Neue Geldquelle für Gründer: Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz startet Beteiligungsgesellschaft Digital Pioneers

Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz, der derzeit von San Francisco die Expansion seiner Spieleschmiede in den USA vorantreibt, sorgte in den vergangenen Wochen für zahlreiche Schlagzeilen in eigener Sache. So stieg der erfolgreiche Browserspiele-Macher beim […]
Neue Geldquelle für Gründer: Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz startet Beteiligungsgesellschaft Digital Pioneers

Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz, der derzeit von San Francisco die Expansion seiner Spieleschmiede in den USA vorantreibt, sorgte in den vergangenen Wochen für zahlreiche Schlagzeilen in eigener Sache. So stieg der erfolgreiche Browserspiele-Macher beim Luxus-Shop Luxodo.com ein, gründete die Flirtböse MeetOne und schob den Kunstdienst The Art of Games mit an. Jetzt sorgt Hubertz für die nächste Schlagzeile: Mit der börsennotierten Gesellschaft Digital Pioneers (www.digital-pioneer.net) will er künftig in Start-ups investieren. Zwischen 50.000 und 250.000 Euro stellt Digital Pioneers, das momentan zu 75 % Hubertz gehört, jungen Start-ups aus allen denkbaren Themenfeldern zur Verfügung.

Bevor Hubertz, der derzeit in Deutschland weilt, mit deutsche-start-ups.de über seine neue Beteiligungsgsellschaft spricht, stellt er zunächst einmal klar, dass er mit dem offiziellen Start von Digital Pioneers, der in der kommenden Woche verkündet werden soll, nicht den sofortigen und vor allem großen Ausstieg bei Bigpoint (www.bigpoint.com) plane. Mit dem Einstieg von Arthur Bastings, ehemals Managing Director bei Discovery Networks EMEA, in die Führungsebene des Spieleentwicklers, habe sich lediglich sein Schwerpunkt verlagert. Er kümmere sich um das Geschäft in den USA sowie die Vision, Strategie und Zukunft von Bigpoint mit seinen momentan 800 Mitarbeitern. “Irgendwann werde ich aber sicherlich bei Bigpoint aussteigen”, orakelt Hubertz. Und für diese Zeit sei Digital Pioneers gedacht. Nach dem momentan noch fernen Ausstieg bei Bigpoint, sei es nicht seine Sache, sich auf Hawaii die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.

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Bereits vor etlichen Wochen übernahm Hubertz die niederländische Gesellschaft SSE Group und baute diese zu Digital Pioneers um. Hubertzs Vision ist es, sich mit seiner Beteiligungsgsellschaft an neuen, innovativen Start-ups bzw. an jungen Firmen, die einem bestehenden Konzept neues Leben einhauchen, zu beteiligen. Als Beispiel nennt er die noch junge Flirtbörse MeetOne (www.meetone.com), die sich im Gegensatz zu den vielen bestehenden Angeboten nicht über Mitgliedsbeiträge, sondern über kostenpfichtige Zusatzdienste refinanzieren soll. Copycats und Investments nach dem Motto “schnell rein und schnell wieder raus” seien nicht sein Ding. Zum Portfolio von Digital Pioneers (siehe oben) zählen momentan unter anderem Tipy.com (www.tipy.com), ein Payment-System zur Abrechnung digitaler Inhalte, der Online-Rechnungsservice Easybill (www.easybill.de) und Gamzee (www.gamzee.com), ein Social Mobile-Games-Anbieter.

Seine Beteiligungen am Übersetzungsbüro Toptranslation (www.toptranslation.com) und der Mini-Jobbörse Gigalo (www.gigalo.de) bzw. der mobilen Dienstleistungsvermittlung Gigalocal (www.gigalocal.de) hat Hubertz nicht in Digital Pioneers eingebracht bzw. noch nicht. Ob und wann dies geschieht, will der Hanseat später entscheiden. Fest steht aber zumindest, dass Hubertz langfristig bei Digital Pioneers nicht nur eigenes Geld investieren will, sondern auch fremdes Kapital. Bei weiteren Kapitalgebern, die in Frage kommen, denkt er aber weniger an kapitalstarke Firmen und Fonds, sondern an “Menschen, die selber Unternehmer sind”.

Angedacht: Aktienprogramme für Mitarbeiter

Klingt nach einem spanneden Konzept für junge Gründer aus aller Welt. Mit diesem Konzept könnte sich Digital Pioneers zu einem nützlichen institutionellen Business Angel entwickeln. Doch warum ist Digital Pioneers börsennotiert? Der digitale Pionier Hubertz verweist auf zukünftige Aktienprogramme für Mitarbeiter, die Möglichkeit mehrfach an erfolgreichen Start-up zu partizipieren und die Chance, Anteile “ohne komplizierten Weg” verkaufen zu können. Noch sei dies aber Zukunftsmusik. Wohl wahr, denn Digital Pioneers ist schließlich gerade erst gestartet! Wer denkt da schon an Ausstieg!

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.