu brauche ich kein High-End-Social-Network-Plattform mit 1.000 Funktionen.
Die Frage bei Wkw ist (wie bei vielen anderen), wie machen oder wollen sie Geld verdienen? Mit den google-Adwords kaum.
Viele Wkw’ler haben aus Datenschutzgründen Ihre Profile auf das wesentliche beschränkt.
War amüsant mit zu verfolgen, zuerst hatte jeder wirkliche alle Details gepostet, als dann die Diskussion in den Medien wegen Datenschutz aufkam, haben immer mehr Benutzer Daten entfernt (Hobbies, Urlaub, usw.).
Nutzungsverhalten:
1x pro Woche gucke ich rein, geht vielen meiner Bekannten auch so. Es gibt ja auch nicht wirklich einen Grund stundenlang jeden Tag dort zu verweilen. Wkw wird halt als “Dienst” wahrgenommen, weniger als Social Network oder Community.
Wie man auf 4 Stunden Nutzungsdauer kommt weiß ich nicht, wahrscheinlich läuft die Session erst dann ab, “logout”-Button ist doch was für Weicheier ;-)
P.S. ist natürlich alles rein subjektiv aus meiner Sicht betrachtet.
Kommentar von Peter R. 03. Juni 2008 @ 09:28Kann mir einmal jemand erklären, was WKW kann, was XING nicht kann?
Kommentar von Tobias Worzyk 03. Juni 2008 @ 10:17Mal ein Vergleich zwischen Facebook und Wer-Kennt-Wen mit Bezug auf den Post von Peter R.
Ja, das was Peter R. geschrieben hat, deckt sich sehr mit meinen Erfahrungen und ich finde es immer noch ein gigantisches Phänomen.
Laut eines Studienfreundes aus den USA soll angeblich Facebook einerseits wie Wer-Kennt-Wen zur Kontaktpflege genutzt werden und somit auch Jung und Alt ansprechen.
Andererseits hat Facebook auch die Dauer-User, die Facebook zur Dauer-Kommunikation, Zeitvertreib, Unterhaltung verwenden und sich auch mit den Applikationen und den erweiterten Funktionen beschäftigen.
In wie weit es genau stimmt, weiss ich nicht.
Noch ein eigenes Wort zur Werbung:
ich finde, dass die Wer-Kennt-Wen Zielgruppe für Werbung optimal ist.
Die meisten Vermarkter (und somit Werbekunden) stört an Communities, dass sie pro Mitglied mehrere hundert Seitenabrufe pro Woche / Monat erzeugen.
Ich denke, dass Wer-Kennt-Wen pro Mitglied deutlich weniger Seitenabrufe als
Lokalisten.de, SchuelerVZ, StudiVZ oder (das von mir betriebene) http://www.ednetz.de hat und in meinen Augen auch ein durchaus älteres Publikum mit einer größeren Kaufkraft besitzt.
lg Sebastian
Kommentar von Sebastian Blum 03. Juni 2008 @ 10:21Bezogen auf Sebstian kann ich nur zustimmen: In den USA wird Facebook in bisschen wie Xing genutzt. Es ist zum Beispiel völlig legitim mögliche Geschäftspartner über Facebook anzusprechen. Das ist zumindest meine Erfahrung damit.
Kommentar von Lina 03. Juni 2008 @ 10:53Insofern könnte ich mir vorstellen, dass WKW auch so genutzt werden kann oder schon wird, wenn man denn “formellen” Charakter von zum Beispiel Xing umgehen möchte.
Hallo,
ich bin WKW Nutzer von Anfang an. Hier in der Gegend ist fast jeder bei WKW. WKW ist das neue Email. Und Adressbuch.
Kommentar von Martin 03. Juni 2008 @ 12:53Wahnsinn 4 Stunden, dass müssen ganz schöne Süchtlinge sein! Oder 80% haben vergessen sich auszuloggen und diese User werden auch getrackt… :)
Kommentar von Anonym 03. Juni 2008 @ 13:15@Sebastian:
“Die meisten Vermarkter (und somit Werbekunden) stört an Communities, dass sie pro Mitglied mehrere hundert Seitenabrufe pro Woche / Monat erzeugen.”
Was? Ich dachte den Vermarktern sind Milliarden PI’s eher wichtiger?
Mir kommt es eher so vor, als würden viele SN’s absichtlich userunfreundlich konzipiert, damit diese viel rumklicken müssen und somit viel Werbeeinblendungen produzieren…
Kommentar von Bernd 03. Juni 2008 @ 13:29Ich bin neidisch, deshalb sage ich: Alles gelogen!
Kommentar von Yella 03. Juni 2008 @ 14:07@Bernd, was Sebastian meint, ist wohl die Tatsache, daß viele SNs reine Klickfabriken sind, die Unmengen sinnloser PIs generieren. So ähnlich wie Browsergames, wo man als User pro Stunde tausende von Klicks generiert, die aber für die Werbung völlig wertlos sind.
Bei WKW bin ich echt überrascht, daß eine so simple Anwendung so erfolgreich ist. Wobei man das sicherlich relativieren muß. Die Zahl der angemeldeten User sagt noch wenig über die Nutzung aus. Da wird es viele Karteileichen geben, die sich nur aus Neugier angemeldet haben.
Gibt es dazu aussagekräftige Alexa-Charts oder so, um das mit XING oder anderen SNs zu vergleichen?
Kommentar von Cheater 03. Juni 2008 @ 14:19@ Thema Werbung in Social Networks
auch wenn es jetzt gar nicht zum Beitrag gehört
Meine persönlichen Erfahrungen sind, dass für die Vermarktung eine Seite optimal wäre, die so pro Besuch 10 bis 15 PageImpression hat, eine breite unterschiedliche Zielgruppe und die sich auch für das Aussenherum (also auch für Werbung / andere Seiten) interessiert.
Brand Eins beschreibt in http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2666&magID=101&MenuID=130 das sogenannte Gorilla Experiment,
bei dem die Zielpersonen aufgefordert wurden, in einem Basketballspiel die Pässe zu zählen und damit so beschäftigt sind, dass die den Gorilla, der durch das Bild geht, gar nicht bemerken.
Ähnlich ist es mit der Werbung, wenn die User sich so stark z.B. auf die Kommunikation über Wer-kennt-Wen (oder allgemein Social Networks) konzentrieren, dass Sie die Werbung gar nicht wahrnehmen.
Ich persönliche arbeite mit Netpoint Media zusammen, die sich auch damit beschäftigt haben und in Bayern sehr viele Social Networks vermarkten und eine Zielgruppenspezifische Werbung platzieren, dass der Gorilla Effekt weniger häufig auftritt. Genaueres einfach bei Netpoint erfragen, die haben es mir bei einem Treffen in meinen Augen sehr gut erklärt.
lg Sebastian
Kommentar von Sebastian Blum 03. Juni 2008 @ 17:39Sozusagen werden SN’s gestraft und verdienen weniger, wenn sie das Portal userfreundlich gestalten?
Wieso rotieren die Banner an einer festen Position nicht einfach aller 3 Minuten solange der User online ist?
Kommentar von Bernd 03. Juni 2008 @ 18:02was heisst gestraft?
SNs machen es über die enormen PIs wieder weg.
Während bei n24 oder Spiegel ein TKP (TausenderKontaktPreis) von 15 Geldeinheiten erzielt werden kann, liegt der TKP bei SNs bei 3 Geldeinheiten.
(Absichtlich nicht Euro geschrieben, sondern fiktive Geldeinheiten)
Meine persönlichen Erfahrungen belegen, dass SNs es über Masse statt Klasse in der Vermarktung lösen. Aber ich denke mal, dass RTL es sicherlich mit Wer-kennt-Wen sehr geschickt lösen wird.
Ist zwar eine reine Spekulation, aber ich möchte es gerne mal in den Raum stellen.
Kunde XY kommt zu RTL und möchte Fernsehwerbung schalten.
RTL: das kostet 10.000 Geldeinheiten
Kunde: nein, ich möchte nur 8.000 Geldeinheiten zahlen
RTL: zahl 10.000 Geldeinheiten und du bekommst noch 23 Einheiten WKW Werbung dazu
Kunde: ok, 9.500 Geldeinheiten und dafür 30 Einheiten WKW Werbung
Wenn man es so macht, kann RTL natürlich Preise weit über dem Durchschnitt erzielen und BWL technisch gesehen, die Konsumentenrente weiter abschöpfen.
Aber als Anmerkung, das ist ein fiktives Beispiel.
lg Sebastian
Kommentar von Sebastian Blum 03. Juni 2008 @ 18:11@ Bernd: Nielsen misst die Unique Audience, also die Zahl der Menschen, die diese Seite in einem Monat besucht haben und wie lange sie im Durchschnitt die Seite genutzt haben. Die Zahlen werden mit Hilfe eines Panels erhoben und dann hochgerechnet. Das machen die anderen Marktforscher wie Comscore genauso.
Kommentar von Holger Schmidt 05. Juni 2008 @ 19:51