15 Fragen an Bianca Gfrei kiweno – hier gibt es schnell Klarheit, was man essen darf

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Bianca Gfrei von kiweno.
kiweno – hier gibt es schnell Klarheit, was man essen darf

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Die größte Freiheit überhaupt! Ich gehe jeden Tag mit einer ganz anderen Motivation ins Büro, weil ich weiß, dass kiweno einfach mein Baby ist. Und die Leidenschaft, mit der auch unsere Mitarbeiter für kiweno brennen, inspiriert und motiviert mich noch einmal ganz besonders. Natürlich ist Unternehmertum auch mit viel Druck verbunden: Ich weiß, dass meine Mitarbeiter abhängig von meinen Entscheidungen sind und ich mir keine Fehler erlauben kann.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Ich habe jahrelang unter diffusen ernährungsbedingten Beschwerden gelitten, die meine Lebensqualität massiv eingeschränkt haben. Ich wusste, dass etwas nicht stimmt, doch kein Arzt konnte mir weiterhelfen. Irgendwann im Laufe des Ärztemarathons habe ich dann einen Unverträglichkeitstest gemacht. Der zeigte, dass ich eine starke Gluten- und Kaseinintoleranz habe. Ich habe meine Ernährung umgestellt und hatte innerhalb weniger Wochen keine Beschwerden mehr!

Einerseits war ich einfach erleichtert und happy, dass ich endlich die Ursache meiner Beschwerden kannte. Andererseits hat es auch irgendwie in mir gebrodelt, weil der Weg zu dieser Erkenntniss so lange und beschwerlich war. Mit kiweno möchte ich diesen Prozess für andere Betroffene verbessern: wir bieten einfach anzuwendende Test-Kits für Zuhause, mit denen man leicht und schnell Klarheit über Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -intoleranzen erhält. Die Auswertung erfolgt über ein zertifiziertes Labor, die persönlichen Ergebnisse und passende Ernährungstipps können online auf unserer Plattform eingesehen werden.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Nachdem meine Co-Founder und ich monatelang eigenfinanziert an unserer Idee gearbeitet haben, stiegen 2015 die beiden Business Angels Hansi Hansmann und Rudi Semrad bei uns ein. 2016 erfolgte dann die Series A Finanzierung durch 7NXT.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Da wir uns mit kiweno im medizinischen Bereich bewegen, müssen wir natürlich einige Auflagen, Normen und Regulatorien einhalten – was auch vollkommen wichtig und richtig ist. Dies alles mit einem kleinem Team zu stemmen, ist aber schon eine Herausforderung. Da gab es schon die eine oder andere schlaflose Nacht…

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Noch schneller mit einem Prototypen auf den Markt gehen, Feedback einholen, Adaptionen vornehmen – ganz nach dem Lean Startup Prinzip. Und: Ich würde bei wichtigen Entscheidungen auch mein Bauchgefühl mehr miteinbeziehen!

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Für uns ist vor allem wichtig, rundum gut aufgestellt zu sein – von Blog über Social Media bis hin zu SEM und Email-Marketing. Cross-Channel Marketing heißt das Zauberwort. Alle performacebasierten Maßnahmen sind für uns aber natürlich besonders wichtig, da man Resultate dort am einfachsten messen kann.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Mein Mitgründer Robert war und ist für mich die wichtigste Stütze.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Auch wenn es wie ein Klischee klingt: Niemals aufgeben. Wer beim ersten Widerstand den Kopf einzieht, wird nicht weit kommen.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Ich wünsche mir für jeden Gründungsstandort – egal ob Deutschland, Österreich, Europa -, dass es Jungunternehmern erleichtert wird, ein Unternehmen ins Leben zu rufen und wirtschaftlich zu führen. Hier sehe ich noch viel Handlungsbedarf, z.B. bei Steuerfragen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Wahrscheinlich hätte ich eine klassische Beraterkarriere eingeschlagen. Zum Glück ist mir mein Startup “dazwischen gekommen”.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Natürlich irgendwo im Hause Rocket – einfach um zu sehen, was wirklich hinter diesem ganzen Mythos steckt.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Spannend finde ich jede Epoche, in der ein Umbruch stattfand, wie z.B. die Französische Revolution. Das waren zwar sehr harsche Zeiten, aber mit Sicherheit auch sehr lehrreich.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Wahrscheinlich würde ich das Geld sofort wieder in mein Unternehmen investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Ganz klar beim ausgeprägten Brunch in der Sonne mit meinen Freundinnen. Anschließend bummle ich gerne durch Wien, treibe Sport und lasse den Tag bei einem Glas Wein ausklingen. Also nicht sehr aufregend, aber genau richtig, um Kraft für die neue Woche zu tanken.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit einem großen Visionär der heutigen Zeit – vielleicht Elon Musk.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Bianca Gfrei studierte Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien sowie International Business an der Leopold-Franzens Universität Innsbruck. Am Digital Marketing Institute Dublin erwarb Bianca Gfrei ein Professional Diploma in Digital Marketing. Sie ist Gründerin des eHealth Start-ups kiweno und wurde 2016 von der Wirtschaftskammer Österreich zur Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet. Zuvor war sie unter anderem bei Swarovski im Marketing sowie als Managing Director der Junior Enterprise icons tätig. Sie

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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