15 Fragen an Patrick Andrä von HomeToGo “Wir sind auf Talente aus der ganzen Welt angewiesen”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Patrick Andrä von HomeToGo.
“Wir sind auf Talente aus der ganzen Welt angewiesen”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Vor allem die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und eigene Vorstellungen um-zusetzen und zu sehen, wie die Ideen, die man sich vorher im Team überlegt hat, zu Realität werden. Als Teil eines Gründertrios treffen wir aber natürlich viele Entscheidungen gemeinsam.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Die Idee zu HomeToGo ist in zahlreichen Gesprächen mit den beiden Mitgründern Wolfgang Heigl und Nils Regge entstanden. Wolfgang und Nils haben beide bereits erfolgreich andere Startups gegründet. Wolfgang gründete die Flug-Metasuche swoodoo, die er zum Marktführer in der DACH-Region ausbaute, bevor sie von der amerikanischen KAYAK-Gruppe übernommen wurde, und Nils gründete das Ferien-hausportal Casamundo, das er als Marktführer an die holländische @Leisure Gruppe verkaufte, die kürzlich mehrheitlich von Axel Springer übernommen wurde. Ich selbst war bei Home24 in führender Rolle tätig und aus diesen Erfahrungen haben wir dann die neue Idee entwickelt.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Unser Kapital stammt aus verschiedenen Quellen. Der Gründerkreis hat eigenes Kapital beigesteuert und zusätzlich konnten wir Business Angel und Venture Capital Investoren von unserer Idee überzeugen. Wachstumsinvestor Acton Capital Partners und der Early-Stage- und Wachstumsfinanzierer DN Capital sind seit dem Frühjahr 2015 als Investoren an Bord.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Unser Gründertrio bringt sehr viel Erfahrung mit. Deshalb gab es tatsächlich auch keine wirklichen Stolpersteine. Deshalb wurde uns auch von Anfang an viel Vertrauen von den Investoren entgegen gebracht.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
In der Gründungsphase sind uns unserer Meinung nach bislang keine großen Fehler unterlaufen, die wir vermeiden wollen würden. Die große Erfahrung des Gründertrios hat dafür gesorgt, dass wir von Beginn an stabil aufgestellt waren. Von daher würde ich HomeToGo immer wieder auf dieselbe Weise gründen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wir versuchen, alle Marketingkanäle zu bespielen. Neben allen Facetten des Online-Marketings und Online-PR zielen wir auch auf klassische Medien aus dem Printbe-reich und schalten Werbung im TV.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Uns drei Gründer verbindet ein freundschaftliches Verhältnis und so konnten und haben wir uns immer gegenseitig unterstützt.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Man sollte an seine Idee glauben, den Mut haben, sie umzusetzen und auch in vermeintlich schweren Zeiten am Ball bleiben. Außerdem müssen die richtigen Leute mit der richtigen Technologie arbeiten. Wir können nur deshalb so schnell skalieren, weil wir eine sehr robuste technologische Plattform im Hintergrund haben und unser Technologieteam groß und mit exzellenten Leuten ausgestattet ist.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Wir sind auf Talente aus der ganzen Welt angewiesen und würden uns manchmal leichtere Start-Bedingungen für unsere internationalen Mitarbeiter wünschen.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich würde bei einem Start-up arbeiten, weil mir die Mentalität gefällt. Und dann würde ich wahrscheinlich wieder etwas gründen.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Soundcloud finde ich sehr spannend.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Das antike Rom würde mich sehr reizen. Ich bin sehr an Geschichte interessiert und mich fasziniert, was bereits vor mehreren Jahrhunderten geleistet wurde. Ganz ohne die modernen Errungenschaften unserer Zeit. Insbesondere würde ich gerne einmal mit eigenen Augen sehen, wie ein so riesiges Reich ohne Computer, ohne Telefon und ohne Elektrizität administrativ verwaltet wurde. Ich stelle mir das unglaublich spannend vor.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
In HomeToGo investieren und weitere spannende Projekte suchen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Zunächst würde ich ausnahmsweise mal ausschlafen, dann gemütlich brunchen, durch Berlin spazieren und ein bisschen Sport machen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Elon Musk.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Patrick Andrä arbeitet bereits vor seinem Studium als Web Developer. Er studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaften mit Stationen in Würzburg, Göttingen, Hamburg und Oxford. Bevor er gemeinsam mit Nils Regge und
Wolfgang Heigl HomeToGo gründete, war er für Rocket Internet tätig, zuletzt in leitender Position bei Home24.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.