500 Millionenrunde geplant Auto1.com – viel mehr unentdecktes Einhorn geht nicht

Die Berliner Auto1 Group ist ein waschechter Hidden Champion. Investoren wie DST Global pumpten bisher 200 Millionen in das Start-up. Nun steht eine 500 Millionenrunde an - bei einer Milliardenbewertung. 850 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr kann das unentdeckte Einhorn bisher vorweisen.
Auto1.com – viel mehr unentdecktes Einhorn geht nicht

Schon einmal von Auto1.com gehört? Dann vielleicht von PKW1.net, denn unter diesem Namen trat das Start-up, das 2012 an den Start ging, bisher im deutschen Markt auf. Zum Unternehmen gehören aber auch Plattformen wie wirkaufendeinauto, darüber lief in der Vergangenheit ein Großteil der Ankäufe, welche dann über Auto1, wie die Plattform im Ausland schon lange heißt, weiterverkauft wurden.

Hakan Koç, Mitgründer des Unternehmens verweist im Telefongespräch mit deutsche-startups.de aber darauf, dass der Ankauf mittlerweile über mehrere Kanäle laufe. wirkaufendeinauto sei nur eine davon, führt der ehemalige Chief Product Officer bei Home24 weiter aus. Mittels ipAd-App sei die Auto1 Group, wie die Dachmarke des Unternehmens heißt, mittlerweile direkt bei vielen Autohändlern vertreten. Das Konzept der Unternehmensgruppe ist schnell erklärt: Die Auto1 Group kauft Autos an und verkauft diese zu einem höheren Preis an Händler weiter. Wobei die Jungfirma die Fahrzeuge selbst ankauft. Deswegen muss der Verkauf dann auch schnell über die Bühne gehen, sonst wäre zu viel Kapital gebunden, das nur rumsteht.

ds-auto1

Die Auto1 Group ist somit ein waschechter B2B-Star. Und was für einer! Seit dem Start sammelte das junge Unternehmen bereits 200 Millionen Dollar ein. Zu den Investoren des Start-ups gehören prominente Investoren wie DST Global, DN Capital, Piton Capital, Cherry Ventures und Mutschler Ventures. Und dies soll nur der Anfang sein. “The venture, now called Auto1 Group, was valued at more than $1 billion in a financing round earlier this year that raised $100 million. Its owners are now seeking $500 million more in debt and equity as they target international growth”, schreibt Bloomberg aktuell über das junge Unternehmen. Das Start-up selbst feiert sich gar als “automotive unicorn startup from Berlin”. Mit einer Milliardenbewertung, 850 Millionen Dollar Umsatz im Jahr und 400 Mitarbeitern darf das Unternehmen dies aber auch.

Das weitere Kapital will die Auto1 Group nutzen, um seine Expansion weiter voranzutreiben. Wobei die Auto1-Familie schon jetzt in 20 Sprachen verfügbar ist. Im Zuge dieser Megarunde wagt sich Auto1 dann auch an die große Öffentlichkeit. Bisher war die Jungfirma sehr zurückhaltend in Sachen Öffenlichkeitsarbeit – mal abgesehen von B2B-Aktivitäten. Wer 500 Millionen einsammeln will, muss sich aber schon einmal zeigen. Was dann nun auch im großen Stil passiert. Neben Koç gehören noch Christian Bertermann und Chris Muhr (kam 2014 dazu) zum Führungsteam der Autoverkaufsseite. Jetzt muss das Einhorn nur noch richtig und dauerhaft fliegen.

Foto: auto for sale in a used car lot from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Ich kann nur hoffen, dass sie ihre Büros verschönern. Mehr Leute auf weniger Raum geht wohl kaum. Im Technik raum sitzen gefühlt 50 Leute auf 60 qm. Die Luft taugt kaum, um hochentwickelte Organismen am Leben zu erhalten.



  2. Lochow

    Beeindruckend wie schnell und effizient sie ihr Prozesse aufgebaut haben. Müssen nur aufpassen, es entwickelt sich eine sehr schlechte Stimmung gegen die Praktiken. Die deutlichen Differenzen zwischen “Lockpreis” auf der Webseite von wirkaufendeinauto und dem tatsächlichen “Kaufpreis” vor Ort sorgen für eine massive Gegenstimmung.



  3. Dan

    Ich kann nicht verstehen, wie so eine Firma so gefeiert wird und an soviel Investitionen kommt – dabei nutzt sie im Endeffekt niemandem was!
    Wenn man nur 10 Minuten nach “wirkaufendeinauto” googelt, stellt man fest, dass 99% aller Kommentare absolut negativ ausfallen.

    Ich habe selbst vor ca. einem Jahr mal probehalber mein Auto dort bewerten lassen. Mir wurden ca. 50% des eigentlichen Wertes als Kaufpreis angeboten. Soviel ich gelesen habe, versuchen sie vor Ort auch IMMER den Kaufpreis durch irgendwelche ominösen Argumente noch zu drücken.

    Wer mit einem klaren Verstand macht das also? Dann fahre ich eben selbst zu 2-3 Händlern und bekomme dort dann mit Sicherheit ein besseres Angebot. Und warum? Es ist einfach nur logisch: Ich und der Händler sparen sich den unnötigen Zwischenschritt durch “wirkaufendeinauto”.
    (Wobei ich selbst kein Fan von Händlern bin, sondern den direkten privaten Verkauf eindeutig als die beste und lukrativste Lösung ansehe.(für beide Seiten))

    Und der (Zeit)-Aufwand kann hier keine Rolle spielen oder als Argument gebracht werden. In meinem Beispiel wären es ca. 2000 € Unterschied von “wirkaufendeinauto” zu einem privaten Verkauf.
    2000€ bzw. bis zu 50% des Wertes – jeder klar denkende Mensch (bzw. Ottonormalverbraucher) nimmt sich hier lieber einige Stunden Zeit, als 2000€ zu verschenken.



  4. Jörg Croonenberg

    ganz ehrlich? Wer als Endkunde informativ bei Mobile schaut und einen Inzahlungnahmepreis vom Hänler hat, sollte realistisch sein und die I-Bewertung nicht für “Voll” nehmen. Der Vorteil der Endkunden ist es mit der Besichtigung und dem Pricing vor Ort eine Größere Interessenternzahl zu erreichen, diese Dienstleistung muss ja jemand bezahlen oder? Ich selbst habe bereits mehr als 10 Fahrzeuge dort für meine Kunden verkauft und gegenüber dem Preisen der Regionalen Aufkäufer mit Migrationshintergrund immer bessere Preise bei WKDA erzielt. Es sei angemerkt, dass alle Fahrzueg nicht dem gängigen technischen, wie optischen Zustand eine Deutschen verkaufenden Autohändlers entsprachen. Ein intaktes Fahrzeug werde ich immer selbst an einen Endkunden in Deutschland verkaufen, wiel der Preis nie passen kann.



  5. Niclas

    Auto1. com ist absolut der schlechteste Geschäftspartner, den ich je erlebt habe. Wir als Händler kauften ein Auto im Dezember und bezahlten dies auch sofort! Nun ist es Ende Februar und immernoch kein Auto auf dem Hof! Angeblich soll das Fahrzeug plötzlich nicht mehr anspringen und keiner bekommt irgendwas geregelt. Wir soll man mit so einem Unternehmen zusammen arbeiten? Das schlimmste daran ist jetzt noch, dass das Geld einbehalten wird und niemand mehr auf diesen Fall reagiert!

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