Neuer Markt als Lightversion Deutsche Börse setzt auf einen Index für Start-ups

Es kommt wieder Bewegung in die Diskussion um den neuen Neuen Markt. Die Deutsche Börse teilte gestern mit, dass man die Voraussetzungen für einen Index, der sich um Start-up dreht, prüfe,. Das "Manager Magazin" hatte zuvor berichtet, dass die Deutsche Börse an einem neuen Angebot für Start-ups arbeite.
Deutsche Börse setzt auf einen Index für Start-ups

Über die Einführung eines neuen Neuen Marktes wurde in den vergangenen Jahren in der deutschen Gründerszene viel diskutiert. Die Deutsche Börse machte alle Hoffnungen auf ein brandneues Segment für Start-ups aber früh zu nichte – siehe “Deutsche Börse trägt den Markt 2.0 zu Grabe” und forcierte stattdessen erst einmal ihr Deutsche Börse Venture Network, eine vorbörsliche Plattform für Investoren und junge, erfolgreiche Unternehmen – siehe “Startup-Stimmen zum Deutsche Börse Venture Network“.

Nun kommt aber wieder Bewegung in die Diskussion um den neuen Neuen Markt. Die Deutsche Börse teilte gestern mit, dass man die Voraussetzungen für einen Index, der sich um Start-up dreht, prüfe. “Die Berechnung eines Index, der die Entwicklung deutscher börsennotierter Wachstumsunternehmen repräsentativ dokumentiert, wäre wünschenswert, da er die Sichtbarkeit und das Potenzial dieser Unternehmensgruppe sowohl bei pre IPO- als auch bei Kapitalmarktinvestoren verstärkt”. Gleichzeitig teilt die Börse aber auch mit, dass die Voraussetzungen für einen solchen Index derzeit nicht gegeben seien.

Das “Manager Magazin” hatte zuvor berichtet, dass die Deutsche Börse an einem neuen Angebot für Start-ups arbeite. “Im dritten Quartal, spätestens Anfang 2016, solle es einen neuen Index für junge, wachstumsorientierte Firmen geben”, heißt es im Bericht. Es gehe dabei aber nur um einen Index, der die Wertentwicklung von Start-ups vor ihrem Börsengang abbilde. Ein eigenes Segment mit besonderen Zulassungs- und Transparenzvoraussetzungen sei nicht geplant. Im Grunde geht es somit um eine Light-Version des Neuen Marktes. Das Manager Magazin irrt aber wohl in Bezug auf einen vorbörslichen Index, darum geht es der Deutschen Börse nicht. Wünschenswert wäre ein solcher Index auf jeden Fall.

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Foto: stock market from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.