15 Fragen an Manuel Hinz von Toroleo “Wir sind eher analytisch an das Thema gegangen”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Manuel Hinz von Toroleo.
“Wir sind eher analytisch an das Thema gegangen”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Mir war es schon immer besonders wichtig, Projekte eigenverantwortlich vorantreiben zu können. Als Chef eines eigenen Startups macht dies besonders viel Spaß.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Toroleo entstand als Projekt aus dem Hause Project A Ventures, die sich als Company Builder darauf spezialisiert haben, erfolgreiche Geschäftsmodelle aufzubauen. Von daher gab es bei mir persönlich kein einschneidendes Erlebnis, welches zur Ideenfindung beigetragen hat. Stattdessen sind wir eher analytisch an das Thema gegangen und haben uns nach Analyse von Geschäftsmodell, Markt und Wettbewerb gemeinsam dazu entschieden, Toroleo.de als Produkt- und Preisvergleich für den äußerst spannenden Automobil-Markt aufzubauen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Toroleo wurde von Anfang an durch Project A Ventures mit Kapital und Know-how unterstützt und Mitte des letzten Jahres ist zudem Creathor Venture als weiterer Gesellschafter an Bord gekommen.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Beim Aufbau eines Produkt- und Preisvergleiches ist insbesondere das Thema Produktdaten von entscheidender Bedeutung, so dass wir uns lange hiermit beschäftigen mussten.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase andersmachen?
Bei der nächsten Gründung würde ich mir von Anfang an einen Mitgründer suchen, da es als einziger Gründer manchmal schwierig ist, sehr tief in Themen einzutauchen, wenn man gleichzeitig alle Bereiche auf einmal überblicken muss.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Für Toroleo sind alle Facetten des Suchmaschinenmarketings besonders wichtig. Hier müssen wir noch zahlengetriebener, effizienter und kreativer als die Online-Shops in unserem Bereich arbeiten, da wir als Produkt- und Preisvergleich unsere Marge auf Klick-Ebene und damit sehr kleinteilig optimieren und dabei gleichzeitig auch noch eine konstant hohe Traffic-Qualität für unsere Händler sicherstellen müssen.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
In der Gründungsphase hat mir insbesondere der Austausch mit den Gründern und Mitarbeitern von Project A Ventures sowie die regelmäßige Diskussion von Themen mit anderen Gründern wie zum Beispiel meinen alten Chefs Fabian und Ferry Heilemann sehr geholfen. Außerdem sind Wochenenden zuhause bei der Familie perfekt, um vom stressigen Startup-Alltag abzuschalten.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Es hat sich bisher besonders bewährt, dem Recruiting eine besondere Bedeutung zu schenken und hier insbesondere in der Anfangszeit viel Zeit zu investieren, da der Erfolg eines Startups zu einem großen Teil durch die Qualität des Teams mitbestimmt wird.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Während die Finanzierungssituation für Start-ups in sehr frühen Phasen in Deutschland mittlerweile schon sehr gut ist, wird die Investorendichte in späteren Phasen leider schon deutlich dünner. Vom Bundeswirtschaftsminister würde ich mir daher wünschen, hier Anreize zu setzen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um mehr deutsche und internationale Kapitalgeber als Investoren für Startups in späteren Phasen anzulocken.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Neben der Tätigkeit als Gründer finde ich ebenso die Investorenseite sehr spannend, wo man zahlreiche neue Geschäftsmodelle sieht und den eigenen Portfolio-Firmen beratend zur Seite stehen kann. Glücklicherweise kann ich dies als Venture Partner bei Heilemann Ventures parallel zu meiner jetzigen Gründung schon etwas miterleben.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Als Toroleo-Gründer wäre es spannend, einmal einen Tag bei Idealo oder Trivago reinzuschauen, die einige Herausforderungen bereits gemeistert haben, die wir noch zu lösen haben.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Wenn ich die Chance hätte, würde ich am liebsten einmal in die Zukunft reisen, um schon heute zu wissen, wie sich einige Trends und Techniken weiterentwickeln werden.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Das Geld würde ich zum größten Teil in spannende Start-ups investieren, einen kleineren Teil für Reisen und weitere Segelscheine reservieren und einigen sehr unterstützenswerten Projekte von Freunden wie z. B. Go Ahead! eine Summe zur Verfügung stellen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Im Sommer definitiv in meiner Heimat Kiel auf dem Wasser beim Segeln. Dabei kann ich perfekt vom Alltagsstress abschalten und gut erholt in die nächste Woche starten.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Wenn er nicht im letzten Jahr leider gestorben wäre, sehr gerne mit Berthold Beitz, dessen Lebenswerk ich sehr beeindruckend finde.

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Manuel Hinz absolvierte sein Studium an der Fachhochschule Kiel sowie an der University of North Florida, USA, mit dem Schwerpunkt Internationale
Betriebswirtschaftslehre. Direkt im Anschluss arbeitete er bei der Couponing-Plattform DailyDeal GmbH an und wurde im Oktober 2011 zum Head of Corporate Development und Interims-CFO der DailyDeal GmbH ernannt. Im Mai 2012 gründete Manuel Hinz in Zusammenarbeit mit Project A Ventures das
Preisvergleichsportal Toroleo, das er bis heute als Gründer und Geschäftsführer leitet. Er ist zudem Venture Partner bei Heilemann Ventures, der Beteiligungsgesellschaft der DailyDeal-Gründer Fabian und Ferry Heilemann.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.