Schmalhans ist hier (noch) Küchenmeister Marley Spoon: Nur 611.000 Euro Umsatz – in Deutschland

Marley Spoon verkauft ähnlich wie HelloFresh frische Zutaten samt Rezept. Knapp 25 Millionen flossen bereits in das junge Start-up. Rocket Internet ist aktuell mit 28,6 % an Marley Spoon beteiligt. Der Internet-Investor bewertete seinen Anteil am Start-up zuletzt mit rund 15 Millionen Euro.
Marley Spoon: Nur 611.000 Euro Umsatz – in Deutschland

Das Berliner Start-up Marley Spoon ist einer der aufstrebenden Stars unter den Food-Start-ups im Lande. Zuletzt flossen beachtliche 15 Millionen Euro in das junge Unternehmen, das ähnlich wie HelloFresh frische Zutaten samt Rezepte verkauft. Zudem sicherte sich das Start-up, das insgesamt schon knapp 25 Millionen eingesammelt hat, ein Media-for-Equity-Investment von GMPVC German Media Pool im Wert von 40 Millionen Euro. Seitdem kann kaum jemand in Deutschland der Werbung von Marley Spoon entgehen. Wobei die Jungfirma auch in Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Australien und USA unterwegs ist – dabei ging das Start-up erst 2014 an den Start. Marley Spoon legt somit ein enormes Tempo an den Tag.

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Rocket Internet ist aktuell mit 28,6 % an Marley Spoon beteiligt. Der bekannte Internet-Investor bewertete seinen Anteil am jungen Start-up, das von Fabian Siegel und Till Neatby gegründet wurde, zuletzt mit rund 15 Millionen Euro. Was einer Gesamtbewertung von knapp 52,5 Millionen Euro entspricht. Ende 2014 lag die Bewertung der Jungfirma erst bei 15,4 Millionen. Im Annual Report von Rocket Internet für das vergangene Jahr gibt es zudem einige weitere Zahlen zu Marley Spoon. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen, das im Sommer an den Start ging, demnach einen Umsatz in Höhe von gerade einmal 18.000 Euro – der Verlust lag bei 1,424 Millionen. 2015 stieg der Umsatz dann auf 611.000 Euro und der Verlust auf 3,887 Millionen. Dies sei aber nur der Umsatz (und somit dann auch nur der Verlust) der Marley Spoon GmbH, sagt Gründer Siegel gegenüber deutsche-startups.de. Ansonsten will er die Umsatzzahlen nicht kommentieren.

Marley Spoon befindet sich somit (in Deutschland) noch in der klassischen Aufbauphase, die alle Start-up durchlaufen, die mit viel Geld schnell wachsen sollen. Auf die Marley Spoon-Macher wartet somit noch reichlich Arbeit. Zum Vergleich: HelloFresh kam 2015 auf einen Umsatz von 305 Millionen (+ 338 %). Der Verlust lag bei 116,8 Millionen. Die Bewertung des Start-ups lag zuletzt bei 2,6 Milliarden – siehe “Liebe, Glaube, Hoffnung – Rocket huldigt HelloFresh und zeigt uns den Stinkefinger“. Das dicke Geschäft macht auch HelloFresh in Deutschland nicht. Die Geschäfte in Australien, Großbritannien und den USA laufen besser als in den europäischen Ländern. Bisher war HelloFresh neben Deutschland in Belgien, den Niederlanden und Österreich aktiv. Neuerdings bedient das Start-up auch die Schweiz.

Hausbesuch bei Marley Spoon

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ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich bei Marley Spoon kürzlich einmal ganz genau umsehen. Er fand viel Grünzeug, einige edle Sessel und einen Bacon Room. Einige Eindrücke unserer Fotogalerie.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.