Brandneu Zahnseide ist total out! Jetzt kommt Wingbrush

"Wir sind keines dieser Startups, welche sich gründen und dann schauen, welcher Bereich denn interessant sein könnte. Bei uns steht das Produkt im Fokus. Von daher gab es das Produkt auch bevor wir uns entschieden haben, überhaupt zu gründen", sagt Louis Bahlmann von Wingbrush.
Zahnseide ist total out! Jetzt kommt Wingbrush

Jetzt geht es um Zahnzwischenraumreinigung. Was für ein Wort! Louis Bahlmann, Burak Dönmezer und Marc Schmitz haben mit Wingbrush eine Interdentalbürste zur Zahnzwischenraumreinigung auf den Markt geworfen. Zahnseide ist somit out! “Unsere innovative Wingbrush macht die Interdentalreinigung zum Kinderspiel. Denn anstatt mit dem Draht im Zahnfleisch zu suchen, findet ein weicher Fühler den Zahnzwischenraum blind. Die Reinigung zwischen den Zähnen wird einfacher und schneller”, sagt Mitgründer Bahlmann.

Via Kickstarter sammelte das Kölner Team 2016 bereits 330.000 Euro ein. Seitdem haben die Rheinländer ihre Wingbrush massiv verbessert. “Die nächste Generation der Wingbrush umfasst nun eine verbesserte Bürstengröße, eine stärkere Spannung durch den neu patentierten Spund und eine weich beschichtete Drahtbürste, welche sowohl das Zahnfleisch, als auch die Zahnoberfläche schont. Des Weiteren erleichtert der lange Handgriff das Erreichen der Backenzähne”, berichtet Zahnarzt Bahlmann.

Auch den Verkauf der verbesserten Wingbrush wollen Bahlmann und Co. nun mit einer weiteren Kickstarter-Kampagne befeuern. “Am Anfang müssen wir viel in Marketing investieren, damit möglichst viele von der Wingbrush erfahren. Unsere bisherige Erkenntnis ist: Wenn jemand unsere Wingbrush nutzt, ist er zufrieden und erzählt seinen Bekannten und Verwandten von der neuen Zahnzwischenraumhilfe”, sagt Bahlmann. Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de erklärt der Wingbrush-Macher das Konzeot hinter der Interdentalbürste zur Zahnzwischenraumreinigung einmal ganz genau.

Welches Problem wollt Ihr mit Wingbrush lösen?
Zahnzwischenraumreinigung ist umständlich, zeitintensiv und unangenehm. Aus diesem Grund betreiben es viel zu wenige Menschen. Die Zahnbürste ist weithin bei allen akzeptiert. Die Bereitschaft, Interdentalbürsten zu nutzen, ist meist erst dann vorhanden, wenn das erste Loch oder der erste Zahnfleischrückgang diagnostiziert wurde. Das Resultat lautet: Karies und Parodontitis. Unsere innovative Wingbrush macht die Interdentalreinigung zum Kinderspiel. Denn anstatt mit dem Draht im Zahnfleisch zu suchen, findet ein weicher Fühler den Zahnzwischenraum blind. Die Reinigung zwischen den Zähnen wird einfacher und schneller.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet Wingbrush ein Erfolg?
Wir sind keines dieser Startups, welche sich gründen und dann schauen, welcher Bereich denn interessant sein könnte. Bei uns steht das Produkt im Fokus. Von daher gab es das Produkt auch bevor wir uns entschieden haben, überhaupt zu gründen. Ich hatte zusammen mit der Universität Bonn eine Studie zum Vergleich von Interdentalbürsten durchgeführt. Eines dieser Produkte war der damalige Prototyp der Wingbrush. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass wir gesagt haben, das müssen wir auf den Markt bringen. Seitdem wurde das Produkt immer weiter verbessert.

Wer sind Eure Konkurrenten?
Im Zahnbürstenmarkt kann wohl fast jeder bekannte Marken aufzählen, da spielen die großen Fische mit. Da gibt es sowohl Procter&Gamble, wie aber auch Glaxosmithcline in Form von Oral B und Dr. Best. Bei den Interdentalbürsten ist es etwas anders, die Markenpräsenz der Big Player ist nicht so stark. Da sehen wir unsere Chance. Die Entscheidung fällt am POS, da können wir gegenüber anderen, eher unbekannten Wettbewerbern punkten. Und wenn wir uns beim Marketing gut anstellen, können wir unsere Markenpräsenz schnell steigern.

Wo steht Wingbrush in einem Jahr?
Wir hoffen, dass die Wingbrush fester Bestandteil des deutschen Einzelhandels ist. Die ersten Schritte dafür laufen gerade an, es kommt eine spannende Phase auf uns zu. Neben dem deutschsprachigen Markt, versuchen wir, mit Vertriebspartnern auch andere Märkte zu erschließen. Durch starke Produktionspartner haben wir mit hohen Mengen keine Probleme. Mein Gebiet betrifft vor allem die Forschung und Entwicklung, also hoffe ich sehr, dass wir noch die ein oder andere Idee, welche wir derzeit prototypen, umsetzen und präsentieren werden.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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