Händehygiene-Monitoring Stralsunder IoT-Dienst kämpft gegen Krankenhauskeime

"Ende 2018 wollen wir in Deutschland marktführend im Bereich des Händehygiene-Monitorings sein. Dies wird auch möglich durch starke Kooperationen mit Industriepartnern, welche bereits Krankenhäuser mit komplementären Angeboten beliefern", sagt Maik Gronau von GWA Hygiene.
Stralsunder IoT-Dienst kämpft gegen Krankenhauskeime

Vor rund vier Jahren lag Maik Gronau im Krankenhaus und erlebte dabei, wie leicht man sich einen Krankenhauskeim hätte einfangen können. Auch, weil eine moderne Methode fehlte, die die Mitarbeiter beim Erfassen von einer simplen Maßnahme wie dem Waschen der Hände unterstützt. Die Idee zu GWA Hygiene entstand.

“Zuallererst wollen wir die Strichlisten ersetzen. Diese werden von Hygiene-Fachkräften ausgefüllt während sie die Krankenhausmitarbeiter bei der Arbeit beobachten und dann ihr Desinfektionsverhalten notieren”, sagt Gronau. “Unsere IoT-Lösung zum Händehygiene-Monitoring bieten wir als System-as-a-Service an. Das bedeutet, dass das Krankenhaus eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Hardware und der Software entrichtet”, erklärt der Stralsunder weiter. Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de erklärt Gronau das Konzept hinter GWA Hygiene ausführlich.

Welches Problem wollt Ihr mit GWA Hygiene lösen?
Jedes Jahr sterben circa 40.000 Menschen an den Folgen von Infektionen, mit denen sie sich als Patient in einem Krankenhaus in Deutschland infiziert haben. Eine unzureichende Händedesinfektion ist dabei ein entscheidender Grund, da unsere Hände Übertragungsweg Nummer eins für Keime sind. Es gibt bisher keine verlässlichen Methoden, die das Händehygiene-Verhalten objektiv messen. Hinzu kommt, dass Desinfektionsmittelspender nicht selten leer sind, wodurch eine Händedesinfektion gar nicht möglich ist. Mit unserer IoT-Lösung sammeln und analysieren wir Daten zu allen Händehygiene-Events. Damit lässt sich bestimmen, welche Berufsgruppe sich wie häufig, wo die Hände desinfiziert hat. Zusätzlich werden Füllstands-Angaben der Desinfektionsmittelspender ermittelt. Somit können logistische Prozesse optimiert werden. An erster Stelle steht jedoch die Bewusstseinsschärfung für die Händehygiene. Wir wollen einen signifikanten Beitrag zur Senkung von Infektionen durch Krankenhaus-Keime leisten.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet GWA Hygiene ein Erfolg?
Wir befassen uns mit einer Problemstellung, die uns alle treffen kann. Unsere Motivation ist es daher Krankenhäuser zu einem sicheren Ort zu machen. Noch steckt die Digitalisierung der Gesundheitsbranche in den Kinderschuhen und wir sehen uns im Bereich des Hygiene-Monitorings als Pioniere. Die Infektionen mit Krankenhaus-Keimen gehen mit beachtlichen Kosten für Krankenhäuser einher. Der Einsatz unseres Systems kann daher als lukrative Investition gesehen werden. Eine Senkung der Infektionsquoten bewirkt folglich die Reduzierung von Kosten. Dies sind nicht nur Kostenersparnisse für das Krankenhaus, aufgrund von reduzierten Liegezeiten, sondern auch für das gesamte Gesundheitssystem. Wir haben das Team, große Vertriebspartner sowie Referenzkunden, die unsere Vision vom smarten und sicheren Krankenhaus in die Tat umsetzen werden.

Wo steht Euer Start-up in einem Jahr?
Ende 2018 wollen wir in Deutschland marktführend im Bereich des Händehygiene-Monitorings sein. Dies wird auch möglich durch starke Kooperationen mit Industriepartnern, welche bereits Krankenhäuser mit komplementären Angeboten beliefern. Zusammen mit diesen Partnern haben wir dann den Markteintritt in ausgewählte europäische Märkte vollzogen. Darüber hinaus haben wir das German Accelerator Programm im Silicon Valley durchlaufen und somit erste Schritte in den USA vollzogen.

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Foto (oben): GWA Hygiene

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.