#Interview Fensterblick: Millionenumsatz mit Fenstern, Türen und Rollläden

Fensterblick verkauft Fenster, Türen und Rollläden. Inzwischen erwirtschaftet das Unternehmen einen Umsatz im "höheren siebenstelligen Bereich". Die Berliner sehen aber noch Luft nach oben! "Der Markt liegt bei circa 14 Millionen Fenstereinheiten pro Jahr", sagt Gründer Christian Kaminski.
Fensterblick: Millionenumsatz mit Fenstern, Türen und Rollläden

Beim 2013 gegründeten Online-Shop Fensterblick finden Onliner maßgeschneiderte Fenster, Türen und Rollläden. Das Konzept kommt an! “Der Umsatz liegt im höheren siebenstelligen Bereich”, sagt Mitgründer Christian Kaminski. “Seit Beginn sind wir stark gewachsen. Wir planen aber weiterhin Schritt für Schritt”, führt Kaminski weiter aus. Im kommenden Jahr wollen die Berliner vor allem ihre “Lager- und Büroflächen” erweitern. Außerdem ist der Start von garagenblick.de und tuerenblick.de geplant.

In Sachen Öffentlichkeitsarbeit setzt das Fensterblick-Team vor allem auf Business-Wettbewerben wie den Wachstumschampion von Focus. “Offensichtlich hat es bislang noch kein Fensterhersteller oder keine Fenstervertriebsplattform geschafft, genügend Markenbewusstsein zu bilden. Wir wollen dieses Markenbewusstsein aufbauen und Fensterblick zu einem der Player am Markt etablieren. Dazu gehört auch die Teilnahme an Wettbewerben, deren Auszeichnungen uns ermutigen, den eingeschlagenen Erfolgsweg konsequent fortzusetzen”, sagt Kaminski zu dieser Strategie. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Fensterblick-Macher außerdem über Marketingstrukturen, eingestampfte Werbematerialien und Maßanfertigungen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Fensterblick erklären?
Fensterblick ist ein Internet-Geschäft für maßgefertigte Fenster und Türen. Mit den Online-Konfiguratoren auf fensterblick.de können sich unsere Kunden hochwertige Fenster und Türen in Form, Farbe, Verglasung und Funktionalität nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen: Vom günstigen Standardmodell bis zum vollausgestatteten Premiumprodukt. Das breite Sortiment umfasst maßgefertigte Fenster, Balkon-, Schiebe- und Haustüren sowie Rollläden und Garagentore, um jeden Wunsch zu erfüllen.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Zu Beginn haben wir uns auf die Zusammenarbeit mit einem Hersteller konzentriert, einem der größten Kunststofffensterproduzenten in Europa. Seit Anfang des Jahres erweitern wir unser Portfolio um zahlreiche weitere Marken und Hersteller mit dem Ziel, dem Kunden das gesamte Sortiment aus einer Hand anzubieten und den Einkauf von Fenstern und Türen so einfach wie möglich zu gestalten.

Wie funktioniert denn euer Geschäftsmodell?
Wir bieten mit dem Online-Vertrieb von Bauelementen komplizierte Produkte mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten, die in jeder Kundensituation die optimale Lösung darstellen sollen. Vom Einfamilienhaus bis zum Großprojekt, vom Neubau bis zur energetischen Sanierung – jedes Projekt stellt andere Anforderungen, jede Bausituation bedarf einer fachgerechten Planung und umfassenden Beratung. Über unsere Online-Konfiguratoren können sich unsere Kunden maßgefertigte Fenster, Türen, Rollläden und Garagentore nach eigenen Wünschen zusammenstellen und haben gleichzeitig die Gewissheit, dass sie ein optimal abgestimmtes und passgenaues Produkt erhalten. Der Wandel hin zum bedürfnis- und bedarfsorientierten Geschäftsmodell ermöglicht signifikante Kosteneinsparungen in fast allen Bereichen und weitaus effizientere Vertriebs- und Marketingstrukturen.

Wie genau hat sich Fensterblick seit der Gründung entwickelt?
Gründung und Beginn der Arbeit am Konfigurator-Algorithmus sowie der digitalen Produktdatenbank erfolgten im November 2013. Im Mai 2015 wurde der Onlineshop fensterblick.de mit seinem Produkt-Konfigurator für maßgefertigte Fenster und Türen gelauncht und die ersten Fenster wurden auch direkt online verkauft. Seitdem hat sich Fensterblick zu einem der umsatzwachstumsstärksten Unternehmen Deutschlands entwickelt.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Fensterblick inzwischen?
Bei den Gründerszene Awards 2018 belegte Fensterblick den neunten Platz unter den wachstumsstärksten Unternehmen der deutschen Digitalwirtschaft. Beim Ranking Wachstumschampion 2020 vom Nachrichtenmagazin FOCUS wurde in der Kategorie “Einzelhandel – inklusive Versandhandel und E- Commerce – der erste Platz und im branchenübergreifenden Gesamtranking der elfte Platz erreicht, mit einem durchschnittlichen Wachstum von 212 % in den Jahren 2015 bis 2018. Der Umsatz liegt im höheren siebenstelligen Bereich. Die genauen Umsatzzahlen möchten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichen.

In den vergangenen Jahren habt ihr an mehreren Business-Wettbewerben wie den erwähnten Wachstumschampion von Focus teilgenommen. Warum sucht ihr über solche Wettbewerbe Aufmerksamkeit?
Der Fenstermarkt ist stark fragmentiert. Allein in Deutschland existieren tausende Fensterhersteller. Gleichzeitig besitzen diese am Markt eine geringe Visibilität. Die Kunden kennen vor allem die Marken der Systemgeber wie Schüco, VEKA oder aluplast. Offensichtlich hat es bislang noch kein Fensterhersteller oder keine Fenstervertriebsplattform geschafft, genügend Markenbewusstsein zu bilden. Wir wollen dieses Markenbewusstsein aufbauen und Fensterblick zu einem der Player am Markt etablieren. Dazu gehört auch die Teilnahme an Wettbewerben, deren Auszeichnungen uns ermutigen, den eingeschlagenen Erfolgsweg konsequent fortzusetzen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Für den Start unserer Website fensterblick.de wurden zehntausende Werbematerialien mit bekannten Fußballspielern, den Werbeikonen eines Herstellers, bedruckt und angefertigt. Eine Woche vor dem Launch hat uns dieser Hersteller mitgeteilt, doch keine Unterlizenz weitergeben zu können. Daraufhin mussten sämtliche Materialien vernichtet und im Eilverfahren neu erstellt und produziert werden.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Vor allem bei der stetigen Fokussierung auf die Entwicklung der Produkt-Konfiguratoren sowie der digitalen Produktdatenbank. Wir verkaufen mit Fenstern und Türen keine Fertigprodukte, sondern individuelle Maßanfertigungen mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten. Für die Umsetzung heißt das, dass Prozesse, Systeme und Daten über Schnittstellen vollständig miteinander verbunden sein müssen, damit über die gesamte Wertschöpfungskette – vom Vertrieb, über die Produktion bis zur Anlieferung – keine Datenbrüche entstehen und möglichst der gesamte Prozess durchgängig digital beschrieben werden kann.

Wo steht Fensterblick in einem Jahr?
Seit Beginn sind wir stark gewachsen. Wir planen aber weiterhin Schritt für Schritt. Im nächsten Jahr sollen die Lager- und Büroflächen erweitert werden. Für unseren anhaltenden Erfolg und die steigenden Ansprüche der Kunden ist, neben der leistungsfähigeren Logistik, die stetige Erweiterung des Sortiments um weitere Hersteller und Marken geplant. Der Markt in Deutschland liegt bei circa 14 Millionen Fenstereinheiten pro Jahr. Durch permanente Verbesserungen und Innovationen wollen wir uns weiter vom Wettbewerb absetzen. Zudem werden mit garagenblick.de und tuerenblick.de zwei weitere Plattformen für individuelle Bauelemente aus dem Garagen- und Innentürenbereich an den Markt gehen.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.