Genuss und Gewissen MealSaver – kämpft gegen Lebensmittelverschwendung

Schätzungsweise wandern in Restaurants jährlich 500.000 Tonnen nicht verkaufte Speisen in den Müll. Dabei wären viele der Nahrungsmittel weiterhin verzehrbar. Mit der App von MealSaver sollen diese nicht einfach in die Tonne wandern, sondern an die Nutzer zu kostengünstigeren Preisen weitergegeben werden.
MealSaver – kämpft gegen Lebensmittelverschwendung

In westlichen Industrienationen werden jährlich etwa zehn Millionen Tonnen von weiterhin genießbaren Lebensmitteln weggeworfen. Auch die Gastronomie trägt ihren täglichen Beitrag dazu bei: Schätzungsweise wandern in Restaurants jährlich 500.000 Tonnen nicht verkaufte Speisen in den Müll. Das Start-up MealSaver stellt sich gegen diese Verschwendung und will mit seiner gleichnamigen Smartphone-App Sorge tragen, dass Restaurants, Imbisse und Bäckereien überschüssig produzierte Gerichte nicht einfach in den Müll werfen, sondern günstig an Verbraucher abgeben.

MealSaver nimmt dabei pro verkaufter Box einen Euro Servicegebühr. “Damit decken wir die laufenden Kosten – Boxen, Plattform, Team, Kundenservice und Transaktionsgebühren. Als soziales und ökonomisch nachhaltiges Unternehmen reinvestieren wir den Gewinn in unser Unternehmen”, sagt Mai Olesen, Gründerin von MealSaver. Unterstützung erhält MealSaver von Ananda Ventures über den Social Venture Fund. Der Investor finanziert europaweit Sozialunternehmen.

“Wir sind an einem ganzheitlichen Konzept von Umweltschutz interessiert”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht Mai Olesen, Gründerin von MealSaver über die biologisch abbaubare MealsSaver-Box, die Verbindung aus Genuss und Gewissen und Lebensmittelverschwendung.

Welches Problem wollen Sie mit MealSaver lösen?
MealSaver ist die App, die Gastronomie und Verbraucher im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung zusammenbringt. Gastronomiebetriebe, die mit uns zusammenarbeiten, verkaufen ihre übrig gebliebenen Speisen preiswert an unsere App-Nutzer. Die MealSaver-App zeigt ihren Nutzern an, welche Restaurants in der Nähe Essen verkaufen, wie viel eine Portion kostet und bis wann sie abgeholt werden soll. Eine MealSaver-Box kostet zwischen einem und vier Euro. Über die App können unsere Nutzer MealSaver-Boxen kaufen und bezahlen – und zwar ganz bequem bargeldlos. Im Betrieb angekommen, zeigen die Nutzer ihren Gutschein vor und erhalten die gefüllte Box oder befüllen diese selbst. Wir stellen die biologisch abbaubare Box.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet MealSaver ein Erfolg?
Ganz einfach: Weil es das Pragmatische mit dem Idealistischen verbindet. Jeder mag Essen, jeder mag gutes Essen und davon gibt es mit der MealSaver-App reichlich. Wir sind kulinarisch sehr breit aufgestellt. Zudem sind unsere Preise sehr verlockend; jeder, der Hunger oder Appetit hat, kann sich eine MealSaver-Box leisten. Aber das wahrscheinlich Wichtige ist, dass wir es so einfach machen, Gutes zu tun. Diese Verbindung aus Genuss und Gewissen ist der Grund, warum MealSaver ein Erfolg ist.

Wer sind Ihre Konkurrenten?
Die Frage ist, ob überhaupt von Konkurrenten gesprochen werden kann. Wir sind an einem ganzheitlichen Konzept von Umweltschutz interessiert und sehen andere Vereine oder Kampagnen, die sich gegen Lebensmittelverschwendung engagieren, nicht als Konkurrenz. Wir halten vielmehr Ausschau nach Partnern und möglichen Kooperationen, um das Problem besser und effektiver angehen zu können.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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