#5um5 “Wir leben hier noch in der Steinzeit”

Sie treffen die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihr wünschen? "Ich würde ihn darauf drängen, die bürokratischen Prozesse rund um eine Unternehmensgründung zu vereinfachen", sagt Timoor Taufig von Userlike.
“Wir leben hier noch in der Steinzeit”

Unsere Rubrik “5um5” liefert jeden Tag um Punkt 5 Uhr insgesamt – wer hätte das gedacht – 5 wissenswerte Fakten, bahnbrechende Tipps oder hanebüchene Anekdoten rund um ein startupaffines Thema. Heute geht es um: Sie treffen die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihr wünschen?

Digitalisierung

Flächendeckend kostenfreies Internet und die Rahmenbedingungen für eine echte und schnelle Digitalisierung der Unternehmen. Wir leben hier noch in der Steinzeit.
Patrick Ulmer, 5cups

Belege

Generell finde ich Deutschland als Gründungsstandort gut, es gibt Verbesserungspotential, aber vor allem im Detail. Als ich in England gegründet habe, ging das formal natürlich schneller, eine Ltd. aufzumachen und die Buchhaltung aufzusetzen. Hier in Deutschland muss ich immer noch Belege ausdrucken, was mich wahnsinnig macht. Aber am Ende sind meine Gründungen in UK trotzdem gescheitert, während es mit German Autolabs hier super läuft. Vom Bundeswirtschaftsminister und seinem Team wünsche ich mir natürlich, dass er ein attraktives Umfeld für junge Firmen, Gründer und Risikokapitalgeber schafft wo immer er kann.
Patrick Weisstert, German Autolabs

Prozesse

Ich würde ihn darauf drängen, die bürokratischen Prozesse rund um eine Unternehmensgründung zu vereinfachen, zu digitalisieren und deutschlandweit zu vereinheitlichen. Das sind schrecklich mühselige und langsame Prozesse, um eine Firma zu starten und halten Menschen nur davon ab, aktiv zu werden und die Gesellschaft nach vorne zu bringen.
Timoor Taufig, Userlike

Förderung

Ich würde gerne etwas zum Thema Förderung im Personal Umfeld besprechen. Vieles steht und fällt mit gutem Personal. Auf meinen Standort bezogen mache ich oft die Erfahrung, dass viele Start-up-Interessierte nach Berlin und Konzerninteressierte nach Stuttgart ziehen. Nun sind in meiner Stadt die Lebensunterhaltskosten sehr hoch, gehaltlich kann ich das oft nicht fair angleichen. Vielleicht ein spezielles Förderprogramm? Müsste man näher durchdiskutieren, aber wäre es nicht sinnvoll hier unterstützend unter die Hände zu greifen? Ist doch schade ständig hören, dass der Grund für einen Standortwechsel nach Berlin „günstigeres“ Personal ist. Zu schade für all die anderen schönen Gründerstädte.
Sarah Haide, mycouchbox

Programme

Für uns als österreichisches Startup sind vor allem Austausch-Programme interessant. In diesem Jahr waren wir einen Monat in Berlin, um die Startup-Szene dort kennenzulernen, letztes Jahr waren wir in den USA. Ich würde mir ein Investment in Programme dieser Art wünschen, damit auch ganz junge Start-ups von Anfang an die Möglichkeit haben, über den Tellerrand zu blicken.
Florian Dorfbauer, Usersnap

Passend zum Thema: “Bitte den ‘Prozess vor der Gründung verschlanken’

Kennen Sie schon unseren #StartupTicker? Der #StartupTicker berichtet tagtäglich blitzschnell über die deutsche Start-up-Szene. Schneller geht nicht!

Foto (oben): azrael74