Millionenschwere Kampagne Book A Tiger: Plakatwerbung als Wachstumstreiber

Die Putzfeudel-Firma Book A Tiger setzt massiv auf Plakatwerbung. "Unsere Testkampagne im vergangenen Jahr verlief sehr gut", sagt Mit-Gründer Claude Ritter zur neuen Werbeoffensive. In der aktuellen Kampagne adressiert das Berliner Start-up das B2B-Segment.
Book A Tiger: Plakatwerbung als Wachstumstreiber

Zahlreiche große und kleine Start-ups setzen auf Plakatwerbung – siehe “Gründer, die Plakate kleben – Die wunderbare Welt der Start-up-Werbung“. Auch die bekannte Tech-Putzfirma Book A Tiger wirbt im großen Stil auf Plakatwänden. In der aktuellen Kampagne, die sechs Monate in Städten wie Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf und Köln läuft, adressiert das Berliner Start-up das B2B-Segment.

Zuvor brachten die Berliner im Rahmen einer skurrilen Fun-Kampagne Internet-Memes in die Offlinewelt. Danach warb die Putzfeudel-Firma ganz klassisch um B2C-Kunden. “Unsere Testkampagne im vergangenen Jahr verlief sehr gut. Mit dem 3,5-fachen an Budget legen wir unseren Fokus in der aktuellen Plakatkampagne verstärkt auf den B2B-Markt“, sagt Mit-Gründer Claude Ritter zur neuen Werbeoffensive. Allgemein ist Book A Tiger inzwischen stark auf B2B-Kunden, sprich mittelständische Unternehmen, ausgerichtet. Weswegen es kein Wunder ist, dass die neue Kampagne mit dem simplen Zusatz “Jetzt auch für Büros” wirbt. Wie gewichtig die Plakatwerbung für Book A Tiger ist, zeigt ein Blick auf das gesamte Werbebudget – zwischen 20 und 25 % könnten in diesem Jahr auf Plakatwerbung entfallen.

Book A Tiger-Mitgründer Nikita Fahrenholz setzte schon bei Lieferheld, seiner vorheriger Mitgründung, massiv auf Plakatwerbung. Der Vorteil von Plakatwerbung liegt für Fahrenholz in der “regionalen Ausrichtung” des Mediums. Book A Tiger sei es so möglich, seine “regional verfügbare” Dienstleistung, die durch die Anzahl der eigenen Mitarbeiter limitiert sei, zu bewerben. So könne man mittels Werbung gezielt in nicht ausgelasteten Regionen auf sich aufmerksam machen.

Den Erfolg der Kampagnen, die ohne eine spezielle Werbe-URL oder einen Gutschein auskommen, misst man im Hause Book A Tiger unter anderem anhand des generierten Traffics, den Direkteingaben der URL und den generierten Neukunden in den beworbenen Regionen im Werbezeitraum. Dazu vergleicht das Tiger-Team intensiv die einzelnen Regionen vor und nach der Plakatkampagne. Damit dies alles funktioniert, muss eine solche Plakatkampagne aber auch ordentlich geklebt werden. Book A Tiger kann da aber aus dem Vollen schöpfen, immerhin ist neuerdings German Media Pool beim Start-up an Bord. 10 Millionen Euro in Werbeleistungen musste das Unternehmen für seinen Einstieg hinblättern.

Anderen Start-ups, die Plakatwerbung einsetzen wollen, rät Fahrenholz zu “kleinen Testrunden”. “Erst einmal sollte jeder herausfinden, ob es funktioniert”, sagt er im Gespräch mit deutsche-startups.de. Wenn es funktioniert, müsse man dann schauen, welche Möglichkeiten es gebe – etwa Media-for-Equity-Deals. Am Ende muss dann aber jedes Start-up seinen Weg finden. Denn nicht jedes Konzept lässt sich auf jedes Unternehmen ummünzen. Plakatwerbung scheint aber inzwischen ein etabliertes Mittel für junge Unternehmen zu sein, um auf sich aufmerksam zu machen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.