Individueller Hörgenuss “Wir machen gutes Hören einfach und überall zugänglich”

Nicht mehr gut hören zu können, galt lange als „alte Menschen"- Problem. Das ist es aber schon lange nicht mehr. Ein Hörverlust lässt sich nur schwer beheben, aber Unternehmen wie Mimi versuchen, diesen auszugleichen. Die Vision ist es, der neue Standard für personalisiertes Hören zu werden.
“Wir machen gutes Hören einfach und überall zugänglich”

Nicht mehr gut hören zu können, galt lange als „alte Menschen”- Problem. Das aber stimmt so nicht mehr, denn bereits über 15 Prozent aller US-amerikanischen Jugendlichen haben Hörprobleme. Grund dafür: das zu laute Hören von Musik und die Dauerbeschallung. Ein Hörverlust lässt sich nur noch schwer beheben, aber Unternehmen wie Mimi versuchen, diesen auszugleichen und das Musikerlebnis individuell zu ermöglichen.

Das Start-up mit Sitz in Berlin wurde 2014 von Philipp Skribanowitz, Nick Clark, Pascal Werner und Henrik Matthies gegründet und ist nach zwei Jahren Entwicklungszeit der Produkte in mittlerweile 14 Sprachen verfügbar. Unterstützt wird die Idee durch Christophe Maire als Seed-Investor, Joanne Wilson aus New York, Vishal Gulati aus London und Horizons Ventures aus Hong-Kong.

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“Musik angepasst auf deinen persönlichen Earprint”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht Mimi-Gründer Bernd Kopin über individuelle Hörprofile, das Stigma „schlechtes Hören“ und Musikgenuss.

Welches Problem wollen Sie mit Mimi lösen?
Jeder Mensch hat ein anderes Hörprofil – wir bei Mimi nennen es „Earprint“. Unser Earprint bestimmt, wie gut oder schlecht wir hören, insbesondere welche Frequenzen wir je Ohr nicht mehr perfekt hören. Und Hören betrifft jeden! Dabei hören viele von uns schlechter, als sie wissen oder zugeben möchten. Gewisse Nuancen, Frequenzen, Instrumente, werden nicht mehr richtig wahrgenommen. Das betrifft fast jeden von uns! Bisher greifen viele zu teuren Kopfhörern oder Diensten wie Tidal, die die beste Qualität versprechen. Verloren gegangene Frequenzen können sie aber nicht zurückbringen. Deshalb haben wir Mimi Music entwickelt. Die App personalisiert Musik auf deinen persönlichen Earprint in drei einfachen Schritten.
Erstens: Du machst einen zwei Minuten Hörtest.
Zweitens: Wir nehmen die Hörtestergebnisse und passen ab sofort jeden Sound an dein Hörprofil an.
Drittens: Je nach Umgebung, Hardware und Geschmack kannst du selbst bestimmen, wie stark Mimi Music deine Musik anpassen soll

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet Mimi ein Erfolg?
Mimi Music adressiert ein globales Problem, dass bisher gar nicht angegangen wurde. Wir machen gutes Hören einfach, attraktiv und überall zugänglich. Unsere Technologie basiert auf jahrelanger Forschung und ist für mehrere Patente angemeldet. Wir haben ein starkes, internationales Team aus Hör- und Akustik-Wissenschaftlern, Toningenieuren, Business-, Musikindustrie-, Design- und Innovationsexperten und werden von erfahrenen Investoren unterstützt.

Wer sind Ihre Konkurrenten?
Unser größter Konkurrent ist das Stigma “schlechtes Hören”. Darüber spricht man nicht, man leugnet es oder redet sich ein, dass es nicht so schlimm sein. Mit dem Thema Musik de-stigmatisieren wir schlechtes Hören. Wir drücken dem User nicht auf, er oder sie hätte schlechte Ohren, sondern wir bieten eine Lösung für Musikgenuss an – und schonen damit sogar die Ohren. Wir sehen die Kombination aus individuellem Hörvermögen und standardisierter Hardware kritisch und sind davon überzeugt, dass Software besseres Hören viel einfacher und besser ermöglichen kann, egal welche Hardware man nutzt.

Wo steht Mimi in einem Jahr?
Mimis Vision ist es, der neue Standard für personalisiertes Hören zu werden. Egal ob ich im Auto oder Flugzeug sitze oder Netflix auf dem iPad schaue, ich werde mit Mimi immer auf mich personalisierte Musik genießen können. In einem Jahr wird unsere Technologie daher via SDK von Partnern integriert sein und weltweit neben unseren Apps in anderen Services zur Verfügung stehen.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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