Wie miBaby vom brandneuen Investitionszuschuss profitiert: Angel erhöht sein Investment dank Staatskohle um 25 %

Der Investitionszuschuss Wagniskapital (IVZ), bei dem private Venture Capital-Geber pro Start-up 20 % ihrer Investitionssumme zurückbekommen, nimmt langsam, aber sicher Fahrt auf. In den ersten zwei Wochen seit Start des Programms wurden bereits […]
Wie miBaby vom brandneuen Investitionszuschuss profitiert: Angel erhöht sein Investment dank Staatskohle um 25 %

Der Investitionszuschuss Wagniskapital (IVZ), bei dem private Venture Capital-Geber pro Start-up 20 % ihrer Investitionssumme zurückbekommen, nimmt langsam, aber sicher Fahrt auf. In den ersten zwei Wochen seit Start des Programms wurden bereits 143 Anträge gestellt und 35 Zusagen erteilt. Als eines der ersten Start-ups, profitiert auch miBaby (www.mibaby.de) vom Investitionszuschuss für private Kapitalgeber.

Der bekannte Business Angel Wolf Michael Nietzer investiert mit seiner Wolfman Holdings einen sechsstelligen Betrag in das junge Unternehmen, das sich als “persönlicher Berater für alle Anschaffungen fürs Baby” positioniert. Wie das Start-up mitteilt, investiert Nietzer “aufgrund des neuen Investitionszuschuss Wagniskapital schneller und mit einem 25 % höheren Betrag als zunächst geplant” in das Unternehmen, das via Crowdinvesting momentan 500.000 Euro einsammeln will – siehe Seedmatch. “Als wir das erste Mal von dem neuen Zuschuss hörten, war für uns klar, dass wir uns bewerben werden. Von dem einfachen, unbürokratischen Bewerbungsprozess waren wir dann aber mehr als überrascht. Dabei unterstützten uns die Mitarbeiter des BAFA am Telefon sehr freundlich und geduldig bei allen offenen Fragen”, berichtet miBaby-Gründer Tim Kettenring. Nicht einmal 24 Stunden nach Prüfungsbeginn hatten das miBaby-Team den Bescheid in der Tasche.

Bundesregierung schenkt Investoren 20 % ihrer Investitionssumme

Auch Business Angel Nietzer ist begeistert vom Investitionszuschuss: “Ich freue mich, den zu erwartenden Zuschuss vollständig an das Unternehmen
weitergeben zu können”. Private Venture Capital-Geber bekommen pro Start-up 20 % ihrer Investitionssumme – bis zu einer Maximalsumme von 250.000 Euro – erstattet. Einzelheiten zum Programm, das mit 150 Millionen Euro dotiert ist, sind auf den Internetseiten der BAFA verfügbar. Flyer zum Investitionszuschuss Wagniskapital (PDF). Merkblatt für Investoren (PDF), Merkblatt für Unternehmen (PDF). Weitere Infos in der Richtlinie zur Bezuschussung von Wagniskapital privater Investoren für junge innovative Unternehmen (PDF).

Die Eckpunkte des IVZ-Programms in Kurform: “Gefördert werden private Investoren (natürliche Personen), die Gesellschaftsanteile an jungen innovativen Unternehmen erwerben. Die Anteile müssen vollumfänglich an Chancen und Risiken beteiligt sein. Der private Investor erhält 20 % des Kaufpreises für den Anteilserwerb über den Zuschuss zurückerstattet – die Beteiligung muss für mindestens drei Jahre gehalten werden”. Der jeweilige Investor muss dem Start-up zudem mindestens 10.000 Euro investieren. Und weiter: “Ist die Zahlung des Kaufpreises an die Erreichung von Meilensteinen durch das Unternehmen geknüpft, muss jede einzelne Zahlung des Investors mindestens 10.000 Euro betragen. Jeder Investor kann pro Jahr Zuschüsse für Anteilskäufe in Höhe von bis zu 250.000 Euro beantragen. Pro Unternehmen können Anteile im Wert von bis zu 1 Million Euro pro Jahr bezuschusst werden”.

“Gut gemeint – aber”

Passend dazu noch einmal ein Hinweis auf den Gastbeitrag mit dem Titel “Der Investitionszuschuss Wagniskapital ist gut gemeint – muss aber mit weiteren Maßnahmen ergänzt werden – meint unterdessen” von Alexander Stoeckel, Partner bei b-to-v Partners. Sein Fazit: “Zusammengefasst sagen wir als Akteur in der Start-up-Szene, dass wir die Initiative „Investitionszuschuss Wagniskapital“ ausdrücklich befürworten. Die Wirksamkeit bleibt abzuwarten und sollte nicht nur von Marktteilnehmern beurteilt werden. Und wir regen an, diese Initiative mit weiteren nicht-monetären Aktivitäten, die deutlich langfristiger angelegt sind zu flankieren”.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.