Ausschreibungsplattform alloys2b bringt Schwung in den alten Metallhandel

Bei der noch jungen Ausschreibungsplattform alloys2b dreht sich alles um Legierungen. In einem simplen Ausschreibungsprinzip können Einkäufer ihren Bedarf kundtun. Lieferanten können dann Angebote unterbreiten. Eine äußerst zeitgemäße Idee - wenn auch in einer sehr alten Branche.
alloys2b bringt Schwung in den alten Metallhandel

Willkommen in der Welt der Rohstoffe. Der Welt der Gießereien, Stahlwerke und Recycler. Beim Münchener Start-Up alloys2b dreht sich alles um genau diese Themen. Gründer Jürgen Wixler beschreibt sein Startup als “Ausschreibungsplattform für Vorlegierungen, Legierungen und unlegierte Materialien”. Bereits Anfang Februar ging alloys2b an den Start. “Die Metallindustrie ist auf Rohstoffe aus dem Ausland angewiesen. Die Beschaffung der Rohstoffe ist insbesondere für KMUs zunehmend schwierig und kostenintensiv”, nennt Wixler, der über fünf Jahre Erfahrung in der Stahlindustrie verfügt, als Beweggrund zur Gründung von alloys2b. Mit seiner Ausschreibungsplattform soll der Handel nun “zeit- und kostensparend” funktionieren.

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“Der enorme Zeit- und Kostenaufwand resultiert daraus, dass Einkaufsprozesse noch heute über E-Mail, Telefon und Fax abgewickelt werden, Lieferanten nur bedingt bekannt sind und Produzenten konzentriert in einigen Ländern sitzen. Hinzukommt, dass der Metallmarkt seit 2009 wesentlich höheren Preisschwankungen unterliegt. Wo früher langfristige Verträge üblich waren wird heute auf Bedarf gekauft”, sagt Wixler, der das Projekt bisher komplett eigenfinanziert hat.

Und so funktioniert der Handel auf alloys2b: In einem simplen Ausschreibungsprinzip können Einkäufer ihren Bedarf kundtun. Lieferanten können dann Angebote unterbreiten. Kunden der Plattform sind unter anderem Gießereien, Stahlwerke, Minen, Hütten, Zwischenhändler und Recycler. “Der Einkäufer hat dabei die freie Entscheidung wer den Zuschlag erhält. Alloys2b erhebt eine prozentuale Fee am gehandelten Volumen vom Lieferanten und das ausschließlich beim erfolgreichen Verkauf”, berichtet Wixler. Klingt zumindest nach einer zeitgemäßen Idee – wenn auch in einer sehr alten Branche. Die zudem noch weltweit funktioniert.

Foto: Iron and steel factory workshop from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.