Sonja Kury von Condaro “Die Nachfrage nach Kaufimmobilien ist sehr groß”

Mit Condaro hat sich ein Unternehmen mit Sitz in Berlin gegründet, das Kaufimmobilien online im Bieterverfahren verkauft. Der Höchstbietende gewinnt. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründerin Sonja Kury über detaillierte Immobilienexposés, Immobilienprüfung und die Mietpreisbremse.
“Die Nachfrage nach Kaufimmobilien ist sehr groß”

Mit Condaro hat sich ein Unternehmen mit Sitz in Berlin gegründet, das Kaufimmobilien online im Bieterverfahren verkauft. Der Höchstbietende gewinnt. Im Gründer-Kurzinterview spricht Gründerin Sonja Kury über detaillierte Immobilienexposés, Immobilienprüfung und die Mietpreisbremse.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Den Immobilienkauf so einfach und transparent wie möglich zu gestalten. Dabei ist neben der zur Verfügung gestellten 3D-Tour auch das Immobilienexposé so detailliert aufbereitet, dass dem Käufer die Möglichkeit gegeben ist, seine Kaufentscheidung bereits online zu treffen. Eine Besichtigung ist möglich, aber nicht unbedingt verpflichtend. Die Exposés stellen zudem alle notwendigen Unterlagen bereit, um die rechtliche Immobilienprüfung auch online durchführen zu können. Sofern der Käufer das wünscht, kann Condaro auch bevollmächtigt werden, die Beurkundung für diesen zu übernehmen, sodass wirklich der Kaufprozess für den Käufer potentiell zu 100 % online durchgeführt werden kann.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Derzeit hat sich an der Grundidee nichts verändert. Das Thema Vermietung hatten wir nach kurzen Überlegungen relativ schnell wieder verworfen und aus unserem Geschäftsmodell verbannt. Hier ist, trotz deutlich geringerer Margen, der Aufwand vergleichbar hoch. Zudem ist diese Idee aufgrund von Mietpreisbremse auch nicht allzu einfach umsetzbar. Perspektivisch soll 2016 der Verkauf von Gewerbeimmobilien in das Geschäftsmodell inkludiert werden. Hier handeln Profis untereinander, die sich bereits mit Immobilienauktionen auskennen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von Ihnen ab?
Die stärksten Mitbewerber sind zu einem der Markt an und für sich und zum anderen die unzähligen Offline-Makler. Wir grenzen uns von den Offline-Maklern damit ab, dass wir beinahe den gesamten Kaufprozess online abdecken und keine Käuferprovision nehmen. Zudem handelt es sich bei Condaro.com um eine Auktionsplattform –Käufer und Verkäufer finden somit online bei einem “fairen” Preis zueinander. Auch Gebote unter dem Angebotspreis können abgegeben werden, sodass auch “Schnäppchen” gemacht werden können.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Das Wichtigste sind die interessanten Immobilienangebote. Wenn wir es schaffen interessante Immobilien mit hoher Nachfrage auf die Plattform zu integrieren, werden die Käufer von alleine kommen und an den Auktionen teilnehmen. Derzeit ist der Immobilienmarkt ein Verkäufermarkt. Die Nachfrage nach guten Kaufimmobilien ist in den Metropolen sehr groß.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Unser Geschäftsmodell ist erfolgsbasiert/transaktionsbasiert. Schwarze Zahlen sind Mitte nächsten Jahres geplant.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Das europäische Ausland, besonders interessant sind Spanien, Griechenland und die Niederlande.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Weitere Immobilien akquirieren und mindestens die Hälfte davon auch verkaufen.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Sonja Kury ist Gründerin und Geschäftsführerin von Condaro. Sie studierte Sinologie in Berlin und arbeitete danach unter anderem in China. Zurück in Deutschland war sie für Immobilienscout24 tätig und Auction.com. Anfang des Jahres stieg sie zusätzlich als Partnerin bei Glawitta.com ein.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.