Wird der Problemfall YouTailor noch ein Erfolg? Ex-Rocket-Mann dreht jeden Stein um

Klappt der erneute Neustart bei YouTailor (www.youtailor.de), einen Online-Shop für Maßkleidung, der in den vergangenen Monaten gleich zweimal in die Insolvenz schlitterte und immer wieder den Neustart versuchte? Fred Klinkert (ehemals Rocket Internet), […]
Wird der Problemfall YouTailor noch ein Erfolg? Ex-Rocket-Mann dreht jeden Stein um

Klappt der erneute Neustart bei YouTailor (www.youtailor.de), einen Online-Shop für Maßkleidung, der in den vergangenen Monaten gleich zweimal in die Insolvenz schlitterte und immer wieder den Neustart versuchte? Fred Klinkert (ehemals Rocket Internet), bereits seit April der neue Geschäftsführer des Unternehmens, ist davon überzeugt! In den vergangenen Monaten hat er YouTailor ordentlich auf den Kopf gestellt und wird dies auch weiter tun.

“In den letzten drei Monaten haben wir bei YouTailor alle internen und externen Unternehmensbereiche verbessert und partiell neu aufgebaut. Unsere Hemden produzieren wir nun in Europa bei einem Hersteller, der auch für bekannte Premium-Marken produziert”, sagt Klinkert, der bei Rocket Internetals Manager Global Venture Development für Unternehmen wie Zalando, Payleven und Glossybox tätig war. In der Vergangenheit produzierte YouTailor im Ausland – im fernen Osten genauer. Auch an die verprellten Altkunden, die teilweise monatelang auf ihre Bestellungen warten mussten, hat Klinkert eine frohe Botschaft: “Mit dem Kauf des Unternehmens haben wir uns damals freiwillig dazu verpflichtet, alle offenen Kundenbestellungen vor unserer Zeit zu erfüllen. Davon haben wir bereits 90 % produziert und ausgeliefert”. Die restlichen 10 % sind somit noch immer nicht gut zu sprechen auf YouTailor.

Neben dieser wichtigen Vergangenheitsbewältigung, blickt das neue zehnköpfige (früher waren es mal über 80) YouTailor-Team nun auch wieder stärker in die Zukunft: Anfang September soll die neue Website online gehen. Klinkert verspricht unter anderem einen verbesserten Selbstvermessungsprozess und “ein neues umfangreiches Stoffsortiment”. Ein neues Logo bekommt YouTailor ebenfalls. Man darf gespannt sein, ob YouTailor mit diesen enormen Veränderung endlich die Kurve kriegt. Gerade die Verlagerung der Produktion nach Europa sowie die Verpflichtung von neuen Lieferanten für Stoffe, Garne und Knöpfe dürften für den dauerhaften Erfolg nötig gewesen sein. Klinkert blickt deswegen auch zuversichtlich in die Zukunft: “Mit der Technologie hinter YouTailor können wir die Textilindustrie verändern”. Einfach wird dieses Unterfangen nicht, wie die Wasserstandsmeldungen anderer Maßkleidungsanbieter zeigen – siehe auch “Project A verkauft Amerano“.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Sophie Müller

    Schöne MarketingStory! Wer´s glaubt?!

    Die Kundenrealität sieht leider so aus: http://www.dooyoo.de/online-shops/youtailor-de/Testberichte/

    Aber warum Hemden produzieren, wenn man(n) Geld für Webseiten und Logo ausgeben kann?

  2. Pingback: “Zweifelsohne ist unser Image beschädigt worden” – Fred Klinkert von YouTailor :: deutsche-startups.de



  3. MMueller

    Wenn dem so ist, frage ich mich, warum zugesagte Regulierungen bzw. Erstattungen nicht erfolgen und mann statt dessen hingehalten und belogen wird. Dieses Geschäftsgebaren ist unseriös und man kann eigentlich nur vor YouTailor warnen.

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