Zimmervermittler als Hotel light Wimdu wirft sich vorm Konkurrenten airbnb in den Staub

Es sei gar nicht so wichtig, dass Wimdu so groß werde wie airbnb, sagt Wimdu-Macher Arne Kahlke dem Handelsblatt zufolge. "Der Markt ist riesig, da haben mehrere Angebote Platz", fährt er fort. Ungewöhnliche Worte aus der aggressiven Rocket Internet-Welt. Wimdu gibt sich somit airbnb geschlagen.
Wimdu wirft sich vorm Konkurrenten airbnb in den Staub

Der samwersche Zimmervermittler Wimdu, der den Anschluss an airbnb längst verloren hat, wird bekanntlich neuerdings von Arne Kahlke und Sören Kress, die zuletzt bei Parship gewirkt und zuvor die Partnervermittlung Elitepartner gegründet haben, geführt. Im Handelsblatt kommt das neue Führungsduo nun erstmals aus der Deckung und überrascht dabei ganz extrem. Es sei gar nicht so wichtig, dass Wimdu so groß werde wie airbnb, sagt Kahlke dem Bericht zufolge.

“Der Markt ist riesig, da haben mehrere Angebote Platz”, fährt er weiter fort. Ungewöhnliche Worte aus der aggressiven Rocket Internet-Welt. Noch tiefer kann man sich gar nicht in den Staub werfen. Zumal der Inkubator “ungeduldig” mit seinem Zimmervermittler geworden sein soll, der noch in 150 Ländern mehr oder weniger aktiv ist. Ziemlich unterwürfig sind auch Kahlke weitere Worte zum Konkurrenten airbnb. Die Amerikaner hätten den “First mover advantage”. Gleichzeitig verbreitet der erfahrene Manager aber auch Aufbruchstimmung. “Wir möchten deutlich stärker wachsen als bisher und sichtbarer werden”, sagt er.

Und wie soll dies gelingen, wenn die Konkurrenz im Massenmarkt quasi gewonnen hat? Kahlke und Kress wollen mit Professionalität überzeugen bzw. setzen ganz auf eine zahlungskräftige Zielgruppe, die gehobenen Standard braucht und keine Couch zum übernachten. Wimdu beschreibt Kahlke als eine Art Hotel light mit Standards für die Wohnungen wie bei einem Hotel. Wohnungen in denen die Mieter selbst wohnen, überlassen die Berliner somit lieber anderen Anbietern – zumindest klingt es so. Fernsehwerbung soll die Botschaft weiter ins Land tragen – auch in Spanien und Italien, wo Wimdu mit Mediaset verbandelt ist – siehe “Berlusconis Mediaset investiert in Wimdu“- Das Start-up sucht somit weiter seine Nische unterhalb von airbnb.

Hausbesuch bei Wimdu

ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich im Spätsommer 2014 einmal ganz genau beim Zimmervermittler Wimdu umsehen. Einige Eindrücke gibt es in unserer großen Fotogalerie.

ds-wimdu

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.