Stuffle.it: Sofakuscheliger Flohmarkt für das iPhone

Frisch geschlüpft im Nest von Digital Pioneers ist eine App, die jedem Trödelmarkt-Verkäufer im Winter erfrorene Füße und ganzjährig tüchtig Schlepperei erspart: Stuffle.it (www.stuffle.it) ist der Flohmarkt fürs iPhone. Die kostenlose App funktioniert […]
Stuffle.it: Sofakuscheliger Flohmarkt für das iPhone

Frisch geschlüpft im Nest von Digital Pioneers ist eine App, die jedem Trödelmarkt-Verkäufer im Winter erfrorene Füße und ganzjährig tüchtig Schlepperei erspart: Stuffle.it (www.stuffle.it) ist der Flohmarkt fürs iPhone. Die kostenlose App funktioniert extrem simpel – und man merkt deutlich, dass genau darauf die Entwickler viel Wert gelegt haben: Nach dem Download von Stuffle – einer Wortkreation aus ‘Stuff’ und ‘Sale’ – kann man nach Dingen stöbern oder etwas verkaufen. “Bei Stuffle soll es nicht nur um das Vergleichen von Angeboten gehen, sondern viel mehr um den Spontankauf und die Freude des Entdeckens”, erklärt Nico Lumma, Erfinder von Stuffle und COO von Digital Pioneers.

Optisch ein bisschen retro und ausgesprochen heimelig designt – was sich bei den Buttons leider ein bisschen zuungunsten der Lesbarkeit auswirkt – verlockt Stuffle wirklich zum Stöbern. Ein Stadtplan zeigt, wo einzelne Produkte angeboten werden. Als potenzieller Käufer kann man ein Angebot entweder sofort akzeptieren oder mit dem Verkäufer auf Stuffle mittels privater Nachrichten handeln. Ist man sich einig, werden noch Ort und Zeit der Übergabe von Produkt und Bezahlung vereinbart und das gute Stück hat sein neues Zuhause gefunden.

Zum Verkaufen fotografiert man mit dem iPhone einfach das, was man verkaufen möchte, lädt das Bild hoch, beschreibt den Gegenstand kurz und legt einen Preis fest. Der Gegenstand wird dann mit Geo-Daten versehen und kann so den Nutzern im Umkreis angezeigt werden. Angebote werden dementsprechend nach Entfernung aufgelistet. Der Verkäufer kann sein aktuelles Angebot sehr leicht per Twitter, Facebook, SMS oder E-Mail an die Freunde weiterleiten und damit die Möglichkeit nutzen, auch im erweiterten Freundeskreis nach einem Käufer zu suchen.

Da die Anordnung der Produkt-Bilder sehr (!) an Pinterest erinnert – aber wie will man es auch sonst machen -, werden sich die meisten hier gleich zu Hause fühlen. Gerade für dem Kram-Verkauf und -Kauf in der direkten lokalen Umgebung ist diese App prima. Bei Ebay was zu finden, das man ‘mal eben’ fix abholen kann, ist gar nicht so einfach. Und zum einfach rumstöbern – wie eben auf einem Real Live-Flohmarkt auch – lädt Ebay wegen der irrsinnig vielen Angebote nun wirklich nicht ein.

Der Erfolg der App hängt von verschiedenen Faktoren ab

Also, alles in allem eine schicke Sache, diese App – funktionieren am Markt wird sie natürlich nur, wenn auch viele sie nutzen, wenn also eine ansehnliche Anzahl von Produkten eingestellt wird. Und wenn die eingestellten Produkte ernsthafte Angebote sind – gerade, weil die App so leicht zu handhaben ist, ist die Verlockung groß, aus Spaß Dinge einzustellen – und die Abwicklung: Bezahlung und Abholung gut klappen. Ansonsten werden die User der App schnell wieder den Rücken kehren. Damit sich viele Nutzer finden, wär’s ja schon mal prima, wenn es die App auch für Android und die anderen Smartphone-Betriebssysteme gäbe. Alle potenziellen Nutzer, die nicht iOS auf ihrem Smartphone haben, müssen bisher leider draußen bleiben.

Und in diesem Punkt bastelt sich Digital Pioneers gerade einen Teufelskreis, jedenfalls, wenn stimmt, was bei Netzwertig zu lesen ist: “Eine Android-App ist gepant. Ob diese realisiert wird, entscheidet sich ausgehend davon, wie das Debüt von Stuffle verläuft , heißt es bei DP.”

Das klingt so, als wenn die Android-App nur dann entwickelt wird, wenn das Projekt richtig einschlägt, also viele Nutzer bekommt. Viel mehr Nutzer könnten mit einer Android-App dazukommen, schließlich ist die Zahl derer, die Android als Betriebssystem für ihr Smartphone haben, erheblich höher als die der iOS-Smartphone-Besitzer.

Und: Auch Personen ohne Facebook-Account dürfen bisher nicht mitspielen. Denn der Login funktioniert bisher nur über Facebook. Gut vorstellbar, dass gerade unter den Nutzern einer App, die den lokalen Kontakt fördert, diverse Leute sind, die Facebook ablehnen.

Bisher war Digital Pioneers nur eine Beteiligungsgesellschaft

Jetzt will das Unternehmen als Inkubator auch eigene Produkte auf den Markt bringen. Heiko Hubertz von Digital Pioneers sagt: “Stuffle ist das erste Projekt von Digital Pioneers, das wir mit unserem neu aufgebauten Team realisiert haben. Nicht nur deshalb sind wir sehr stolz auf das Endprodukt und hoffen, dass unsere Idee auch von den Nutzern gut angenommen wird.”

Stuffle ist in den vergangenen drei Monaten unter der Leitung von Florian Holzhauer als Head of Engineering entstanden und seit dem Anfang Mai im App-Store erhältlich. In den vergangenen Monaten stellte Digital Pioneers ein Team aus mehr als zehn Front- und Backend-Entwicklern, Konzeptern und Textern zusammen, das derartige Projekte umsetzen kann. Die Basisfunktionen von Stuffle sind und bleiben kostenlos. Später sollen zusätzliche Premium-Features angeboten werden, wie das Bewerben seines Angebots. Neben Digital Pioneers glaubt auch die Verlagsgesellschaft “der heisse draht” an das Thema App-Flohmarkt: Das Produkt der Hannoveraner heißt smazaar (www.smazaar.de). Mit Smazaar will das Unternehmen nicht weniger als “den mobilen Kleinanzeigenmarkt revolutionieren”.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.

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