#Interview “Wir sind kein Saftladen, sondern ein Tech-Unternehmen”

Bei Kloster Kitchen gehören Stückchen zum guten Ton! Und die Schüttel-Limo der Bayern ist auch noch richtig lecker! "Wir haben in den vergangenen Monaten ein sehr schnelles Wachstum aufgrund der hohen Nachfrage erfahren. Warum? Weil unsere Produkte schmecken", sagt Gründer Mario Fürst.
“Wir sind kein Saftladen, sondern ein Tech-Unternehmen”

Das junge Food-Startup Kloster Kitchen bringt frischen Ingwer in die Flasche! “Der Ingwer wird weder gequetscht, noch zerrieben, noch gepresst. So bleiben die gesundheitsfördernden Wirkstoffe so gut erhalten, wie es sonst nur in der rohen Ingwerwurzel der Fall ist. Deswegen sind wir heute auch kein Saftladen, sondern ein Technologieunternehmen”, sagt Gründer Mario Fürst. Neben dem IngwerTRINK bietet Kloster Kitchen mit der sogenannten Schüttel-Limo inzwischen auch eine Limonade an.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen bereits einen siebenstelligen Umsatz. “Zwischenzeitlich sind wir in unseren Büroräumlichkeiten, sowie unserem Außendienst auf 27 Kolleginnen und Kollegen gewachsen. Bis Ende des Jahres werden wir von unserem ersten Getränk – IngwerTRINK – 20 Millionen Portionen verkauft haben”, sagt Fürst. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht er außerdem über Ingwerstückchen, Markenaufbau und Mountainbike-Touren.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Kloster Kitchen erklären?
Ich würde meiner Großmutter sagen, dass unsere Bio-Getränke wie selbstgemacht schmecken, weil sie echte, frische Ingwerstückchen enthalten. Genau diese Stückchen sorgen nämlich für das einzigartige Geschmackserlebnis der Kloster Kitchen Produkte.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Nein, das Konzept hat sich nicht verändert. Unsere Grundrezeptur beruht auf einem alt überlieferten Klosterrezept, was wir neu interpretieren. Wir verbinden Tradition mit frischen Ideen. So entstand zum Beispiel die erste Limo zum Schütteln, unsere Schüttel-Limo, die wir Mitte 2019 in der Geschmacksrichtung Ingwer-Zitrone erfolgreich auf den Markt gebracht haben.

Was ist euer wichtigster Vertriebsweg?
Wir erreichen unsere Zielgruppe über eine Multichannel-Vertriebsstrategie. Aktuell vertreiben wir unsere Produkte im klassischen Lebensmittel- und Getränkehandel – etwa Rewe, Edeka – sowie in Biofachmärkten an über 1.800 Verkaufspunkten. Digital fokussieren wir uns auf unseren eigenen Online-Shop, der kürzlich einen Relaunch erfahren hat. Zusätzlich bieten wir auch auf Online- Marktplätzen wie Amazon an. Wir wollen da sein, wo der Verbraucher einkauft. Für Gastronomie, Hotellerie sowie neue Vertriebswege wie Firmenkunden entwickeln wir derzeit entsprechende Strategien.

Wie genau hat sich Kloster Kitchen seit der Gründung entwickelt?
Das Unternehmen hat sich sehr gut entwickelt. Wir haben in den vergangenen Monaten ein sehr schnelles Wachstum aufgrund der hohen Nachfrage erfahren. Warum? Weil unsere Produkte schmecken und einzigartig sind. Sie bieten einen echten Mehrwert. Bisher haben unsere Produkte für sich gesprochen. In diesem Jahr haben wir nun begonnen, die Marke professionell aufzubauen und zu positionieren. Dazu stellen wir notwendige Investitionen bereit und haben ein entsprechendes Team an Bord geholt. Die Marke soll lauter, nahbarer, frischer und emotionaler werden und damit eine breitere Zielgruppe erreichen. Wir sind mitten im Markenaufbau.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Kloster Kitchen inzwischen?
Zwischenzeitlich sind wir in unseren Büroräumlichkeiten, sowie unserem Außendienst auf 27 Kolleginnen und Kollegen gewachsen. Bis Ende des Jahres werden wir von unserem ersten Getränk – IngwerTRINK – 20 Millionen Portionen verkauft haben.

Euer Firmensitz ist Reichenschwand, also das Nürnberger Land. Was sind die Vor- und Nachteile dieses Standorts?
Wir sehen an unserem Standort definitiv die vielen Vorteile: Die zentrale Lage für unsere DACH-Region, die gute Anbindung an die Infrastruktur, die kurzen Wege zu unseren Produktionsbetrieben sowie die Nähe zu unserem Business Angel, Herrn Hans Rudolf Wöhrl. Und natürlich die Hersbrucker Schweiz, die sich perfekt für den Ausgleich zum stressigen Alltag eignet. Eine tolle Mountainbike-Tour macht einem das Abschalten ganz besonders leicht.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Bislang ehrlicherweise noch nichts. Natürlich „kämpfen“ wir mit den Symptomen schnell wachsender Organisationen: die passenden Mitarbeiter finden, ein Team formen, die passenden Investoren finden. Denn alle gemeinsam müssen als Team den Weg des starken Wachstums gehen, der natürlich auch solide finanziert werden muss.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir haben die richtigen Getränke zur richtigen Zeit mit einem klaren Mehrwert auf den Markt gebracht. Wir unterscheiden uns zu unseren Mitbewerbern und unsere Bio-Getränke begeistern. Wir entwickeln und positionieren eine starke Marke und behalten uns gleichzeitig unsere Bodenständigkeit bei.

Wo steht Kloster Kitchen in einem Jahr?
Da denke ich ehrlicherweise schon etwas weiter. Zufrieden bin ich, wenn man mir eines Tages irgendwo auf der Welt eines meiner eigenen Produkte empfiehlt.

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Foto (oben): Kloster Kitchen

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.