#5um5 “Die kölsche Lebensart ist sehr schwer zu übertreffen”

"Die Szene ist meines Erachtens nach nicht überladen, auch wenn ich sehr häufig mit Vorträgen oder auch dem Gründerrapsong auf diversen Events vertreten bin, fühlt es sich noch nicht übersättigt an", sagt Robert Kronekker, Mitgründer von Hafervoll.
“Die kölsche Lebensart ist sehr schwer zu übertreffen”

Unsere Rubrik “5um5” liefert jeden Tag um Punkt 5 Uhr insgesamt – wer hätte das gedacht – 5 wissenswerte Fakten, bahnbrechende Tipps oder hanebüchene Anekdoten rund um ein startupaffines Thema. Heute spricht Robert Kronekker, Mitgründer von Hafervoll, über den Startup-Standort Köln. Vor rund vier Jahren hievten Philip Kahnis und Kronekker Hafervoll, einen Müsliriegel aus Hafer, aus der Taufe.

Reden wir über Köln. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für Köln als Startup-Standort?
Köln ist mit einer Million Einwohnerinnen und Einwohnern die viertgrößte Stadt und die drittgrößte Industrieregion in Deutschland. Im Umkreis von 100 Kilometern um Köln liegen weitere Ballungszentren so das durch diese extreme Nähe bis zu 17 Millionen Menschen erreicht werden. Die Wirtschaftszweige sind so bunt gefächert wie der kölsche Karneval selbst, so dass es keine Rolle mehr spielt ob es sich um Tech oder zum Beispiel um FMCG wie bei uns handelt. Logistisch gesehen ist Köln als zentrale Verkehrsdrehscheibe für die Bereiche Straße, Schiene, Luft und Wasser prädestiniert und steht für perfekte Logistik und europaweit einmalige Verkehrsverbindungen. Als sechstgrößter Messeplatz der Welt präsentiert die Koelnmesse etwa zwei Millionen Einkäuferinnen und Einkäufern aus aller Welt rund 90 Prozent der exportfähigen Weltgüterproduktion. Neben der Infrastruktur ist die Dienstleistungsmetropole Köln ein interessanter Personalmarkt für Start Ups, die rund 100.000 Studierende und zahlreichen Universitäten erleichtert die Suche nach hungrigen Young Potentials.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Köln aus?
Klein, aber fein ist das Stichwort. Die Szene ist meines Erachtens nach nicht überladen, auch wenn ich sehr häufig mit Vorträgen oder auch dem Gründerrapsong auf diversen Events vertreten bin, fühlt es sich noch nicht übersättigt an. Du findest schnell Kontakt zu starken Netzwerken und findest sowohl ausreichend Dienstleister, als auch Kapitalgeber, die dich weiterbringen. Dienstleister aus IT und anderen Bereichen sind ausreichend vorhanden sprich für jeden Service findet sich der richtige Anbieter!

Was ist in Köln einfacher als im Rest der Republik?
Das ist immer eine schwierige Frage, da wir einige Dienstleistungen outgesourced haben und nicht zwingend an den Standort Köln gebunden sind. Grundsätzlich ist Köln oder auch die kölsche Art sehr offen und lebt vom netzwerken, so dass sich hier schnell Kontakte knüpfen lassen. Auch wenn nach dem dritten Kölsch die Kommunikation etwas leidet, die Kölner scheinen einen auf einmal besser zu verstehen

Was fehlt in Köln noch?
Ich würde nicht sagen, dass wirklich was fehlt, außer das immer noch alle Augen auf Berlin gerichtet sind. Natürlich fehlt etwas die Nähe zu Investoren! Die kölsche Lebensart ist wohl sehr schwer zu übertreffen, daher ist eher die Frage, was fehlt den Anderen?

Zum Schluss hast Du hast drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Köln?
Erstens: Mehr Wirtschaftsförderung durch die Stadt. Zweitens: Mehr Kapital, mehr Investoren mit Sitz in Köln. Drittens:Weniger Baustellen, der Innenstadt-Verkehr ist der Horror, weswegen alle Mitarbeiter ein Jobticket für den öffentlichen Verkehr haben.

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 650 Start-ups, 25 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

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Foto (oben): Hafervoll

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.