Preisspanne: 2,70 bis 3,60 Euro German Startups Group: IPO soll 62 Millionen bringen

Die noch sehr junge German Startups Group will an der Börse bis zu 62 Millionen Euro einsammeln. Das eingesammelte Kapital will die GSG "innerhalb der nächsten zwei Jahre zu 70 % bis 80 % in den Ausbau des Beteiligungsportfolios, also den Erwerb von Anteilen, investieren".
German Startups Group: IPO soll 62 Millionen bringen

Jetzt wird es ernst für die German Startups Group (GSG), die an die trotz all der vielen anderen abgesagten Börsengänge und der Griechenlandkrise an die Frankfurter Börse strebt. Die Preisspanne für bis zu 22,1 Millionen Aktien liegt bei 2,70 bis 3,60 Euro. Der Gang aufs Parkett soll der jungen Beteiligungsgesellschaft bei mittlerer Preisspanne rund 62 Millionen Euro einbringen. Ab dem 17. Juli sollen die GSG-Aktien im schwach regulierten Entry Standard gehandelt werden.

Das eingesammelte Kapital will die GSG “innerhalb der nächsten zwei Jahre zu 70 % bis 80 % in den Ausbau des Beteiligungsportfolios, also den Erwerb von Anteilen, investieren”. Momentan hält die Beteiligungsgesellschaft “direkt und indirekt, Beteiligungen an 43 operativ tätigen Unternehmen”. Darunter Firmen wie Book a Tiger, CRX Markets, Delivery Hero (nur indirekt), Junique, MisterSpex, Remerge, SoundCloud (nur indirekt), TVSmiles und WunderCar. In einige Unternehmen steckte die GSG, die zunächst oft nur 50.000 Euro in einige Start-ups investierte, bisher rund 5 Millionen Euro. Bei vielen anderen Beteiligungen sind es 100.000 bis 300.000 Euro. Im Vergleich zu anderen Investoren ist die Startups Group somit soft nur ein Mini-Gesellschafter bei einigen Unternehmen. An SoundCloud etwa hält die GSG 0,2%, an Mister Spex 0,66 % und an Delivery Hero (0,06 %).

“Ich glaube, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für den Börsengang ist, um unsere Position in der VC-Szene zu stärken und auszubauen. Gleichzeitig wollen wir mit dem geplanten Börsengang Investoren den Zugang zur Asset-Klasse ‘Deutsche Startups’ eröffnen”, sagt GSG-Gründer Christoph Gerlinger. “Wir erachten unser Geschäftsmodell als unabhängig von den aktuellen wirtschaftspolitischen Ereignissen rund um Griechenland. Unser Erfolg und der unserer Beteiligungen ist vielmehr von dem Gelingen der Unternehmenswertschaffung unserer Portfoliounternehmen, insbesondere deren Innovationskraft geprägt.“ Ob diese stattfindet, hängt nicht von der Finanzverfassung von Griechenland ab, sondern von Ideen, Expertise und Tüchtigkeit der Unternehmer unserer Portfoliounternehmen”. Dennoch bleibt der Zeitpunkt ein Risiko, immerhin schwebt die Griechenlandkrise derzeit über allen wirtschaftlichen Entwicklungen. Die Gesellschafter der GSG glauben zumindest an ihr Unternehmen: Gerlinger und Co. haben sich einem Lock-Up von 12 Monaten unterworfen. Sämtliche übrigen Altaktionäre bleiben 6 Monate an Bord. Wobei sich nach dem Börsengang bis zu 77 % der Anteile im Streubesitz befinden.

Mit vielleicht 62 Millionen Euro, die die GSG an der Börse einsammeln will, ist die Beteiligungsgesellschaft eher eine kleine Nummer in Reigen der vielen Investmentgesellschaften im Lande. Die Startups Group versuchen sich deswegen als langfristiger Partner im Markt zu etablieren. Anders als VC-Fonds mit begrenzter Laufzeit und Investmentperioden, könne die German Startups Group ihre Portfoliounternehmen langfristig finanzieren und begleiten, teilt das Unternehmen zum Börsengang mit. Die Investitionen der German Startups Group erfolgten zudem unabhängig von den Reifegraden der Zielunternehmen. Dennoch könnte es die GSG schwer haben an der Börse, immerhin sind Beteiligungsgesellschaften bisher keine Überfliegergeschichten auf dem Parkett.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. YourDaddy

    Wer diesen zwei Clowns das Geld in den Rachen wirft…schade, da ist wohl die nächste Blase am Kommen.



  2. starty

    Es ist total begrüßenswert, dass jemand eine Brücke zwischen Aktieninvestoren und Startups schlägt, denn wir haben hier doch immer noch viel zu wenig Venture Capital im Markt, auf der anderen Seite aber enorme private Vermögen in DACH, die ungenutzt auf Sparbüchern und Girokonten mit Null Zins rumliegen. Der Normalo kann aber nicht als Business Angel den ganzen Tag im SoHo House abhängen oder bei Earlybird investieren. Via GSG in ein breites Portfolio gut gemixter Startups zu investieren sollte für viele eine gute Option sein. Wer heute was „cooles“ in seinem Aktiendepot haben will, kauft Tesla oder Apple Shares, in Zukunft halt auch Deutsche-Startups-Shares.

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