“Es ist eine Herausforderung, innerhalb von sechs Monaten eigene Webseiten in vier Ländern an den Start zu bringen” – Robert Maier von Ladenzeile.de im Interview

Bei Ladenzeile.de (www.ladenzeile.de) finden Online-Shopper Produkte aus hunderten Online-Shops. Die im April 2009 gestartete Metasuchmaschine für Schuhe, Möbel und Uhren wird nach eigenen Angaben monatlich von 3 Millionen Unique Visitors angesteuert und schreibt […]

Bei Ladenzeile.de (www.ladenzeile.de) finden Online-Shopper Produkte aus hunderten Online-Shops. Die im April 2009 gestartete Metasuchmaschine für Schuhe, Möbel und Uhren wird nach eigenen Angaben monatlich von 3 Millionen Unique Visitors angesteuert und schreibt inzwischen schwarze Zahlen. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer und Geschäftsführer Robert Maier über die größten Herausforderung beim Aufbau eines Metasuchdienstes, internationale Wettbewerber und die Schadstoffbelastung im Büro.

Ladenzeile.de startete als Meta-Suchmaschine zum Thema Schuhe. Inzwischen ist Ladenzeile.de ein Metasuchdienst für Schuhe, Mode, Möbel, Spielzeug, Kosmetik und Uhren. Wo soll die Reise noch hingehen?
Wir sind in der Tat mit Schuhen und Taschen gestartet. Es war jedoch von Anfang an unser Plan, weitere Kategorien aufzunehmen. Denn es gibt viele Bereiche, in denen die visuelle Darstellung, also große Bilder, unterschiedliche Produktansichten, Zoomfunktion und Farbfilter, wichtiger ist als technische Details.

Wollen Sie die Zahl der Kategorien weiter ausbauen?
Mittelfristig wollen wir uns auf die heute bestehenden Kategorien beschränken.

Im Dezember waren nach ihren Angaben rund 3 Millionen Unique Visitors auf Ihren Seiten unterwegs. Wie entdecken die Nutzer Ihr Angebot?
Wir haben unterschiedliche Traffic-Quellen. Unser Online Marketing-Team bearbeitet die verschiedenen Gebiete des Marketings. Dazu kommen natürlich immer mehr Stammkunden, die regelmäßig auf LadenZeile.de Ihren Einkauf beginnen.

Was sind die meist gesuchten Produkte auf Ladenzeile?
Die Bereiche Schuhe, Mode, Taschen und Möbel sind die stärksten Bereiche bei uns, was sicherlich auch darauf zurückzuführen ist, dass dies unsere ersten Kategorien waren. Gerade im schneereichen Dezember wurde sehr viel nach Winterschuhen und Winterjacken gesucht. Im Frühjahr und Sommer geht es dann natürlich eher in Richtung Sandalen, Bikinis und Kleider.

Verstehen die Leute, die Ladenzeile vielleicht zufällig entdecken, sofort das Konzept dahinter, oder halten die meisten Ladenzeile zunächst für einen normalen Online-Shop?
In der Regel verstehen die Nutzer das Konzept. Unter unseren Produkten steht ja auch immer direkt der Name des Shops, der die Produkte verkauft. Aber es gibt auch ab und zu Anrufer, die bei uns bestellen wollen oder konkrete Fragen zu Produkten haben. Diese verweisen wir dann direkt an die Shops.

Was ist die größte Herausforderung beim Aufbau eines Metasuchdienstes?
Das ist wahrscheinlich die korrekte Zuordnung der einzelnen Produkte zu den jeweiligen Kategorien. Wir bekommen die Daten von unseren hunderten Partnern ja leider nicht einheitlich. Der erste Shop bezeichnet ein Produkt vielleicht als Stiefelette, der zweite Shop nennt dasselbe Produkt Ankle Boot und der dritte nennt es einfach Kurzstiefel. Wenn man wie wir tausende Kategoriekombinationen hat wird die korrekte Zuordnung natürlich entsprechend anspruchsvoll.

Helfen die Shops Ihnen dabei, dieses Chaos zu bewältigen?
Das hängt stark vom jeweiligen Shop ab. Gerade die kleineren reinen E-Commerce Shops sind recht flexibel. Die meisten Partner haben allerdings aus Ihrem Online-Shop eine Kategorisierung, die sie nur ungern ändern.

Unter dem Namen ShopAlike expandieren Sie das Ladenzeile-Konzept bereits ins Ausland. Bisher nach Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Lässt sich das Konzept einfach auf andere Länder übertragen?
Einfach würde ich nicht sagen, aber grundsätzlich lässt sich das Konzept übertragen. Es ist allerdings eine Herausforderung, innerhalb von sechs Monaten, von Juli bis Dezember 2010, eigene Webseiten in vier Ländern an den Start zu bringen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir auch dort erfolgreich sein werden, auch wenn es sicherlich kein Selbstläufer wird.

Sind weitere Ableger geplant?
Mittelfristig ja, kurzfristig werden wir uns auf die bestehenden Länder fokussieren.

Wer sind Ihre wichtigsten Konkurrenten in Deutschland und Europa?
Wir unterscheiden zwischen den direkten Konkurrenten wie Stylight oder Stylefruits in Deutschland und indirekten Konkurrenten. Zu den indirekten Konkurrenten zählen wir sämtliche Seiten und Shops, mit denen wir um User, Werbefläche und Keywords konkurrieren. Und diese Gruppe ist natürlich um ein Vielfaches größer. Es gibt meiner Ansicht nach keinen europäischen oder internationalen Marktführer bei den direkten Konkurrenten, daher finden wir den Markt auch so spannend. In den einzelnen Ländern gibt es aber sicherlich relevante Wettbewerber, wie beispielsweise Shopoon in Frankreich oder Like in Uk.

Wie viele Mitarbeiter kümmern sich um Ladenzeile und die Ableger?
Alles in allem sitzen in unserem Büro am Checkpoint Charlie in Berlin circa 40 Mitarbeiter, inklusive der Praktikanten und freien Mitarbeiter.

Trotz der Investitionen in die Expansion und die stattliche Zahl an Mitarbeitern haben Sie kürzlich für 2010 einen Gewinn verkündet. Wie klein oder üppig ist dieser Gewinn denn?
Für ein Start-up waren wir schon mit der Verkündung des Break-Even relativ offen. Wir kommen also sehr ordentlich über die Runden. Mehr Informationen möchten wir zu diesem Zeitpunkt aber nicht veröffentlichen.

Schade. Dann interessiert mich aber zumindest noch das Geschäftsmodell von Ladenzeile. Verdienen Sie nur mit Provisionen der verlinkten Shops Geld, oder haben Sie noch andere Einnahmequellen?
Wir verdienen auch noch mit Werbung Geld, wobei der Hauptteil des Umsatzes aber sicherlich die Provisionen sind.

Blicken Sie bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen knapp zwei Jahren so richtig schief gegangen?
Von größeren Katastrophen sind wir bislang verschont geblieben, aber wir mussten völlig unvermittelt unser erstes eigenes Büro räumen, da in dem Haus eine Schadstoffbelastung festgestellt wurde. Das war sicherlich alles andere als geplant, nachdem wir uns gerade in einem an sich schönen Büro niedergelassen hatten.

Und wo haben Sie Ihrer Meinung nach alles richtig gemacht?
Bei der Entscheidung, unser Angebot nicht auf Schuhe, Taschen und Mode zu beschränken.

Was sind ihre Pläne für die kommenden Monate?
Weiter profitabel wachsen, mit den bestehenden Seiten Fuß fassen und weitere Länder erschließen.

Wo steht Ladenzeile in einem Jahr?
Wir möchten ordentliche Ergebnisse in den internationalen Märkten und die Markführerschaft in Deutschland erreicht haben.

Zur Person
Robert Maier gründete zusammen mit Johannes Schaback die Visual Meta GmbH gegründet, die Ladenzeile.de betreibt. Vor der Gründung war er für eine Venture Capital Firma und im Investment Banking von Merrill Lynch tätig. Maier hat an der WHU in Vallendar sowie in Frankreich und Indien BWL studiert. Zu den Investoren von Ladenzeile gehören unter anderem Rocket Internet, der Inkubator der Samwer-Brüder (auch an deutsche-startups.de beteiligt), und der bekannte Klingel Versand.

Artikel zum Thema
* Fünfzehn Fragen an Robert Maier von Ladenzeile.de
* Mit ladenzeile.de zum Frauenschuhversteher

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Stefan

    Ein Wort: Stehkragen :D



  2. maiksfc

    Sind denn Stehkrägen noch in?

  3. Pingback: Jetzt offiziell: Medienhaus Springer übernimmt Ladenzeile.de :: deutsche-startups.de

Aktuelle Meldungen

Alle