Johannes Siebers von Holidu “Unsere Nutzer sollen immer die richtigen Urlaubsentscheidungen treffen”

Das Start-up Holidu durchsucht über 700.000 Angebote von Ferienwohnungen, damit der Urlauber das günstigste Domizil findet. Gründer Johannes Siebers spricht im Gründer-Kurzinterview über das enorme Potential einer umfassenden Metasuche, die Abgrenzung zu Ferienwohnungsportalen und die richtige Urlaubsentscheidung.
“Unsere Nutzer sollen immer die richtigen Urlaubsentscheidungen treffen”

Wer seinen Urlaub plant, blättert so manche Angebote auf der Suche nach dem richtigen Feriendomizil durch. Vor allem Ferienwohnungen sind eine prima Alternative zum Hotel. Das Start-up Holidu durchsucht über 700.000 Angebote, damit der Urlauber die günstigste Bleibe findet. Gründer Johannes Siebers spricht im Gründer-Kurzinterview über das enorme Potential einer umfassenden Metasuche, die Abgrenzung zu Ferienwohnungsportalen und die richtige Urlaubsentscheidung.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Ferienwohnungen liegen im Trend und sind ein großer Wachstumsmarkt. Die Suche nach Ferienwohnungen ist jedoch noch zu aufwendig, da es sehr viele Portale mit unterschiedlichen Angeboten gibt. Hier setzt Holidu an. Holidu entwickelt eine Metasuche mit dem Ziel Ferienwohnungsangebote von allen wichtigen Portalen in einer einzigen Suche auffindbar und vergleichbar zu machen. Das Buchen von Ferienwohnungen soll so leicht und stressfrei werden wie das Buchen von Hotels.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Ursprünglich sind wir mit der Idee gestartet Fincas in Portugal zu aggregieren, weil wir selbst erlebt haben, wie aufwendig es war ein geeignetes Haus am Meer zu finden. Im Laufe der Recherchen haben wir dann das enorme Potential einer umfassenden Metasuche erkannt und uns darauf fokussiert.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
In Europa gibt es noch keine führenden Metasuchen für Ferienwohnungen und Ferienhäuser, wie z.B. Kayak oder Trivago im Hotelmarkt. Als Metasuche grenzen wir uns von Ferienwohnungsportalen wie Tripadvisor, FeWo-Direkt, Housetrip oder 9Flats ab in dem wir die Angebote all dieser Portale vergleichen. Die Nutzer können bei Holidu suchen, das beste Angebot auswählen und dann entscheiden bei welchem Portal sie buchen wollen. Die Ferienwohnungsportale sind also unsere Partner.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Es gibt enorm viele große und kleine Ferienwohnungsportale. Entscheidend ist für uns eine herausragende Technologie zu entwickeln die den Nutzern wirklich immer die größte Auswahl und den besten Preis bietet. Unsere Nutzer sollen mit Holidu immer die richtigen Urlaubsentscheidungen treffen.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Für unsere Nutzer ist der Service kostenlos. Unsere Partnerportale bezahlen uns für jede vermittelte Buchung eine Vermittlungsprovision. Wie schnell wir schwarze Zahlen schreiben hängt davon ab wie schnell und stark wir wachsen wollen.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Mit Angeboten in über 100 Ländern und einer deutschen und englischen Seite ist unser Produkt schon heute international aufgestellt. Europa ist der prädestinierte Markt für eine Ferienwohnungssuchmaschine. In jedem Land gibt es andere Ferienwohnungsportale. Als Endnutzer kann man unmöglich einen Überblick behalten. Mittelfristig soll Holidu als europäisches Produkt und Unternehmen in allen europäischen Ländern vertreten sein. Langfristig werden wir auch globale Regionen ins Auge fassen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Bis Ende des Jahres werden mehr als 1 Millionen Ferienwohnungen und Ferienhäuser auf Holidu suchbar sein. Wir werden uns weiterhin stark auf das Engineering konzentrieren. Ein herausragendes Produkt und eine Top User Experience bilden die Basis um Holidu zu skalieren.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Johannes Siebers studierte Internationale BWL in Tübingen, Madrid und Sydney. Nach dem Abschluss als Diplom-Kaufmann in 2009 arbeitete er für vier Jahre im Bereich Venture Capital, davon als Associate bei Siemens Venture Capital in München. Anfang 2014 begann er mit seinem Bruder Michael die Entwicklung von Holidu.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.