Turnaround geschafft! Glossybox lässt die Krise hinter sich – und schreibt Gewinn

Von null auf hundert - und wieder zurück. So liest sich die Geschichte von Glossybox seit dem Start im Jahre 2011. Nun scheint die Kehrtwende geschafft, immerhin schriebt das Unternehmen nun schwarze Zahlen. Der Weg dahin war hart für das Team und klappte nur durch massiven Stellenabbau.
Glossybox lässt die Krise hinter sich – und schreibt Gewinn

Im Sprachgebrauch von Rocket Internet ist das Beauty-Abokisten-Start-up Glossybox kein Proven Winner – so nennt der Inkubator seine Überflieger. Glossybox ist ein Krisen-Start-up, das mit dem Rücken zur Wand stand, die Kurve kriegen musste und nun wohl auch hat. Denn das Berliner Unternehmen verkündete gerade das Erreichen der Gewinnzone im vergangenen Jahr. Glossybox habe demnach im vergangenen Jahr “jeden einzelnen Monat profitabel” abgeschlossen. Unter dem Strich ist von einem siebenstelligen Gewinn die Rede. Wie dies gelingen konnte, teilt die Jungfirma auch mit: Man habe die Kundenstamm um mehr als 25 % steigern können und die Marketingkosten um 33 % gesenkt.

“Dafür haben wir sehr hart gearbeitet und mussten einige schwierige, aber notwendige Einschnitte vornehmen. Umso schöner ist es, dass wir uns durch die Profitabilität Spielräume geschaffen haben. Diese ermöglichen uns, unsere Vision, die weltweit wichtigste Quelle für Beauty-Entdeckungen zu werden, noch stärker in Angriff zu nehmen”, sagt Glossybox-Gründer Charles von Abercron, zum Erreichen der Gewinnzone. Ansonsten ist die Glossybox-Presseaussendung zum Thema recht inhaltleer.

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Weitere Details gibt es aber im aktuellen Focus. Demnach erwirtschaftete Glossybox im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von rund 30 Millionen Euro. Damit erfüllte das Start-up seine eigene Prognose aus dem Sommer des vergangenen Jahres. 2013 setzte der schöne Abokistendienst ebenfalls rund 30 Millionen Euro um (damals in 17 Ländern). Seit einiger Zeit ist das Start-up nur noch in zehn Ländern aktiv. Über 200.000 Boxen verschickte Glossybox Mitte des vergangenen Jahres, nun ist wieder von 200.000 Boxen im Monat die Rede. Glossybox scheint somit auf einem stabilen Weg.

Zur Erinnerung: Ende 2013 zog sich Glossybox unter anderem aus mehreren Ländern zurück und baute massiv Stellen ab – von rund 200 Mitarbeitern trennte sich das Start-up. Zudem verließ Mitgründerin Brigitte Wittekind das Start-up, das 2011 an den Start ging und bisher rund 55 Millionen Euro Risikokapital einsammelt hat. Die Gute Nachricht am Rande: Glossybox sucht mittlerweile sogar wieder neue Mitarbeiter. Die harten Einschnitte haben sich also gelohnt, auch wenn viele Mitarbeiter ihren Job verloren haben.

Hausbesuch bei Glossybox

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ds-Haus- und Hoffotograf Andreas Lukoschek durfte sich bei Glossybox kürzlich einmal ganz genau umsehen – er fand viele Boxen, große Spiegel und einige starke Sinnsprüche. Einige Eindrücke gibt es in unserer Fotogalerie.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.