#Interview

“Bei den Gründern steht hier Realismus im Vordergrund”

"Die Startup-Szene in Köln ist bodenständig und realistisch. Bei den Gründern steht hier eher Realismus im Vordergrund. Dadurch gibt es hier weniger „Söldner“, die ein Startup gründen, um schnell reich zu werden oder den Lebenslauf zu polieren", sagt snabBus-Macher Benedikt Kolbinger.
“Bei den Gründern steht hier Realismus im Vordergrund”
Donnerstag, 26. September 2019Vonds-Team

Das Kölner Startup snabBus kümmert sich um Gruppenreisen via Bus. “Mit snabBus rücken an Stelle von Angebotsanfragen per Mail, Telefon und Fax transparente Online-Prozesse, die mit Sofortpreisen unheimlich viel Zeit sparen”, sagt snabBus-Macher Benedikt Kolbinger. Im Köln-Interview mit deutsche-startups.de spricht der Rheinländer einmal ausführlich über den Startup-Startort Köln.

Reden wir über den Standort Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
In Köln ist die Startup-Szene gerade im Kommen. Das hat vor allem beim Recruiting große Vorteile. NRW ist sehr dicht besiedelt, hier gibt es viele Universitäten und ganz viele motivierte Menschen, die sich als Berufseinstieg einfach nicht die Arbeit in einem Konzern vorstellen können. Mit den typischen Startup-Benefits für Mitarbeiter hat man hier einen echten Recruitment Vorteil.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Die Startup-Szene in Köln ist bodenständig und realistisch. Bei den Gründern steht hier eher Realismus im Vordergrund. Dadurch gibt es hier weniger „Söldner“, die ein Startup gründen, um schnell reich zu werden oder den Lebenslauf zu polieren, sondern mehr richtige Unternehmer. Das macht Spaß!

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Im Umkreis gibt es viele große Städte. Damit haben wir auf lokal begrenztem Raum viele Testmärkte, die wir für Gespräche mit Kunden und Partnern ganz einfach mit einer kurzen Bahnfahrt erreichen können.

Was fehlt in Köln noch?
Durch die Jahre Vorsprung ist etwa in Berlin das Ökosystem bestimmt eine Generation weiter. Da gibt es durch viele erfolgreiche Gründungen positive Effekte durch Gründer, die sich anschließend als Investoren weiter im Ökosystem bewegen. In Köln gibt es das zwar auch im Ansatz, aber da fehlt sicherlich noch ein Stück auf die Hauptstadt.

Zum Schluss hast Du drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Erstens: Mehr bezahlbarer Wohnraum, um als Lebensmittelpunkt attraktiv zu bleiben, gerade auch für neue Mitarbeiter. Zweitens: Ein stärkerer Hochschulfokus auf technische Studiengänge, insbesondere Informatik. Drittens: Besserer ÖPNV, zuverlässigere Bahnverbindungen – wir wollen uns innerdeutsch weiter möglichst mit der Bahn bewegen, aber dafür muss sich Einiges verbessern.

Kölle is e jeföhl – #Köln


In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 650 Start-ups, 25 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

Foto (oben): snabBus