#Jahresrückblick Da gehst du an die Börse und alle reden nur noch vom Wetter!

"2018 war durch den extrem heißen und trockenen Sommer ein herausforderndes Jahr für die gesamte Möbelbranche. Viele potentielle Kunden haben ihre Zeit lieber am Badesee verbracht, als sich Gedanken über ein neues Sofa für ihr Wohnzimmer zu machen", sagt Home24-Macher Marc Appelhoff.
Da gehst du an die Börse und alle reden nur noch vom Wetter!

Das laufende Jahr war ereignisreich für das ganze Team von Home24. Im Juni ging das Berliner Unternehmen, das Möbel verkauft, – wie der Wettbewerber Westwing – an die Börse. “Neben dem Börsengang haben wir eine ganze Reihe wichtiger Ziele erreicht. So haben wir beispielsweise in Europa mit SAP ein sehr skalierbares Backend-System live genommen, mit Brasilien unsere erste Region EBITDA break-even und wir haben in der Schweiz unseren ersten Showroom eröffnet”, sagt Home24-Macher Marc Appelhoff im Rückblick auf die vergangenen Monate.

Der heiße Sommer machte dem Unternehmen aber zu schaffen! Ursprünglich wollte das Home24-Team in diesem Jahr um 30 % wachsen. Jetzt sollen es nur noch 20 % sein. “Viele potentielle Kunden haben ihre Zeit lieber am Badesee verbracht, als sich Gedanken über ein neues Sofa für ihr Wohnzimmer zu machen”, sagt Appelhoff. Mit “höheren Marketingausgaben” (zuletzt +38 % im Vergleich zum Vorjahr) versuchte das Home24-Team das zuletzt maue Wachstum in die Höhe zu treiben. Appelhoff dazu: “Wir haben es geschafft, auch in diesem Ausnahmesommer weiter zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen”.

Im Interview mit deutsche-startups.de blickt der Home24-Macher einmal ausführlich auf das fast vergangene Jahr zurück.

Das Jahr ist fast rum. Was war das Highlight im Jahre 2018 bei euch?
Das war ganz klar der Börsengang im Juni.

Habt ihr 2018 ansonsten alle eure Ziel erreicht?
Neben dem Börsengang haben wir eine ganze Reihe wichtiger Ziele erreicht. So haben wir beispielsweise in Europa mit SAP ein sehr skalierbares Backend-System live genommen, mit Brasilien unsere erste Region EBITDA break-even und wir haben in der Schweiz unseren ersten Showroom eröffnet. Die Showrooms sind auch für uns als Onliner ein wichtiger Kontaktpunkt, da wir home24 als Marke bekannt machen und die Möglichkeit bieten, unsere Produkte zu testen und sich beraten zu lassen. Gerade für Kunden, die zuvor noch nie Möbel online bestellt haben, ist das ein wichtiger Anreiz – noch laufen ja weit weniger als 10% der Möbelkäufe online.

Was lief 2018 bei euch nicht rund?
2018 war durch den extrem heißen und trockenen Sommer ein herausforderndes Jahr für die gesamte Möbelbranche. Viele potentielle Kunden haben ihre Zeit lieber am Badesee verbracht, als sich Gedanken über ein neues Sofa für ihr Wohnzimmer zu machen. Wir haben es geschafft, auch in diesem Ausnahmesommer weiter zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen. Zudem war nach der SAP-Einführung der zeitweise Parallelbetrieb zweier ERP-Systeme ein echter Kraftakt. Aber Dank einer grandiosen Teamleistung haben wir auch diese Herausforderung gemeistert. Und es hat sich gelohnt, wir sind jetzt optimal für die Zukunft gerüstet.

Welches Projekt steht bei euch für 2019 ganz oben auf der Agenda?
Wir wollen unseren Vorsprung als Online-Marktführer in Kontinentaleuropa und Brasilien weiter ausbauen und optimieren hierzu unsere Infrastruktur. Beispielsweise werden wir noch im ersten Quartal ein neues Logistikzentrum in Halle sowie eines in Brasilien in Betrieb nehmen. Zudem eröffnen wir weitere Mega-Outlets in Köln und Hannover, um noch besser bei der Retouren-Verwertung zu werden. Dazu verfolgen wir zahlreiche Projekte unter anderem in den Bereichen Technologie, Produktentwicklung, Sortiment, Logistik. Kurz gesagt: alles, was den Einkauf für unsere Kunden möglichst einfach, schnell und sorglos macht.

Was hast Du Dir persönlich für 2019 vorgenommen?
Privat wünsche ich mir natürlich ein gesundes und glückliches Jahr – und eine Meisterfeier in Dortmund in 2019 wäre auch nicht schlecht. Beruflich motiviert mich wie am ersten Tag, home24 als führende Online-Destination im Möbelmarkt weiter zu etablieren, so dass unser Unternehmen bestmöglich vom in Zukunft noch wesentlich stärkeren Online-Wachstum profitieren kann.

Auf welches Startup sollten wir – deiner Meinung nach – 2019 ganz besonders achten?
Lehrermarktplatz – tolle Vision, “Bildung” besser zu machen und beim Lehrer bzw. beim Unterrichtsmaterial anzusetzen und Qualität breit verfügbar zu machen. Und auch bereits ordentlich Traktion auf dem Thema: Everphone – eine smarte Verknüpfung von digitalem Geschäftsmodell mit B2B-Execution.

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Foto (oben): Home24

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.