studiVZ: Vom Start-up zur Firma zum Start-up – Neuer Chef will Nutzer mit Fotoplattform halten – schülerVZ wird abgeschaltet

Ausgerechnet in der Bild gibt es Infos über das dritte Leben von studiVZ (www.studivz.net) – also nach dem Verkauf an Vert Capital. Dem Bericht zufolge wird das einstige 200-Mann-Unternehmen inzwischen wieder von einem […]
studiVZ: Vom Start-up zur Firma zum Start-up – Neuer Chef will Nutzer mit Fotoplattform halten – schülerVZ wird abgeschaltet

Ausgerechnet in der Bild gibt es Infos über das dritte Leben von studiVZ (www.studivz.net) – also nach dem Verkauf an Vert Capital. Dem Bericht zufolge wird das einstige 200-Mann-Unternehmen inzwischen wieder von einem 12-köpfigen Team geführt. Wenig überraschend: Die Plattformen meinVZ und studiVZ werden nicht mehr weiterentwickelt, sondern lediglich verwaltet. schülerVZ (www.schuelervz.net) wird sogar ganz abgeschaltet!

“Wir fokussieren uns darauf, ergänzende Apps für die Plattformen zu entwickeln”, sagt Joseph Nejman, der seit Dezember 2012 an der Spitze der VZ-Netzwerke steht, der Bild. “Mit dieser Strategie will er die Plattformen öffnen”, schreibt das Boulevardblatt weiter. Erster Baustein dieser Rettungsstrategie ist das VZ Fotobuch (www.bildervz.net). Auf dieser Fotoseite, die Pinterest sehr ähnlich sieht, können Nutzer ihre Bilder hochladen und teilen – bisher konnten die VZ-Nutzer ihre Bilder nicht außerhalb der Plattform teilen. Witzig dabei: Der Zugang ist einem VZ- oder einem Facebook-Account möglich.

“Wir wollen die Zahl mit neuen Apps im Sommer auf 1,5 bis 2 Millionen einzelne Nutzer pro Monat steigern oder mindestens stabil halten”, blickte Nejman ansonsten für Bild in die Zukunft. Laut Nejman ist die Zahl der monatlichen Nutzer zuletzt von 1,5 Millionen im Dezember auf 1,2 Millionen Nutzer gefallen. Offizielle Zahlen der VZ-Netzwerke gibt es leider nicht mehr – aus der IVW ist das Unternehmen ausgestiegen. Was der neue VZ-Chef sonst mit dem sozialen Netzwerken vor hat, bleibt leider schleierhaft. Im Zuge der Übernahme hieß es von Jason Thonis, Unternehmenssprecher von Vert Capital: “Die Jugendlichkeit der VZ-Netzwerke in Kombination mit einer nach wie vor breiten Nutzerbasis und einer etablierten Marktposition in Deutschland, sind ausschlaggebend für die heutige Akquisition, die ausgezeichnet zu unseren Investitionsschwerpunkten passt. Für die Neuausrichtung der VZ-Netzwerke haben wir erste gute Ideen und sind zuversichtlich, mit unserer breiten und fundierten Erfahrung erfolgreich zu sein”.

schülerVZ wird abgeschaltet

Ein VZ Fotobuch klingt leider aber noch nicht nach einer großen Neuausrichtung. Zumal die Berliner schülerVZ gleich komplett dicht machen – siehe “schülerVZ schließt: Langsamer Niedergang der VZ-Netzwerke” und “Abschaltung schülerVZ“. Das soziale Netzwerk teilt seine Abschaltung mit den Worten: “Wir machen’s kurz: Es ist vorbei. schülerVZ wird am 30. April 2013 geschlossen. Für immer. Deine Mitgliedschaft wird daher zum 30. April 2013 beendet. Und im Gegensatz zu den ganzen Kettenbriefen, die wir stets mit ‘Ist gar nicht wahr!’ zurückgewiesen haben, stimmt diese Nachricht leider”. Erstaunlich dabei: Bei der Verkündung der Übernahme behielt Holtzbrinck Digital, der alte Besitzer “die Option, das Portal schuelerVZ zu nutzen”. Das Fazit: Einen Niedergang kann man nicht aufhalten, dabei galt schülerVZ lange Zeit als das einzige wertvolle Objekt in der VZ-Welt.

Was sonst noch so zuletzt in der VZ-Welt los war, kann man bei Meedia lesen: Unter der Überschrift “FakeVZ: Leben in den Ruinen von SchülerVZ” berichtet das Medienmagazin über die Web-Ruine: “Tatsächlich nutzen immer mehr Mitglieder das Nezwerk als virtuellen Spielplatz. Tausende nutzen mittlerweile SchülerVZ als eine Art selbstentwickeltes Rollenspiel: FakeVZ”.

Artikel zum Thema
* Jetzt ist es hochoffiziell: Bebo ist der neue studiVZ-Besitzer
* Holtzbrinck verkauft VZ-Netzwerke an Investmentfirma

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

Aktuelle Meldungen

Alle

#DealMonitor Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages

Takeaway kauft Foodarena – und alle Deals des Tages
Freitag, 22. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (22. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Delivery Hero etwa verkauft seinen Schweizer Ableger an Takeaway.com.

15 Fragen an Dirk Owerfeldt Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!

Gründen? Selbstverantwortung! Selbstverwirklichung!
Freitag, 22. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Im Firmen-Marketing ist PR sehr wichtig. Doch was nutzt der bekannteste Name, wenn das Unternehmen am Markt scheitert? Deshalb sind im B2B-Bereich vor allem ein gutes, ausgefeiltes Produkt und professioneller Service essenziell”, sagt Dirk Owerfeldt, Gründer von Gastrofix.

#DealMonitor Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages

Silexica bekommt 18 Millionen – und alle Deals des Tages
Donnerstag, 21. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (21. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Baze sammelt Kapital ein. Zudem bekommt talpasolutions 1,5 Millionen.

#Zahlencheck Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen

Lesara: Zahlensalat pur! Rohertrag nur 24,7 Millionen
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

Der Lesara-Jahresabschluss für 2016 ist da! Der Zahlensalat um das Startup wird dadurch nur noch schlimmer. Der Rohertrag des Unternehmens lag damals bei 24,7 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2015 ein Wachstum in Höhe von 254 %.

App für den Schulalltag Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit

Scoolio aus Dresden: Schon 175.000 Schüler machen mit
Donnerstag, 21. Juni 2018 Alexander Hüsing

“In den vergangenen Monaten haben wir unser Geschäftsmodell sukzessive weiterentwickelt. Inzwischen nutzen wir die Datentiefe, um Angebote zur Berufs- und Ausbildungsorientierung zielgenauer an interessierte Schülern zu adressieren”, sagt Mitgründer Danny Roller.

#DealMonitor 16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages

16 Millionen für Blinkist – und alle VC-Deals des Tages
Mittwoch, 20. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (20. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Das Stuttgarter Startup VirtualQ sammelt Millionensumme ein.

#Zahlencheck Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen

Verlust von N26 steigt um 214,1 % – auf 14,7 Millionen
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

Wir werfen einen Blick in den Jahresabschluss der Startup-Bank N26 für das Jahr 2016. Demnach lag der Jahresfehlbetrag des Startups vor zwei Jahren bei 14,7 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahr (4,7 Millionen) ein Plus von 214,1 %. Das Wachstum auf zuletzt 1 Millionen Kunden dürfte somit teuer erkauft sein.

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment

Eversports: Vom holprigen Start zum Millioneninvestment
Mittwoch, 20. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Die Idee zu Eversports wurde geboren, als ich in Klagenfurt, durch Recherche erfahren habe, wie viel die Stadt an Sportaktivitäten zu bieten hat. Gleichzeitig habe ich jedoch gemerkt, dass nur Wenige von dieser Vielfalt wissen”, sagt Mitgründer Hanno Lippitsch.

#DealMonitor 11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages

11,5 Millionen für abracar – und alle VC-Deals des Tages
Dienstag, 19. Juni 2018 ds-Team

Im aktuellen #DealMonitor (19. Juni), unserer täglichen Übersicht über alle Deals und Exits in der DACH-Region, gibt es wieder alle Deals der letzten 24 Stunden! Darunter: Allianz X investiert 11,5 Millionen Euro in abracar. Crate.io bekommt zudem 11 Millionen US-Dollar.

Interview “Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”

“Mit Geschwistern kann man offener kommunizieren”
Dienstag, 19. Juni 2018 Alexander Hüsing

“Wir sind von Hause aus mit sehr ähnlichen Werten und der gleichen Leistungsbereitschaft ausgestattet – was die Zusammenarbeit enorm erleichtert”, sagt Pauline Koehler, die WeddyPlace gemeinsam mit ihrem Bruder Daniel Koehler hochzieht.