So wurde aus resment frag Paul “Der Wandel hat uns mehr als einen Schritt vorangebracht”

"Die größte Herausforderung war der eigene Kopf. Wir haben viel Zeit und Mühe in ein Projekt gesteckt, bei dem wir selber gemerkt haben, dass es sehr schwer ist alles unter einen Hut zu bekommen", sagt resment- und frag Paul-Macher Marc Stratmann.
“Der Wandel hat uns mehr als einen Schritt vorangebracht”

Anfang 2015 gründeten Marc Stratmann, Peter Praeder und Wladislaw Kanewski das Start-up resment. Das Trio positionierte das Unternehmen zum Start als betriebliche Organisationshilfe, als Personal-Management-System. Inzwischen setzen die Kölner, die beim Metro Accelerator und beim SpinLab-Brutkasten an Bord waren, auf frag Paul, einen Personalassitenten für die Gastronomie. Im Pivot-Interview mit deutsche-startups.de spricht resment- und frag Paul-Macher Stratmann über Geburtsstunden, Fehler und Handbremsen.

Ursprünglich habt Ihr Euch mit resment als digitale Personalverwaltung positioniert. Nun seid Ihr als frag Paul unterwegs. Warum habt ihr Euch einen neuen Namen gegeben?
Wir haben uns bezüglich der Kundengruppe stärker fokussiert. Hier konnten wir feststellen, dass potentielle Kunden mit dem alten Namen resment nichts Konkretes verbinden konnten. Auch hatten viele Probleme, sich den Namen zu merken oder ihn auszusprechen. Aus diesem Grund haben wir potentielle Kunden gefragt wie ein solches System heißen soll. Durchgehend haben wir festgestellt, dass diese am liebsten mit Menschen arbeiten. Dies war die Geburtsstunde des persönlichen Personalassistenten.

Und wie wurde dann frag Paul geboren?
Da Paul in den letzten Jahren einer der beliebtesten Vorname für Neugeborene war und wir in dieser Zeit auch “auf die Welt gekommen” sind, haben wir uns dazu entscheiden den Personalassistenten Paul zu nennen. frag Paul aus dem Grund, es gibt nur noch eine Antwort die ein Unternehmer kennen muss, wenn es um das Personal geht und diese ist: frag Paul.
Das heißt, der Name wurde geändert um auch über den Namen mehr Aufmerksamkeit zu erregen und auch Unternehmern wieder „Spaß“ an administrativen Tätigkeiten zu geben, da diese ausgelagert werden können.

Ihr habt aber nicht nur Euren Namen verändert, sondern auch Euer Geschäftsmodell, oder?
Ja, definitiv. Am stärksten hat sich unsere Ziel-Kundengruppe verändert. Wir fokussieren uns auf kleine bis mittelständische Unternehmen aus dem Gastgewerbe – Hotels, Restaurants, Bars, Cafés, Catering. Dies hat natürlich unmittelbaren Einfluss auf die Kundenansprache den Vertrieb sowie das Produkt.

resment gibt es auch jetzt noch. Fahrt Ihr denn jetzt zweigleisig?
Jein. Die Personalverwaltung resment gibt es noch und wird auch weiterhin angeboten um allen Branchen die Möglichkeit von digitaler Personalverwaltung zu bieten, allerdings liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung von frag Paul. Die Funktionalitäten haben wir schon gleichgezogen, nur der Name ist noch anders.

Was war die größte Herausforderung, was die größte Schwierigkeit bei diesem Wandel?
Die größte Herausforderung war der eigene Kopf. Wir haben viel Zeit und Mühe in ein Projekt gesteckt, bei dem wir selber gemerkt haben, dass es sehr schwer ist alles unter einen Hut zu bekommen – unterschiedliche Anforderungen der Kunden, Unterschiedliche Vertriebsmethoden und-kanäle. Nun muss man eine Seite „loslassen“ um auf einer anderen Seite viel stärker agieren zu können. Und diesen Schritt: Fehler einzugestehen und vor allem daraus zu lernen und an einer anderen Seite zielgerichtet einzusetzen war in dieser Zeit sehr schwer. Wir hatten das Glück genau in dieser Zeit im Metro Accelerator gewesen zu sein – hier wurden wir durch fachliches Know-How in unserem neuen Kundensegment aber auch auf Business-Seite unterstützt.

Was haben Eure Kunden zu den vielen Veränderunegn gesagt?
Die Erfahrung bei den Kunden waren umwerfend. Wir hatten von Beginn an eine komplett neue Gesprächskultur, da die Kunden die Idee mit der einen Antwort auf alle Fragen super finden. Daher ist es von Beginn an auf einer viel persönlicheren und vertrauteren Ebene. Dies macht natürlich den Vertrieb entsprechend effektiver und angenehmer. Auch können sich die Kunden schnell an den Namen gewöhnen und haben ihn dann natürlich auch im Kopf.

Hat sich der Wandel gelohnt?
Gelohnt ist in unserem Fall das falsche Wort. Ich würde sagen er war essentiell. Der Wandel hat uns mehr als nur einen Schritt vorangebracht. Wir wachsen schneller und die „Handbremse“ die wir sonst immer gespürt haben ist eher zu einem zweiten Gaspedal geworden.

Welchen Tipp gibst du anderen Gründern, die vor einem Pivot stehen?
Das Produkt muss für den Markt optimal sein und ein akutes Problem lösen. Alle Aspekte rund um Namen, CI und alles was dazu gehört muss vor allem einer Gruppe gefallen und ansprechen – und das ist der Kunde. Der Kunde muss in den Fokus gerückt werden.

In unserem Themenschwerpunkt Köln berichten wir gezielt über die Digitalaktivitäten in der Rheinmetropole. Mit über 200 Start-ups, 15 Gründerzentren, attraktiven Investoren und zahlreichen Veranstaltungen und Netzwerken bieten Köln und das Umland ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. Diese Rubrik wird unterstützt vom Digital Hub Cologne und der Stadt Köln.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.