#Interview “Sich auf eine Zielgruppe zu fokussieren, ist sicherlich ein sinnvoller Tipp”

Das Mannheimer Startup Studybees will einer der "führenden Akteure im Bereich E-Learning für Studenten werden". Schon jetzt hat das Unternehmen mehr als 20.000 Studenten erfolgreich auf ihre Klausuren vorbereitet. 25 Mitarbeiter arbeiten bereits für die Jungfirma.
“Sich auf eine Zielgruppe zu fokussieren, ist sicherlich ein sinnvoller Tipp”

Seit fünf Jahren bietet das Mannheimer Startup Studybees nun schon Crashkurse und Nachhilfe für Studenten an. Anfangs hatte die Jungfirma dabei auch Abiturienten im Visier, fokussierte sich dann aber auf Studierende. Inzwischen bietet das Unternehmen seine Crashkurse bereits an über 40 Uni-Standorten an. “Seit dem Start haben wir bereits mehr als 20.000 Studenten erfolgreich auf ihre Klausuren vorbereitet – dazu unterstützen uns jedes Jahr mehr als 300 Tutoren. Inzwischen arbeiten an unserem Standort in Mannheim mehr als 25 Mitarbeiter an der Realisierung unserer Vision”, sagt Mitgründerin Julia Hetzel.

Vor drei Jahren war das Startup auch in der Vox-Show “Die Höhle der Löwen”, einen Deal konnte die Jungfirma aber nicht einheimsen. Gelohnt hat sich der TV-Auftritt dennoch! “Nach unserem Auftritt haben sich sehr viele neue Tutoren gemeldet und wir haben viel Zuspruch von Studenten erhalten. Durch die Teilnahme ist unser Bekanntheitsgrad deutlich gestiegen und die Nachfrage nach unseren Angeboten steigt immer weiter an”, sagt Hetzel. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht die Studybees-Macherin zudem über Prüfungsphasen, Abiturienten und E-Learning.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Studybees erklären?
Wir helfen Studenten beim Bestehen ihrer Klausuren. Studenten haben weitaus mehr für die Uni zu tun als ihnen nachgesagt wird. Bei der vielen Arbeit, die unter dem Semester anfällt, bleibt selten genug Zeit, den Stoff nach jeder Veranstaltung nochmal zu wiederholen. Viele Studenten stehen also vor der Prüfungsphase da und müssen Angst haben mindestens eine ihrer Klausuren nicht zu bestehen. Wir bieten Kurse an, in denen der Stoff kompakt von einem Experten erklärt wird. Dazu bekommen die Studenten noch ein Skript mit den wichtigsten Inhalten. Sollten sie eine Klausur trotz Teilnahme an einem unserer Crashkurse doch nicht bestehen, dürfen sie an diesem Kurs nochmal kostenlos teilnehmen.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Seit dem Start ist unser Ziel, Studenten bei der Prüfungsvorbereitung zu unterstützen, gleichgeblieben – unsere Angebote für Studenten haben sich aber verändert und decken heute viel mehr unterschiedliche Lerntypen ab. Als wir mit Studybees gestartet sind, haben wir mit der Vermittlung von Nachhilfe für Studenten begonnen. Im Laufe der Zeit haben wir den Fokus dann auf kompakte Klausurvorbereitungskurse für Wirtschaftswissenschaftler und Juristen gelegt. Inzwischen haben wir auch immer mehr E-Learning Angebote – als wir gestartet sind war die Nachfrage danach noch relativ gering. Onlinekurse sind die Zukunft, durch sie können wir in Zukunft noch mehr Studenten erreichen.

Wie funktioniert denn euer Geschäftsmodell?
Unsere Vision ist es, Studenten vom ersten Semester bis hin zum Berufseinstieg zu unterstützen und optimal auf ihre Prüfungen vorzubereiten. Dafür bieten wir deutschlandweit Crashkurse vor Ort, Onlinekurse und Lernskripte an, die auf die jeweilige Prüfung zugeschnitten sind. Für unsere Angebote setzen wir auf studentische Tutoren, die Experten in ihrem jeweiligen Fach sind und den Kurs bereits selbst besucht haben. Unsere Kursteilnehmer zahlen aktuell ganz klassisch eine Teilnehmergebühr für unsere Kurse und Lernmaterialien. In Zukunft werden wir für unsere E-Learning-Angebote auch ein Abo-Modell einführen. Zusätzlich gibt es auch viele kostenlose Angebote wie unser Onlinemagazin, unsere kostenlose Nachhilfevermittlung und einzelne kostenlose Kurse. Durch die Relevanz der Lerninhalte für unsere Kunden haben wir eine hohe Wiederbucherrate, durch unsere IT im Hintergrund eine sehr effiziente Organisation, die uns erst die Skalierung in diesem klassischerweise sehr schwierig zu skalierenden Markt erst ermöglicht.

Wie genau hat sich Studybees seit der Gründung entwickelt?
Seit der Gründung hat sich unser Angebot für Studenten deutlich ausdifferenziert – von der Nachhilfevermittlung hin zu einem Mix aus Offline- und Onlineangeboten, um jeden Studenten optimal zu unterstützen. Gestartet sind wir in Mannheim mit einem Angebot für BWL-Studenten – durch unser Wachstum sind wir inzwischen bundesweit aktiv und decken immer mehr Studiengänge ab.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Studybees inzwischen?
Seit dem Start haben wir bereits mehr als 20.000 Studenten erfolgreich auf ihre Klausuren vorbereitet – dazu unterstützen uns jedes Jahr mehr als 300 Tutoren. Inzwischen arbeiten an unserem Standort in Mannheim mehr als 25 Mitarbeiter an der Realisierung unserer Vision.

Vor drei Jahren wart ihr bei DHDL. Ein Investment konntet ihr nicht abstauben. Hat euch die Teilnahme an der Show trotzdem was gebracht?
Auf jeden Fall! Nach unserem Auftritt haben sich sehr viele neue Tutoren gemeldet und wir haben viel Zuspruch von Studenten erhalten. Durch die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ ist unser Bekanntheitsgrad deutlich gestiegen und die Nachfrage nach unseren Angeboten steigt immer weiter an.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Lernen gehört beim Gründen natürlich immer dazu und nicht jede Idee war bei uns von Erfolg gekrönt – zeitweise haben wir zum Beispiel neben den Crashkursen für Studenten auch Kurse für Abiturienten angeboten. Dafür gibt es jedoch auf dem Markt schon viele Angebote. Sich auf eine Zielgruppe zu fokussieren, ist sicherlich ein sinnvoller Tipp auch für andere Startups.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir haben uns immer stark an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiert – das hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Einerseits durch eine sehr effiziente Produktentwicklung, andererseits durch zufriedene Kunden mit einer hohen Weiterempfehlungsrate, die Empfehlung unserer Crashkurse und Onlineangebote ist heute einer der erfolgreichsten Werbekanäle für uns.

Euer Firmensitz in Mannheim. Was zeichnet die Startup-Szene in Mannheim aus?
Die Mannheimer Startup-Szene ist sehr dynamisch, hier gibt es viele Gründerzentren, die für Startups eine tolle Grundlage für den Start bieten. Auch der Austausch zwischen den Gründern in der Region funktioniert sehr gut. Darüber hinaus hat Mannheim als Standort viele Vorteile – mit Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe und Darmstadt sind sehr gute Unis in den Bereichen BWL & Informatik in greifbarer Nähe und erleichtern das Recruiting, außerdem ist Mannheim perfekt angebunden und man ist schnell in Berlin, Frankfurt, München oder Paris.

Wo steht Studybees in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir zusätzlich zur Marktführerschaft für Crashkurse in Deutschland auch im Bereich E-Learning für Studenten einer der führenden Akteure werden und die digitale Lehre in Deutschland und Europa weiter vorantreiben.

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Foto (oben): Studybees

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.