ProSiebenSat.1 Accelerator 2 Klassen, 13 Start-ups, 4 Anschlussfinanzierungen

Im April startet die dritte Klasse des ProSiebenSat.1 Accelerators. Grund genug, sich die bisherigen Klassen noch mal anzusehen. Die Sendergruppe zeigt sich zufrieden mit ihrem Förderprogramm: Aus der ersten Runde konnten sich bisher vier Start-ups eine Anschlussfinanzierung sichern
2 Klassen, 13 Start-ups, 4 Anschlussfinanzierungen

Zwei Klassen haben den ProSiebenSat.1 Accelerator bereits durchlaufen. Im Frühjahr nahmen sechs, im Herbst sieben Start-ups am Förderprogramm der TV-Sendergruppe teil. Das Münchner Medienunternehmen zieht gegenüber deutsche-startups.de eine positive Bilanz seines Accelerators: “13 Start-ups haben zwei Runden durchlaufen und konnten mit Unterstützung von ProSiebenSat.1 deutlich wachsen”. Verdeutlichen will ProSiebenSat.1 dies mit “unmittelbaren Anschlussfinanzierungen” seiner Start-ups.

Aus der ersten Runde konnten sich demnach vier von sechs Start-ups eine Anschlussfinanzierung sichern. “Jeweils im sechsstelligen Bereich”, wie das Unternehmen mitteilt. Die erste Klasse des ProSiebenSat.1 Accelerators bestand aus ampido, DreamaTV, get2play, JobCrowd, moosify und Tickethelden. Bei der Last-Minute-Ticket-App Tickethelden beispielsweise stiegen sedo-Gründer Tim Schumacher und der Munich-Investors-Circle (MUN-IC) ein. Wie ProSiebenSat.1 betont, habe das Unternehmen zudem die Veranstaltungsplattform wergehthin.de übernommen. Zur Erinnerung: wergehthin.de ging im vergangenen Jahr unter. Die entsprechende Domain leitet nun auf Tickethelden um. Programmteilneher moosify wiederum verbündete sich mit dem Konkurrenten Fellody. Das Start-up aus dem ProSiebenSat.1 Accelerator kann sich nun damit rühmen, die “größte deutsche Musik-Dating Plattform” zu sein. Zumindest ein Nischenerfolg.

Eher merkwürdig ist dagegen der weitere Werdegang von get2play. Die E-Learning-Plattform für Musik ist inzwischen im Accelerator-Programm von Axel Springer Plug and Play angekommen. Accelerator-Hüpfen ist auch auf dem zweiten Blick keine erstrebenswerte Karriere für ein junges Unternehmen. Andere Kursteilnehmer wie das Online-Netzwerk DreamaTV sind dagegen bei ProSiebenSat.1 angekommen. Das Start-up kooperiert nun mit Studio71, dem Multi-Channel-Netzwerk der Gruppe. Talentry wiederum implementiert derzeit seine Social-Recruiting-Software bei ProSiebenSat.1. Für solche Kooperationen und Kontakte sollte sich die Teilnahme der Start-ups am ProSiebenSat.1 Accelerator gelohnt haben. Eine Erfolgsgarantie ist es aber selbstverständlich auch (noch) nicht. Dafür ist alles noch zu frisch. Dies gilt erst recht für die zweite Klasse des Accelerators, welche aus Eyeglass24, Kinematics, Jurato, myRADIOday, payever, Storyfeed und Videostream360 bestand.

Zumindest für Eyeglass24 hat sich der Zugang zur ProSiebenSat.1 aber bereits gelohnt. Das Unternehmen, welches Brillengläser inklusive der Einarbeitung in neue und alte Fassungen online anbietet, durfte am SevenVentures Pitch Day (7VPD) teilnehmen. Den Hauptgewinn (Medialeistungen in Höhe von vier Millionen Euro) konnte das Start-up zwar nicht abräumen, dafür aber den Publikumspreis. Eyeglass24-Macher Jascha Chong Luna blickt positiv auf die Zeit im Accelerator zurück: Die Teilnahme für seinen Online-Shop habe sich absolut ausgezahlt. Er verweist dabei unter anderem auf viele gute Kontakte zu Verantwortlichen bei ProSiebenSat.1 und Investoren. “Wir haben genau das erreicht, was wir uns von der Teilnahme erhofft haben”, sagt der Eyeglass24-Geschäftsführer. Leicht gemacht hatte sich der Münchner die Teilnahme am Programm vorher nicht. Er verweist auf einen “tiefgehenden ewigen Entscheidungsprozess” und viele Diskussionen. Nun erhofft er sich dadurch, dass sein Unternehmen besser aufgestellt ist als zuvor, in naher Zukunft eine höhere Bewertung und dass sich somit die Abgabe von 5 % an den ProSiebenSat.1 Accelerator langfristig auszahlt. Wobei junge Start-up sicher besser bei Accelerator-Programmen aufgehoben sind. Eyeglass24 war schon fast zu weit für ein solches Förderprogramm. Im April startet dann die dritte Klasse des ProSiebenSat.1 Accelerators – die Bewerbungsphase ist nun eröffnet.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.