TwentyBN = Deep Learning Vier Gründer, die Künstliche Intelligenz erschaffen

"Im Bereich Deep Learning trifft eine sehr starke Nachfrage auf einen sehr kleinen Pool von Experten. Wir sind Teil dieses Pools und haben zusätzlich langjährige Erfahrungen damit in der Wirtschaft komplexe IT-Systeme aufzubauen", sagt Florian Hoppe von TwentyBN.
Vier Gründer, die Künstliche Intelligenz erschaffen

In den vergangenen Monaten arbeiteten Roland Memisevic, Ingo Bax, Florian Hoppe und Christian Thurau im Verborgenen an TwentyBN. Nun legt das Quartett los. Hinter TwentyBN – steht für Twenty Billion Neurons – verbirgt sich ein Anbieter künstlicher Intelligenz (KI). Die Berliner wollen mit ihrer Unternehmung die “bekannte Deep Learning-Methode der deutschen Wirtschaft zugänglich” machen.

Die zentrale Systemintelligenz des Unternehmens, das in Kanada einen Forschungsstandort aufbaut, soll dabei “der Schlüssel für die Entwicklung selbstfahrenden Autos, hocheffizienter Sprach-, Bild- und Videoanalyse, sowie für Dialogsysteme und medizinische Diagnostik sein. TwentyBN will seine Künstliche Intelligenz sowohl über eine SaaS-Platform als auch über klassische Softwarelizenzen anbieten. Ein ungenannter New Yorker Privatinvestor pumpte zum Start direkt mal 2,5 Millionen US-Dollar in TwentyBN. Der bisher anonyme Geldgeber soll “seit über 35 Jahren im Bereich Machine-Intelligence engagiert sein, Methodiken der Disziplin in seinen Investmententscheidungen mit einbeziehen und selbst auch in dem Bereich promoviert haben”.

“Dieses Know-How und Talent fehlt in Deutschland”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht TwentyBN-Mitgründer Hoppe über selbstfahrende Autos, langjährige Erfahrungen und Unabhängigkeit.

Welches Problem wollen Sie mit twentybn lösen?
Wir bringen Deep Learning – einfach die Technologie für erfolgreiche Artificial Intelligence – nach Deutschland bzw. genauer: zur deutschen Industrie. Deep Learning-Experten werden von den großen amerikanischen Software-Firmen in den letzten Jahren massiv aus Universitäten abgeworben. Dieses Know-How und Talent fehlt in Deutschland. Wir Gründer sind alle solche Machine Learning- Deep Learning-Experten und haben mit unserem Mitgründer Roland Memisevic einen der wenigen Experten mit so viel Erfahrung in dem Bereich an Bord. Unsere Technologie ist bekannt als Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung selbstfahrender Autos, hocheffizienter Sprach-, Bild- und Videoanalysen sowie für Dialogsysteme, aber auch für medizinische Diagnostik. Die Anwendungen sind praktisch überall dort möglich, wo man Daten auf intelligente Art und Weise analysieren möchte. In Deutschland wollen wir vor allem der Industrie helfen die Technologie für sich einzusetzen.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet twentybn ein Erfolg?
Im Bereich Deep Learning trifft eine sehr starke Nachfrage auf einen sehr kleinen Pool von Experten. Wir sind Teil dieses Pools und haben zusätzlich langjährige Erfahrungen damit in der Wirtschaft komplexe IT-Systeme aufzubauen. Auch haben zwei unserer Gründer bereits erfolgreich Unternehmen aufgebaut. Um ein Beispiel zu geben wie attraktiv und wichtig dieser Bereich ist: die Firma Deep Mind wurde von Google in 2014 für eine halbe Milliarden Dollar akquiriert.

Wer sind Ihre Konkurrenten?
In Deutschland gibt es nur eine Hand voll guter Data Science-Beratungen, die allerdings keinen Fokus und kaum Erfahrung mit Deep Learning haben. Unsere eigentliche Konkurrenz sitzt in Nordamerika. Diese hat aber die deutsche Industrie nicht im Fokus. Viele dieser Wettbewerber sind zudem an große Unternehmen gebunden, die nur bedingt Interesse haben dieses Instrument weitreichend und in vollem Maße zur Verfügung zu stellen. Durch unsere Unabhängigkeit können wir daher auch schnell und ohne Zielkonflikte für große Kunden angepasste Lösungen entwickeln.

Wo steht twentybn in einem Jahr?
Wir wollen ein Team von 10 bis 20 Top-Entwicklern bei uns gebündelt haben, die bis dahin unsere Deep Learning-Software für verschiedene Kundenlösungen weiterentwickelt haben werden. Diese Innovationen wollen wir jeweils durch ein Patent absichern.

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Foto: I-Robots Human Robots in front of a futuristic City from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.