Gastbeitrag von Jasmin Schmidt

Noch immer zählt das gedruckte Wort – auch für Startups

Jedes Startup steht vor der Herausforderung, bekannt zu werden, Kunden zu akquirieren, um zu einer Marke zu werden. Dafür steht meist nur ein geringes Budget zur Verfügung. Daher entscheiden sich viele Startups für Online-Marketing. Printmarketing ist aber auch eine Möglichkeit.
Noch immer zählt das gedruckte Wort – auch für Startups
Montag, 14. September 2015Vonds-Team

Immer wieder ist die Rede vom papierlosen Büro und auch das Online Marketing befindet sich seit Jahren im Aufwind, während Printmarketing scheinbar in der Versenkung zu verschwinden scheint. Sollten Startups sich schon heute zu einem rein digitalen Unternehmen wandeln oder lohnt es sich noch immer in Print-Werbung zu investieren?

Vom Startup zur Marke mit Print und Online Werbung

Jedes Startup steht zu Beginn vor der Herausforderung sein Unternehmen bekannter zu machen, neue Kunden zu akquirieren, um zu guter Letzt zu einer eigenständigen Marke zu werden. Dafür steht anfangs meist nur ein geringes Werbebudget zur Verfügung. Daher entscheiden sich viele Startups erst einmal auf kostengünstiges Online Marketing zu setzen.

Online Werbung hat durchaus seine Vorteile, so hat man die volle Kostenkontrolle bzw. kann erst einmal mit geringen Budgets anfangen. Viele Werbeplattformen (z.B. AdWords, Facebook, Amazon) ermöglichen eine zielgruppengenaue Steuerung der Kampagnen. Ihr Erfolg lässt sich anschließend über diverse Tools ganz einfach messen. Und sollte sie nicht erfolgreich sein, kann die Kampagne mit wenigen Klicks angepasst und optimiert werden.

Das Problem beim Online Marketing besteht allerdings darin, dass der durchschnittliche Internetnutzer mittlerweile von den Werbeeindrücken übersättigt ist. Eine sogenannte Bannerblindheit hat eingesetzt, d.h. die Nutzer nehmen die Werbebanner und Anzeigen im Netz gar nicht mehr bewusst wahr. Manch einer hat sogar einen Werbeblock installiert, um die als lästig empfundene Werbung nicht mehr angezeigt zu bekommen.

In diesen Punkten hat Printwerbung hat einige Vorteile gegenüber dem Online Marketing. Plakate können nicht blockiert oder in den Spamordner verschoben werden. Wer heutzutage einen gedruckten Flyer oder einen Print-Katalog in die Hand bekommt, der schaut ihn sich in der Regel auch an. Denn etwas das man anfassen und mit mehreren Sinnen wahrnehmen kann, hat oft eine intensivere Wirkung auf uns. Das Gesehene bleibt besser im Gedächtnis. Zudem werden Printmittel oft als glaubwürdig und verlässlich empfunden. Denn wer sich die Mühe macht etwas auf hochwertigem Papier drucken zu lassen, wirkt professionell und wird eher ernst genommen.

Allerdings hat auch Printmarketing seine Nachteile. So sind gerade Anzeigen und aufwendige Drucke mit hohen Kosten verbunden. Und wer nicht wirklich gezielt seine Printaktionen plant, kann mit hohen Streuverlusten rechnen bzw. der Erfolg der Kampagne lässt sich nicht immer so einfach messen.

Ob Print- oder Online-Marketing – jede dieser Werbeformen hat auch heute noch seine Existenzberechtigung, da sie ganz eigene Vorzüge haben. Für Startups ist ein gekonnter Mix beider Formen sinnvoll. Dabei gilt wirklich gezielt auszuwählen und zu entscheiden, mit welchem Werbemittel man Aufmerksamkeit erzielt und bekannter werden kann – siehe auch “Und plötzlich plakatiert Rocket Internet die ganze Stadt zu“.

Ab ins Antiquariat oder unerlässliches Marketingmittel?

Es gibt viele gedruckte Marketingmittel, die früher einmal unerlässlich waren. Doch sind sie es heute immer noch, wo doch viele Dinge bereits über digitale Alternativen ersetzt werden können?

Visitenkarten
Heute besitzt fast jeder Unternehmer, der aktiv an seinen Netzwerken arbeitet, ein aussagekräftiges Profil auf Xing, Facebook oder anderen Portalen. Da scheint es fast schon überholt eine Visitenkarte drucken zu lassen, deren Daten in einigen Monaten sowieso veraltet sein können.

Dennoch haben sie durchaus ihre Daseinsberechtigung, da sich so Kontaktdaten noch immer am schnellsten austauschen lassen. Ein Stück Papier, das von einer Person zur nächsten gereicht wird. Das ist gerade auf unübersichtlichen Veranstaltungen wie Kongressen, Messen oder Branchenevents einfacher als den Gesprächspartner als Xing- oder Facebook-Kontakt zu suchen. Denn oft ist an solchen Orten das Handynetz überlastet und nicht immer Internet verfügbar.

Und noch ein Wort zu den veralteten Daten: Mittlerweile gibt es heute elektronische Lösungen z.B. NFC-Visitenkarten. So kann man einfach online seine Daten immer aktuell halten.

Briefpapier
Gerade beim vorgedruckten Briefpapier zweifeln viele Startup-Unternehmen, ob sich diese Investition wirklich lohnt. Schließlich bietet Word zahlreiche Formatvorlagen, die man selbst ausdrucken kann.

Das Problem – da heute viele Firmen so denken, stechen diese Briefe kaum aus der Masse heraus. Niemand wird beim Auffalten des Briefes sofort erkennen, von wem er stammt. Fügt er sich hingegen nahtlos ins Corporate Design eines Unternehmens ein, da ein Firmenlogo und ein ansprechendes Hintergrunddesign darauf prangen, dann kann er zum Branding beitragen. Vor allem da hochwertig gedrucktes Briefpapier noch immer für eine professionelle und seriöse Arbeitsweise steht.

Gerade Startups sollten es sich zunutze machen, dass immer weniger Firmen auf eigene Briefbögen setzen. Denn wer gegen den Trend geht, fällt auf und bleibt in Erinnerung.

Firmenstempel
>Auch in der heutigen digitalen Zeit haben Firmenstempel nichts von ihrer Wichtigkeit verloren. Noch immer besitzt beinahe jedes Unternehmen wenigstens einen Adressstempel. Denn obwohl viel Schriftverkehr möglichst papierlos per E-Mail abgewickelt wird, gibt es immer noch Anschreiben, die per Post verschickt werden. Dies fängt bei amtlichen Schriftstücken, Verträgen oder Angeboten an und hört bei Grußkarten zu Weihnachten oder zum Geburtstag auf. Damit sich niemand im Unternehmen die Finger beim Adressieren der Umschläge wund schreiben muss, ist es hilfreich einen Adressstempel zur Hand zu haben. Und wenn man sowieso einen benötigt, kann er gleich als Werbemittel genutzt werden, indem man ein kleines Firmenlogo bei der Gestaltung des Stempels unterbringt.

Werbeflyer
Ob sich der Druck von Werbeflyern heute noch für Startups lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn der Erfolg von Flyerwerbung hängt vor allem davon ab, wofür man wirbt bzw. was man erreichen möchte. Ein Startup, das vor allem in der eigenen Region bekannter werden möchte, da es sich beispielsweise um einen innovativen und regionalen Lieferservice handelt, kann mit Werbeflyern durchaus seinen Kundenstamm erweitern. Wer hingegen deutschland- oder gar weltweit agiert, müsste schon ein riesiges Werbebudget zur Verfügung haben, um flächendeckend Flyer auszuteilen. Werbeflyer sind auch heute noch nicht ausgestorben, sollten aber wirklich gezielt und bewusst eingesetzt werden.

Exkurs: gedrucktes Guerilla Marketing

Unter Guerilla Marketing versteht man in der Regel eine Form des Marketings, die auf einen Überraschungseffekt setzt. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Nivea-Sofa, dessen eine Sitzhälfte glatt und die andere uneben ist. Die glatte steht für eine mit Nivea gepflegte, cellulitefreie Haut.

Doch man muss nicht gleich ein Sofa dafür erstellen lassen. Erfolgreiches Guerilla Marketing definiert sich auch so, dass man mit einem möglichst kleinen Budget größtmögliche Aufmerksamkeit erreicht. Gerade in diesem Punkt können Druckerzeugnisse gute Dienste leisten. Manchmal reichen Aufkleber mit einer pfiffigen Botschaft, kreative Aushänge oder innovative Aufdrucke auf Verpackungen, um einen solchen Effekt zu erzeugen. Wer sich konkrete Beispiele für Guerilla Marketing anschaut, wird schnell feststellen, dass sie bei einem gedruckten oder zumindest physischem Objekt beginnen. Guerilla Kampagnen, die in der Online Welt beginnen, sind eher selten.

Das Interessante beim gedruckten Guerilla Marketing ist jedoch, dass  es ohne Online Marketing kaum die nötige Aufmerksamkeit erfahren hätte. Denn erst wenn eine solche Kampagne in den sozialen Netzwerken geteilt und viral großen Anklang findet, kann man sie wirklich als Erfolg werden. Auch hier profitiert man von Synergie-Effekten.

Passend zum Thema: “Online-Druckereien, die Visitenkarte und mehr drucken

Zur Person:
Jasmin Schmidt arbeitet als Redakteurin bei Overnightprints. Zu ihren bevorzugten Themengebieten gehören Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale. OvernightPrints.de als Online Druckerei legt dabei ihr Hauptaugenmerk auf ein kleines aber sorgfältig ausgewähltes Sortiment hochwertiger Printprodukte.