#Interview “Alle Nutzer erwerben eine Art Flatrate zum Sparen beim Essen gehen”

"Es gibt vergleichbare Ideen, die sich bereits im Ausland etabliert haben", sagt MomenZ-Macher Dimitrij Scholochow. "Wir haben außerdem viel Recherche und auch Gespräche mit Gastronomen geführt und die Idee auf den deutschen Gastronomiemarkt angepasst."
“Alle Nutzer erwerben eine Art Flatrate zum Sparen beim Essen gehen”

Mit MomenZ können Onliner nicht nur tolle Restaurants und ihrer Nähe entdecken, sondern dabei auch noch sparen. “Restaurants haben mit Leerzeiten zu kämpfen, das sind bestimmte, individuelle Zeiten pro Restaurants, in denen wenig Kundschaft im Betrieb ist, aber Fixkosten wie Personal, Strom etc. weiterhin anfallen. Das wollen wir ändern, indem wir Kunden durch Angebote anreizen, genau zu diesen (Leer)Zeiten in das Restaurant zu gehen”, sagt MomenZ-Macher Dimitrij Scholochow. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Scholochow außerdem über Imbissbuden, Recherchen und Perspektiven.

Wie würdest Du Deiner Großmutter MomenZ erklären?
Jeder geht gerne auswärts essen und verbringt Zeit mit Freunden und Familie, leider ist es sehr teuer geworden, so dass vor allem Studenten und auch Rentner weniger essen gehen und oft auf Lieferdienste oder Imbissbuden ausweichen, was wiederum zu weniger Kundschaft in den Restaurants führt. Mit MomenZ können Mitglieder bestimmte Rabatte – 25% Rabatt auf die Gesamtrechnung, oder 2for1, wobei das günstigere Gericht umsonst ist – zu Zeiten wahrnehmen, an denen in der Regel weniger los ist. 

Welches Problem genau wollt Ihr mit MomenZ lösen?
Zweierlei: Restaurants haben mit Leerzeiten zu kämpfen, das sind bestimmte, individuelle Zeiten pro Restaurants, in denen wenig Kundschaft im Betrieb ist, aber Fixkosten wie Personal, Strom etc. weiterhin anfallen. Das wollen wir ändern, indem wir Kunden durch Angebote anreizen, genau zu diesen (Leer)Zeiten in das Restaurant zu gehen. Also lösen wir das Leerzeiten Problem der Restaurants, und für Kunden wird das Problem der hohen Kosten durch einen Restaurantbesuch gemindert.

Jede Woche entstehen dutzende neue Startups, warum wird ausgerechnet MomenZ ein Erfolg?
Es gibt vergleichbare Ideen zu MomenZ, die sich bereits erfolgreich im Ausland etabliert haben, damit haben wir schon mal den Proof-of-Concept. Wir haben außerdem sehr viel Recherche und auch Gespräche mit Gastronomen geführt und die Idee genau auf den deutschen Gastronomiemarkt angepasst. Zudem ist der Food-Markt ein Markt mit Zukunft und Perspektive – denn essen muss jeder. 

Wer sind eure Konkurrenten?
Es gibt aktuell keinen direkten Konkurrenten für MomenZ in Deutschland. Das Konzept hebt sich in drei zentralen Punkten von denen der Marktbegleiter ab: Dem Fokus auf die Leerzeiten der Gastronomiebetriebe, der kostenlosen Partnerschaft und Präsentation der teilnehmenden Restaurants auf der MomenZ-Website und in der MomenZ-App und der flexiblen und zeitlich unbegrenzten Nutzung des MomenZ-Angebots für alle Mitglieder. Für die vergleichsweise geringe Mitgliedsgebühr erwerben alle Nutzer eine Art Flatrate zum Sparen beim Essen gehen. Je öfter sie MomenZ-Angebote nutzen, umso größer ist ihre Ersparnis.

Wo steht MomenZ in einem Jahr?
Da wir nicht nur in Köln die Restaurantbranche aufmischen wollen, ist das nächste Jahr mit Expansion gefüllt: MomenZ soll in alle Großstädte Deutschlands kommen. Düsseldorf und Bonn stehen bereits in den Startlöchern. Weitere Konzepte für die Ausweitung auf andere Bereiche – Freizeit- oder Servicebereich – sind auch schon in Planung.

Reden wir über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort
Köln hat ein ganz anderes Klima. Während Berlin riesengroß ist und auch überrannt wirkt, kann Köln vor allem mit der Community punkten. Diese ist hier viel aktiver und offener, Entrepreneurs tauschen sich gerne über ihre Ideen aus, wollen kooperieren und kollaborieren. Und es wirkt einfach alles wie eine große Familie. 

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Köln ist genau in der Mitte zwischen einer Großstadt und dem ländlichen Gebiet, das bedeutet man trifft hier auf so unterschiedliche Startups wie sonst nirgends in der Republik. Dazu in Kombination die Offenheit für die Köln sogar weltberühmt ist und schon hat man eine angenehme Startup-Atmosphäre, die auch internationale Investoren anlockt.

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Kontakt zu anderen Startups aufnehmen. Das geht ganz informell: man ruft an, hat dann auch zufällig den CEO am Telefon und trifft sich später auf ein Bier oder einen Kaffee. 

Was fehlt in Köln noch?
Eine Startup-Lobby, die sich stärker in Berlin für Köln engagiert und die speziellen Vorteile betont, die nicht nur für Köln und die Region, sondern ganz Deutschland wichtig sind.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Erstens, auch wenn ich die familiären Strukturen lobe, so wäre es gut, wenn es mehr Unterstützung durch die Bundesregierung für Köln gebe, in dem Förderprogramme Köln und auch die Umgebung stärken. Zweitens sollte Köln über seine Stadtgrenzen hinweg in die ruralen Gebiete und Universitäten schauen, hier entstehen spannende Startups, denen der Support von etablierten Unternehmern fehlt. Und drittens, mehr Internationalisierung. Viele Startups haben grandiose Ideen, denen aber die Skalierbarkeit fehlt, da oft nur regional gedacht wird. Durch mehr Kontakt zu anderen internationalen Startup-Szenen, könnte man hier spannende Kollaborationen aufziehen.

Kölle is e jeföhl – #Köln


In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 650 Start-ups, 25 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.