Gidsy vs. Regiondo vs. Yasuu – Drei Marktplätze für Aktivitäten buhlen um Nutzer

Nach den Marktplätzen für Selbstgemachtes, Autos und die Couch im Wohnzimmer kommen nun die Marktplätze für Aktivitäten, Events und Kurse. Innerhalb kürzester Zeit erblickten mit Gidsy (www.gidsy.com), Regiondo (www.regiondo.de) und Yasuu (www.yasuu.de) drei […]
Gidsy vs. Regiondo vs. Yasuu – Drei Marktplätze für Aktivitäten buhlen um Nutzer

Nach den Marktplätzen für Selbstgemachtes, Autos und die Couch im Wohnzimmer kommen nun die Marktplätze für Aktivitäten, Events und Kurse. Innerhalb kürzester Zeit erblickten mit Gidsy (www.gidsy.com), Regiondo (www.regiondo.de) und Yasuu (www.yasuu.de) drei Vertreter dieses Segments das Licht der Internetwelt. In den USA bearbeitet ravn (www.ravn.com), ehemals Skyara, dieses Segment. In Deutschland ging erst vor wenigen Tagen Gidsy an den Start. Das Start-up wurde von den Brüdern Edial und Floris Dekker sowie Philipp Wassibauer ins Netz gehievt. Bei Gidsy können Privatpersonen Aktivitäten aller Art inserieren und damit Geld verdienen. Gidsy bekommt im Gegenzug eine Provision.

Momentan bearbeitet die Gidsy-Crew nur Berlin. Auf der englischsprachigen Website bieten verschiedene Anbieter derzeit Aktivitäten wie eine Shoppingtour duch Mitte, ein Coaching-Lunch für Start-ups oder eine Trabitour durch Berlin an. Optisch macht Gidsy dabei einen guten Eindruck: Die Website ist stylisch, die einzelnen Angebote stehen im Mittelpunkt. Allerdings setzt Gidsy dabei auf eine reduzierte Bildsprache und einen minimalistischen Ansatz, die bei der digitalen Elite in Großstädten vielleicht gut ankommt, bei der breiten Masse aber vielleicht nicht.

Gidsy startet bald in New York

Zudem ist Gidsy nur auf Englisch verfügbar. Damit schließt die Jungfirma Millionen Touristen und potenzielle Anbieter, die in Berlin unterwegs sind, vielleicht aus. “Allerdings passt dies gut zur gewählten Positionierung von Gidsy und zum Status von Berlin als Anziehungspunkt für Kreative, Künstler und Visionäre aus aller Welt und es unterstreicht die globalen Ambitionen des Startups”, schreibt Martin Weigert bei netzwertig.com. Schon bald will Gidsy, von Gründerszene zum Hipster-Start-up gekürt, in New York vor Anker gehen.

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Bereits etliche Wochen vor Gidsy ging Regiondo an den Start. Die Plattform, deren Name bereits auf einen gewissen lokalen Fokus schließen lässt, bündelt regionale Freizeitangebote aus unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Sport, Lernen und Musik. Wer spontan oder für die längerfristige Planung nach Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung sucht, findet bei Regiondo eine Anlaufstelle. Anbieter stellen ihre Angebote selbstständig ein und bezahlen wie bei Gidsy nur im Erfolgsfall eine Provision an Regiondo.

“Das Interesse der Vereine, Fitnessclubs und anderer Anbieter an unserem Geschäftsmodell ist überragend. Auch ungewöhnliche, überhaupt nicht online-affine Veranstalter wollten direkt loslegen. Das hat uns bestätigt, dass wir mit unserer Idee, Offline-Anbieter mit Online-Nutzern zusammenzubringen, eine Lücke schließen, die bisher noch kein Online-Marktplatz abdeckt”, sagt Mitgründer Rodney Younce. Neben Younce gehört auch Yann Maurer zum Gründerteam. So stylisch wie Gidsy ist Regiondo nicht. Zielgruppe von Regiondo aber auch nicht Großstadt-Hipster, sondern Familien und gewöhnliche Städtereisende und Zeitgenossen, die in ihrer Region etwas erleben wollen. So kann man bei Regiondo beispielsweise auch Eintrittkarten für Museen erwerben.

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Mitte Oktober ging der Erlebnis-Marktplatz Yasuu ins Netz. Das Start-up kümmert sich zumächst nur um den Standort München – ist somit auch weit entfernt von der Hipster-Attitüte der Berliner Konkurrenz. Zumal sich die Jungfirma, die von Oliver Nützel und Florian Steiner geführt wird, besonders an Famililen richtet. Im Angebot von Yasuu geht es grob um Kurse, Workshops und Ausflüge. “Das Konzept ermöglicht es, auch kleinste Nischen durch einen Anbieter profitabel zu besetzen, da es sich für Privat- und Kleinstanbieter schon lohnen kann, wenige Erlebnisse zu verkaufen. Die dadurch entstehende große Auswahl an außergewöhnlichen Freizeitevents mit sehr persönlichem Charakter schafft für die Endkonsumenten echten Mehrwert“, ist sich Yasuu-Mitgründer Steiner sicher.

Von den drei genannten Marktplatzanbietern dürften sich am ehesten Regiondo und Yasuu, das bereits von Holtzbrinck Ventures (auch an deutsche-startups.de beteiligt) unterstützt wird, langfristig ins Gehege kommen. Durch den internationalen Ansatz könnte Gidsy bei Touristen aus aller Welt, die auf Großstädte stehen, zur zentralen Anlaufstelle werden. Den Massenmarkt decken aber eher Regiondo und Yasuu ab. Vorausgesetzt, die Menschen im Lande nehmen das Konzept an. Bedarf nach einer Bündelung von Freizeitaktivitäten aller Art dürfte aber vorhanden sein – sowohl in Hinblick auf Anbieter solcher Erlebnisse, als auch in Hinblick auf pozenzielle Käufer dieser Freizeitaktivitäten.

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* Mit Yasuu steht ein Marktplatz für Erlebnisse in den Startlöchern

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. TheRiddler

    Hm. Ich kann nichts “Stylisches” an Gidsy finden. Eher viel klein, klein.
    Finde die Idee jetzt auch nicht so den Bringer, dachte eher sowas gibt es schon. Viel Glück!

  2. @TheRiddler: Ja ganz genau, so was gibt es schon.

    http://www.LocalGuiding.com gibt es bisher zwar auch nur in Englisch, dafür findest du dort aber schon tausende von Touren und Aktivitäten in über 300 Destinationen weltweit.

  3. Pingback: Hausbesuch bei Yasuu :: deutsche-startups.de



  4. Frieda

    Gidsy ist inzwischen in Berlin und New York gelaunched, nächste Woche folgt Amsterdam.
    Gidsy beschränkt sich nicht darauf, professionellen Anbieter einen Ort zu bieten, an dem sie ihren Service promoten können. Es geht vielmehr darum, dass Menschen ihre Leidenschaft für eine bestimmte Sache teilen können – und nebenbei noch Geld damit verdienen.
    Ein ambitionierter Freizeitkoch bietet zB. ein traditionelles Festessen an und bekommt über Gidsy Gäste aus der ganzen Welt. So lernen sich nicht nur Locals und Touristen näher kennen, auch “Alteingesessene” lernen ihre Stadt und Bewohner noch mal neu kennen.
    Also etwas mehr als “nur” ein Marktplatz…

  5. Pingback: Von ChicChickClub bis Yasuu – 10 brandneue Start-ups, die man im Blick behalten sollte :: deutsche-startups.de

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