Pflege.de legt offiziell los – Medienhaus Aschendorff steigt als Investor ein

Nach etlichen Moanten Vorbereitungszeit (deutsche-startups.de berichtete) geht an diesem Montag Pflege.de (www.pflege.de), das neueste Projekt aus dem Hanse Ventures, dem Inkubator von Sarik Weber und Jochen Maaß sowie Bernd Kundrun und Rolf Schmidt-Holtz, […]
Pflege.de legt offiziell los – Medienhaus Aschendorff steigt als Investor ein

Nach etlichen Moanten Vorbereitungszeit (deutsche-startups.de berichtete) geht an diesem Montag Pflege.de (www.pflege.de), das neueste Projekt aus dem Hanse Ventures, dem Inkubator von Sarik Weber und Jochen Maaß sowie Bernd Kundrun und Rolf Schmidt-Holtz, offiziell an den Start. Das 20-köpfige Team um die Gründer und Geschäftsführer Benedikt Zacher und Lars Kilchert (siehe Foto unten), positioniert Pflege.de als “unabhängige Beratungsplattform rund um das Thema Pflege im Netz”. Die optisch schlichte aber übersichtliche Plattform bietet seinen Nutzern eine Suche nach Pflegeanbietern und eine Jobbörse für Pflegejobs. Abgerundet wird das monothematische Dienstleitungsangebot, mit momentan noch wenigen aussagekräftigen Einträgen, mit einem kleinen redaktionellen Magazin.

Neben Hanse Ventures ist auch das Medienhaus Aschendorff, das bisher in der deutschen Gründerszene nicht groß in Erscheinung getreten ist, bei Pflege.de als Gesellschafter an Bord. Zum Unternehmen gehören unter anderem die “Westfälischen Nachrichten”, die “Ahlener Zeitung” und das “Steinfurter Kreisblatt”. Als Startkapital erhält die Jungfirma eine Kapitalspritze “im hohen sechsstelligen Bereich”. “Als Gründer freuen wir uns über die guten Voraussetzungen, mit denen Pflege.de an den Start geht. In der Branche sind wir super vernetzt, mit Aschendorff haben wir einen etablierten Partner gefunden“, sagt Mitgründer Zacher, der bereits für das Beratungsunternehmen Altran eine Business Unit im Bereich Healthcare aufgebaut hat. Bei Pflege.de kümmert sich Zacher vor allem um das Business Development sowie Kooperationen mit Verbänden und Politik. Um das operative Geschäft kümmert sich Mitgründer Kilchert.

ds_Pflege_Zacher_Kilchert

Das Geschäftsmodell von Pflege.de steht auf mehreren Säulen: “Pflegeanbieter erhalten die Möglichkeit, sich multimedial auf unserer Plattform direkt der Zielgruppe zu präsentieren. Dabei wird unser Angebot ständig redaktionell betreut. Je nach Leistungsumfang und –intensität erhebt Pflege.de dafür Gebühren”, sagen Kilchert und Zacher gegenüber deutsche-startups.de. Eine weitere Einnahmequelle sind Stellenanzeigen. Langfristig sind wohl auch Service-Angebote per Telefon geplant. “Für Pflegebedürftige und ihre Familien bietet Pflege.de kostenlose telefonische Beratung und weiterführende Informationen. Im nächsten Schritt sind auch in diesem Bereich weitere Leistungen geplant, die dann kostenpflichtig sein werden”, sagen die Gründer.

Auf das wichtige Thema Pflegemarkt setzen im weitesten Sinne bereits die Heim-Suchmaschine seniorfirst.de (www.seniorfirst.de) und Vorreiter Wohnen-im-Alter.de (www.wohnen-im-alter.de). Inhaltlich setzt seniorfirst.de einen etwas anderen Akzent als Wohnen-im-Alter.de: Interessenten erhalten die Möglichkeit, über ein Formular mit nur einem Klick Kontakt zu interessanten Einrichtungen aufzunehmen. Außerdem will das Team den Bereich Pflege – zu Hause und als Dienstleistung – noch stärker in den Blick nehmen und kooperiert mit dem Pflegemanagement-Experten Jörg Kußmaul. In puncto Funktionalität ist Wohnen-im-Alter.de, das immerhin schon seit 2008 existiert, ausgereifter als der bisherige Mitstreiter. Die Plattform von Mike Ullrich bietet zur groben Eingrenzung eine Deutschlandkarte und zeigt zusätzlich alle Einrichtungen auf einer lokalen Karte an. Die Einrichtungsmöglichkeiten werden gut beschrieben und man kann preisliche Vorstellungen gleich mit angeben.

Großer Markt, viele Wettbewerber

Und auch Betreut.de (www.betreut.de) kümmert sich zu guter Letzt bereits um das Thema Pflege und Seniorenbetreuung. Man darf gespannt sein, mit welchen Konzept sich Pflege.de gegen diese Konkurrenten durchsetzen will. Ein Branchenbuch mit kostenpflichtigen Einträgen nach dem Gelbe-Seiten-Prinzip wäre sicherlich denkbar. Die Mischung mit einer Jobbörse ist dagegen ungewöhnlich. Wer einen Pflegedienst sucht, sucht keinen Job in der Branche und umgekehrt. Am Trendthema Branchenbücher arbeiten derzeit unter anderem Digitale Seiten (www.digitaleseiten.de) aus dem Hause Team Europe Ventures und Auskunft.de (www.auskunft.de) aus Hamburg. Digitale Seiten bearbeitet bisher zwar hauptsächlich Handwerkerthemen, langfristig dürfte das bommende Pflegesegment für die Berliner aber durchaus interessant sein. Der Wettkampf ist eröffnet!

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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