Hanse Ventures verkauft Gigalo – Gigalocal und Finest Spots werden eingestellt

Im April 2011 startete Hanse Ventures mit Gigalo (www.gigalo.de) einen Mini-Job-Dienst, der dem Vorbild fiverr (www.fiverr.com) nacheiferte – siehe “Angriff der Mini-Job-Dienste: Hanse Ventures startet Gigalo, Vorbild Fiverr startet deutsche Version“. Der Hype […]
Hanse Ventures verkauft Gigalo – Gigalocal und Finest Spots werden eingestellt

Im April 2011 startete Hanse Ventures mit Gigalo (www.gigalo.de) einen Mini-Job-Dienst, der dem Vorbild fiverr (www.fiverr.com) nacheiferte – siehe “Angriff der Mini-Job-Dienste: Hanse Ventures startet Gigalo, Vorbild Fiverr startet deutsche Version“. Der Hype um das Thema ist längst verflogen, die deutsche Seite von fiverr längst wieder abgeschaltet und Gigalo, später ohnehin nur ein Nebenprojekt der mobilen Dienstleistungsvermittlung Gigalocal, wurde Ende des vergangenen Jahres sang- und klaglos abgeschaltet. Nun soll Gigalo unter Christian Steiger, dem damaligen Chefentwickler bei Hanse Ventures, wieder erblühen – er übernahm die Plattform kürzlich.

“Die Entwicklung von Gigalo hat sehr viel Zeit und Arbeit gekostet, auch wenn der Spaß an der Entwicklung nie zu kurz kam. Nach der Übergabe kam die Plattform schnell in Fahrt, der Andrang war groß”, sagt Steiger. Da mir persönlich Gigalo sehr am Herzen liegt, habe ich mich zum Kauf der Plattform entschieden”. Details zur Transaktion sind nicht bekannt. Ein Vermögen dürfte Gigalo aber kaum gekostet haben – zumal Hanse Ventures das Projekt bereits beerdigt hatte. Auch andere Wettbewerber wie Yoofive, Fiveo und Gigmich.de gibt es längst nicht mehr. Das Konzept der vielen Anbieter war immer gleich: Auf Gigalo und können bzw. konnten Nutzer eine Tätigkeit kostenlos anbieten. Der Preis liegt dabei immer bei 5 Euro. Bei Gigalo sind laut Website 2.914 Gigs, also Tätigkeiten eingetragen. Hoffentlich klappt – abseits des großen Hypes vor etlichen Monaten – der zweite Gigalo-Anlauf.

Gigalocal und Finest Spots am Ende

Nicht rosig sieht dagegen die Zukunft von Gigalocal (www.gigalocal.de) und Finest Spots (www.finest-spots.com), einer Smartphone-App für “personalisierte Location-Empfehlungen”. Beide Angebote, die ebenfalls zum Gigalo-Getreiber Fastforward RSA GmbH stammen, werden einstellt. “Sowohl Gigalocal als auch Finest Spots, das ausschließlich auf dem Testmarkt Hamburg verfügbar ist, blieben in ihrer Entwicklung hinter den Erwartungen zurück. Bei beiden Produkten erscheinen uns die notwendigen weiteren Investitionen, um die für die Rentabilität notwendige Marktabdeckung zu erreichen, zu hoch. Mit der Geschäftsführung der Fastforward RSA werden wir auch in Zukunft weiter zusammen arbeiten”, teilt Hanse Ventures mit. Finest Spots startete im Sommer des vergangenen Jahres – quasi als Gigalocal-Nachfolger – siehe “Nach Gigalocal kommt Finest Spots – Smartphone-App findet coole Restaurants“.

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“Die User wählen aus, wonach ihnen gerade ist und die App empfiehlt mithilfe der Geodaten vorausgewählte Locations in der Nähe – die Finest Spots von Hamburg”, erklärt Geschäftsführerin Cécile Gaulke im vergangenen Jahr das System hinter Finest Spots. An Auswahlmöglichkeiten bot Finest Spots beispielsweise Themen wie Fußballabend, Cocktail-Night oder Business Lunch. Anschließend lieferte die Applikation Tipps für entsprechende Restaurants. Ein gigantisches Branchenbuch war Finest Spots aber nicht. Es ging vielmehr um besondere Ausgeh-Tipps. Die Partner von Finest Spots sollten sich laut Gaulke “durch etwas Besonderes auszeichnen”. Auf Dauer bot dieses Konzept dann aber doch zu wenig, um im Markt zu bestehen. Nun stellt Fastforward RSA den Geschäftsbetrieb ein – Gigalocal und Finest Spotst existieren somit bald nicht mehr.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.