#Interview Aroma-Würfel waterdrop peilt beachtliche 20 Millionen Umsatz an #DHDL

Das junge Unternehmen waterdrop ist gut unterwegs. "2018 lag unser Jahresumsatz bereits bei rund 5 Millionen Euro – in diesem Jahr werden wir circa 40 Millionen Waterdrops verkaufen, was einem Jahresumsatz von circa 20 Millionen Euro entspricht", sagt Gründer Martin Murray.
Aroma-Würfel waterdrop peilt beachtliche 20 Millionen Umsatz an #DHDL

waterdrop gehört zu den erfolgreichsten Deals in der Geschichte der Vox-Show “Die Höhle der Löwen”. Regallöwe Ralf Dümmel und Familienlöwin Dagmar Wöhrl investierten in der fünften Staffel gemeinsam 1 Million Euro in den Wasserzusatz – wobei nur Wöhrl nach der Show tatsächlich in die Jumngfirma investierte. Mit den kleinen zuckerfreien Brausewürfel des Startups kann jeder einfaches Wasser mit natürlichen Aromen, echten Frucht- und Pflanzenextrakten und wertvollen Vitaminen anreichern. Die Österreicher sind seit 2017 auf dem Markt und vertreiben ihren sogenannten Microdrink über ihre Website und den klassischen Handel. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Martin Murray über Fruchtschorlen, Design und Lernerfahrungen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter waterdrop erklären?
Unsere Mission ist es, einen kleinen Teil dazu beizutragen, dass Menschen mehr Wasser und gleichzeitig weniger „Ungesundes“ zu sich nehmen. Wir haben waterdrop mit der festen Überzeugung gegründet, dass es einen klügeren Weg geben muss, Getränke zu konsumieren, als Flüssigkeiten mit Konservierungsstoffen zu versehen, sie in Plastikflaschen zu füllen und quer durch die Welt zu fahren. Unsere kompakten Würfel versehen im Handumdrehen einfaches Wasser mit fruchtigem Geschmack, botanischen Extrakten und hochwertigen Vitaminen. Denn obwohl Wasser mit Abstand die gesündeste und beste Getränkewahl wäre, schmeckt es pur für viele spätestens nach dem ersten Glas nur noch langweilig. Kaffee, Limos, Energy-Drinks oder zuckerhaltige Fruchtschorlen sind hier verlockende Alternativen. Und während so die einen zu viele ungesunde Getränke und die anderen schlichtweg zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, wird durch den ständigen Gebrauch von Plastikflaschen eine überirdische Menge an Plastikmüll produziert. An all diesen Stellen setzen wir mit waterdrop an. Das Ziel: Trinken soll abwechslungsreicher, umweltfreundlicher und vor allem geschmackvoller werden.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Ehrlich gesagt hat sich unser Grundkonzept seit dem Start nicht geändert. Wir wollen mit unseren Microdrinks eine neue Produktkategorie schaffen, um auf Basis der Plattform Wasser unseren Kunden zu ermöglichen, egal wann, egal wo ihr eigenes Getränk zu machen. Da wir alles an waterdrop selber designed und entwickelt haben, gibt es natürlich ständig Weiterentwicklungen. So haben wir die Rezeptur etliche Male angepasst, um noch mehr Frucht- und Pflanzenextrakte zu inkludieren und immer wieder mit neuen Inhaltstoffen experimentiert. Außerdem sind unsere Glasflaschen, die ja ebenfalls das Trinken fördern, extrem gut angekommen und mittlerweile zu einem festen Bestandteil unserer Marke geworden. Wir haben mit unserem Produkt den Nerv der Zeit getroffen haben, da Menschen immer weniger in Plastikflaschen und Dosen abgefüllte Getränke trinken und immer mehr Wasser – das ist ein großes, extrem wichtiges Zukunftsthema und wir spüren täglich, wie der Zuspruch wächst. Von daher ist zwar unser Angebot gewachsen, unser Konzept ist aber nach wie vor das Gleiche!

Wie genau hat sich waterdrop seit der Gründung entwickelt?
Ursprünglich war ich alleine mit ein paar PowerPoint Slides in 2015. Nach dem offiziellen Start haben wir erstmal fast zwei Jahre technische Entwicklung betreiben müssen, da wir alle Maschinen, auf denen wir produzieren, sowie die gesamte Produkt Rezeptur und Technologie selber entwickeln mussten. 2017 sind wir am österreichischen Markt gestartet und haben sehr viel ausprobiert und adaptiert. 2018 sind wir sehr stark gewachsen und sind in Deutschland sowie der Schweiz online sehr erfolgreich gewesen. Mittlerweile sind wir bei fast 300.000 Online-Kunden und haben auch den Einstieg in den stationären Handel in Deutschland geschafft. Noch dazu sind wir in diverse europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien und Tschechien expandiert und haben in den letzten Jahren unser Team massiv ausgebaut. Wichtig ist natürlich auch, dass wir unser Produktportfolio kontinuierlich ausgebaut haben und weiterhin ausbauen – zum einen durch neue Geschmacksrichtung und Limited Editions, um so viele Geschmäcker wie möglich zu treffen und so vielen Menschen wie möglich ausreichend Wasser trinken zu erleichtern, zum anderen auch durch Trinkaccessoires wie Flaschen, Gläser oder Strohhalme, die unseren Kunden den Zugang zum Thema ebenfalls erleichtern sollen. Das heißt, wir waren nicht ganz untätig, glauben aber trotzdem, erst am Anfang zu stehen.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist waterdrop inzwischen?
Unser Team besteht aktuell inklusive aller Promoter aus rund 100 Mitarbeitern. 2018 lag unser Jahresumsatz bereits bei rund 5 Millionen Euro – in diesem Jahr werden wir circa 40 Millionen Waterdrops verkaufen, was einem Jahresumsatz von circa 20 Millionen Euro entspricht.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Bei uns geht ständig etwas schief, aber wir lernen schnell und adaptieren. Wenn man so schnell wächst, gehört das dazu. Wichtig ist nur, den gleichen Fehler nicht mehrmals zu machen.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Ich glaube ganz wichtig für uns war, dass wir nicht locker gelassen haben bei den Themen, von denen wir überzeugt waren und die uns wirklich wichtig waren, wie etwa unsere innovative Würfelform und Verpackung, die wir geschaffen haben, um den Kunststoffverbrauch zu reduzieren und für die wir wirklich jahrelang gekämpft haben. Wir mussten Ewigkeiten nach einem Produzenten suchen, der dieses von vielen für unmöglich gehaltene Unterfangen gemeinsam mit uns realisieren konnte, nachdem wir vorab immer und immer wieder gehört haben „das, was ihr da vorhabt, ist unmöglich“. Außerdem sind wir super stolz auf unser hauseigenes Design, denn der hohe Design-Anspruch zählt quasi mit zu unserer DNA. Wassertrinken macht einfach noch mehr Spaß, wenn neben dem guten Geschmack auch das ganze „Drumherum“ stimmt. Design wird von vielen als reines Marketing missverstanden und nur ganz wenige Firmen auf der Welt haben es wirklich geschafft, Design ins Zentrum einer Marke zu stellen. Damit meine ich nämlich nicht die Farbe auf einer Verpackung, sondern die gesamte Funktionalität des Produktes und die Erfahrung die ich als Konsument damit habe. Und zu guter Letzt: Mit unseren Mitarbeitern. Wir sind in den letzten Jahren wirklich rasant gewachsen und darum umso glücklicher, dass wir inmitten dieser schnellen Entwicklung so tolle Mitarbeiter an Board holen konnten!

Wo steht waterdrop in einem Jahr?
Wir möchten auch in den nächsten zwölf Monaten unseren Wachstumskurs fortsetzen, neue Sorten entwickeln und die Welt rund um unser Kernprodukt erweitern. Unser langfristiges Ziel ist es, weltweit das Thema (Mehr) Wasser trinken zu besetzen. Das machen wir mit immer neuen Sorten, diversen Trink-Accessoires wie Glas und Steel Bottles und jeder Menge Aufklärungsarbeit. Vor allem steht 2020 bei uns weiterhin ganz im Zeichen der Internationalisierung, um Menschen in möglichst vielen Ländern den Zugang zu den Microdrinks zu ermöglichen. Wir sind äußerst optimistisch, dass waterdrop nicht nur ein kleines Phänomen aus Österreich bleibt, sondern in der ganzen Welt ein fester Baustein einer neu gedachten Getränkelandschaft sein wird. Dass das nicht von heute auf Morgen passiert ist klar, aber wir denken sehr langfristig.

Wie viele andere Startups habt ihr bereits an der Vox-Show “Die Höhle der Löwen” teilgenommen. Hat sich die Teilnahme an der Show für euch gelohnt?
Definitiv – die nationale Präsenz im TV und nicht zuletzt das Investment von Dagmar Wöhrl waren für uns ein Wahnsinn-Turbo, um unser Wachstum noch weiter zu beschleunigen.

Welchen Einfluss genau hatte die Vox-Show auf eure Entwicklung?
Die Investitionssumme haben wir neben dem Ausbau der Produktion vor allem in die Ausweitung des Teams gesteckt. Nicht zuletzt wegen unserer Teilnahme an der Show, sind unsere im letzten Jahr förmlich explodiert und haben sich seit dem Auftritt rasant entwickelt. Mittlerweile sind wir außerdem in zehn Ländern aktiv, denn unsere kompakten Microdrinks eignen sich ideal für den Online- Versand. So konnten wir im letzten Jahres sehr rasch expandieren und unter anderem den Verkauf in der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Tschechien und der Slowakei starten. Allein unser Onlinehandel verbucht mittlerweile 300.000 Kunden, dazu kommen weitere hunderttausende in den eigenen Stores sowie im Lebensmitteleinzelhandel. Hier ist eine starke Partnerschaft mit der REWE Gruppe entstanden, die die Drops bereits kurz nach Launch bei BIPA in Österreich ins Sortiment aufgenommen hat und unsere Microdrinks in über 2.500 Märkten in Österreich und Deutschland vertreibt. Aber auch das Netz aus eigenen Stores haben wir im letzten Jahr kontinuierlich ausgebaut: Im Oktober eröffnen wir eigene Shops in Paris und London, in Deutschland können unsere Kunden bis jetzt in München, Hamburg, Oberhausen und Berlin die brand-eigenen Stores besuchen. Noch dazu konnten wir mit Unternehmen wie Audi oder Chopard großartige Partner gewinnen. Dank der Partnerschaft mit Dagmar konnten wir unsere Drops außerdem in allen Hotels der Dormero-Kette platzieren, die von der Familie Wöhrl geführt wird. Damit sind die Dormero Hotels nicht nur zu einem unserer wichtigsten Kunden geworden, sondern wir haben für diese Kooperation ein ganz eigenes Produkt für Hotels geschaffen, mit dem wir mittlerweile viele weitere Unternehmenskunden bedienen.

Warum habt ihr euch damals entschieden, bei “Die Höhle der Löwen” mitzumachen?
Als wir damals das Angebot für die Teilnahme bekommen haben, haben wir das am Anfang schon diskutiert. Denn eigentlich ist unser Leitsatz von Beginn an gewesen, ganz klar das Produkt in den Vordergrund zu stellen und selbst eher im Hintergrund zu bleiben – dazu passt ein TV-Auftritt mit uns Dreien auf den ersten Blick erstmal nicht. Gleichzeitig war uns aber auch klar, dass wir für unsere Expansion in Deutschland einen starken Partner brauchen würden und „Die Höhle der Löwen“ dafür eine einmalige Chance bietet. Am Ende des Tages haben wir also schnell beschlossen, dass wir diese Chance nutzen müssen und haben uns so gewissenhaft und gut wie möglich auf die Teilnahme vorbereitet.

Lief alles so, wie ihr es euch vorgestellt habt?
Am wichtigsten war uns damals, wie das Konzept ankommt und, dass die Löwen uns zugutehalten, was wir schon erreicht hatten. Wir konnten zum Zeitpunkt der Show immerhin schon 150.000 Euro Umsatz pro Monat verzeichnen und waren ein Team von zehn Leuten. Für uns lag die Herausforderung einerseits darin zu zeigen, dass wir bereits relativ weit waren, funktionierende Strukturen und eine klare Vision hatten, andererseits aber auch noch einen weiten Weg vor uns hatten mit großen Zielen, was die Expansion und weitere Professionalisierung anging. Dass dann am Ende eine so tolle Partnerschaft mit Dagmar Wöhrl zustande gekommen ist, hätten wir natürlich kaum zu träumen gewagt und das hat all unsere Erwartungen tatsächlich noch bei Weitem übertroffen!

Wie nervös wart ihr kurz vor eurem TV-Pitch?
So ein TV-Auftritt ist natürlich eine komplett neue Erfahrung und nichts, in das man mit Routine und jeder Menge Erfahrungswerten hineinspaziert. Zur Vorbereitung haben wir uns darum zuerst versucht, uns gegenseitig waterdrop „schmackhaft“ zu machen und waren richtig schockiert, als wir uns das erste Mal die Aufnahmen angeschaut haben. Wir haben dann einfach weiter mit Freunden geübt und auch mehrmals im Team präsentiert. Nichts desto trotz war die Nervosität direkt vor dem Pitch natürlich immens und ich empfinde ich nach wie vor als extrem schwierig, sich im TV zu präsentieren und vor allem, sich die Aufnahme im Nachhinein anzuschauen und sich selbst „live und in Action“ zu betrachten.

Was rätst Du anderen Gründer, die bei der Gründershow mitmachen wollen?
Auf jeden Fall machen – selbst wenn es am Ende nicht klappt, ein Investment zu bekommen, ist es eine sehr schöne Lernerfahrung. Wie bei allem sollte man gut vorbereitet sein und schon vorab genau wissen, was man will. Zu guter Letzt sollte man seine Logistik und den Webshop im Griff haben. Man hat durchaus bis zu 200.000 Besucher zeitgleich auf der Seite, wir waren mit Shopify sehr stabil und happy – viele unterschätzen das Volumen jedoch und ihre Webseiten schmieren ab.

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Foto (oben): Vox

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.