Wachstumstreiber Expansion Fashionette drückt auf die Tube – europaweit

Fashionette gibt derzeit Gas - und zwar richtig. Bis Ende des vergangenen Jahres war Fashionette nur in Deutschland und Österreich unterwegs. Kurz vor Weihnachten wagte sich die Taschenfirma dann in die Schweiz. Inzwischen sind zehn weitere Landesableger hinzugekommen.
Fashionette drückt auf die Tube – europaweit

Rund sechs Jahre nach der Gründung ist die Geschichte von Fashionette noch lange nicht zu Ende erzählt – auch wenn gerade die langjährigen Investoren aus- und die Beteiligungsgesellschaft Genui beim Düsseldorfer Start-up, das teure Handtaschen im Ratenkauf anbietet, eingestiegen ist. Gemeinsam mit dem neuen Mehrheitsgesellschafter wollen die Fashionette-Gründer Fabio Labriola und Sebastian Siebert ihre Idee nun “zur ersten Adresse für Designertaschen in Europa” machen. Gezielt geht es dabei darum, die Expansionen in weitere europäische Ländern voranzutreiben.

Bis Ende des vergangenen Jahres war Fashionette nur in Deutschland und Österreich unterwegs. Kurz vor Weihnachten wagte sich die Taschenfirma dann in die Schweiz. Inzwischen sind zehn weitere Landesableger hinzugekommen – unter anderem in Estland, Portugal und Italien. Noch in diesem Jahr steht zudem die Expansion nach Großbritannien, Polen, Schweden und Dänemark an. Damit legt Fashionette schon fast ein von Rocket Intenet bekanntes Tempo an den Tag. “Schon jetzt zeichnet es sich ab, dass unser Modell in einigen Ländern besonders gut angenommen wird und in diese Länder investieren wir verstärkt”, sagt Fashionette-Mitgründer Labriola. TV-Werbung in Frankreich und den Niederlanden soll die Marktdurchdringung nun noch schneller möglich machen. Auch in Länder jenseits der europäischen Grenzen will die Fashionette-Crew gerne vorstoßen. In den nächsten Jahren aber liege der Fokus auf Europa, stellt Labriola klipp und klar fest. In den kommenden zwölf Monaten geht es für in dabei vor allem darum, zu testen, “welche europäischen Länder am besten zu unserem Angebot passen und diese gezielt auszubauen”.

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Beim Umsatz lässt sich Labriola, im Gegensatz zu vielen anderen Gründern, gerne ein wenig in die Karten gucken: 2014 erwirtschaftete Fashionette einen Umsatz in Höhe von 25 Millionen Euro. Bereits seit 2013 arbeitet das Unternehmen mit seinen rund 100 Mitarbeitern zudem profitabel. In die Zukunft blicken will Labriola aber nicht und spricht nur von einer “hohen Wachstumsdynamik” in diesem Jahr. Die Wachstumsdynamik ist aber gerade in den Kernmärkten Deutschland und Österreich sicherlich endlich. Designertaschen sind leider kein Massenprodukt – auch wenn man diese bei Fashionette auf Raten kaufen kann. Die Internationalisierung ist somit – mittelfristig – ein wichtiger Wachstumstreiber für das junge Unternehmen, dass in der Vergangenheit weniger als 4 Millionen Euro Risikokapital aufgenommen hat.

Jahrelang wurde Fashionette von Investoren wie NRW.BANK, Sirius Seedfonds Düsseldorf, Astutia und diversen Business Angels unterstützt. Für die schnelle Expansion wollten Labriola und Co. aber nicht viele kleine, sondern nach Möglichkeit einen finanzstarken Geldgeber im Rücken haben. “Mitte des Jahres haben wir daher gezielt Finanzinvestoren angesprochen, die unsere bestehenden Investoren rauskaufen und das Potenzial haben, in den kommenden Jahren bei Bedarf signifikant Wachstumskapital bereitzustellen. Der Prozess wurde von fast allen unserer Investoren begrüßt”, sagt Labriola. Genui habe ihn dann “überzeugt, weil es zum einen von sehr erfahrenen und in der Branche angesehenen Investment Professionals gegründet wurde”. Zum anderen verfüge Genui über ein hochkarätiges Unternehmernetzwerk, das sich aktiv in die Beteiligungen einbringe. Dazu gehören etwa Fressnapf-Gründer Torsten Toeller und Detlev Meyer, Mitbegründer der CBR Gruppe (Cecil, Street One). So ergibt es dann Sinn, wenn Fashionette viele Investoren gegen einen eintauscht. Fashionette wird somit noch für viele Geschichten sorgen.

Hausbesuch bei Fashionette

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Bei Fashionette findet man an jeder Ecke Handtaschen. Aber auch ein professionelles Fotostudio, lustige Botschaften an das Putzteam sowie eine In- und Out-Liste der etwas anderen Art. ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich beim Unternehmen kürzlich einmal ganz genau umsehen. Einige Eindrücke in unserer Fotogalerie.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.