Fünfzehn Fragen an Robert Maier von ladenzeile.de

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Die Chance, für Erfolge verantwortlich zu sein, und das Risiko, für Misserfolge genauso verantwortlich zu sein. Durch Entscheidungsfreiheit, Kreativität und Durchhaltevermögen kann man gestalten […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Die Chance, für Erfolge verantwortlich zu sein, und das Risiko, für Misserfolge genauso verantwortlich zu sein. Durch Entscheidungsfreiheit, Kreativität und Durchhaltevermögen kann man gestalten und die eigenen Erfolgschancen stark beeinflussen. Das bedeutet eine gesunde Mischung aus Spaß und Stress.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Die Idee kam in gemeinsamen Diskussionen mit unseren heutigen Investoren. Während meines Studiums an der WHU habe ich bereits meine erste Firma gegründet. Obwohl ich danach auch in klassischen Angestelltenverhältnissen gearbeitet habe, hat es mich immer in Richtung Selbständigkeit gezogen.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Wir haben verschiedene Business Angels, die wie wir von der Idee des visuellen Shoppings überzeugt sind. Wir sind bislang vollständig durch Eigenkapital finanziert.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die größten Stolpersteine waren die langsamen mahlenden Mühlen der Bürokratie, denn die kosten Zeit und Nerven. Ansonsten ist es rund gelaufen. Da Johannes und ich bereits Start-up-Erfahrung hatten und unsere Investoren uns tatkräftig unterstützt haben, gab es keine wirklichen Stolpersteine.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Da wir erst im Januar dieses Jahres die operative Tätigkeit aufgenommen und Ende April gelauncht haben, sehen wir uns noch in der (späten) Gründungsphase. Ich würde vor allem Kleinigkeiten anders machen. Bisher konnten wir jedoch größere Fehler vermeiden, so dass ich nichts von Grund auf anders machen würde.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Hier kann ich mich kurz halten: Wir fokussieren uns auf SEM und SEO.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Familie, meine Freunde und meine Freundin haben mich immer in meiner Entscheidung für die Selbständigkeit bestärkt. Gleichzeitig haben Johannes Schaback und ich uns als Gründer immer gegenseitig gepusht. Zusätzlich haben wir sehr aktive Business Angels, die uns aktiv unterstützen.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Lasst Euch nicht beirren! Es gibt immer wieder Leute, die die Idee nicht gut finden. Solange Ihr von der Idee überzeugt seid geht Euren Weg weiter. Lasst Euch von Rückschlägen nicht abschrecken und seid Euch bewusst, dass positive und negative Nachrichten sich in der Gründungsphase stündlich abwechseln können.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Vor dem Wunsch käme ein Lob, denn unser Wirtschaftsstandort ist im Vergleich zu anderen Ländern in einer guten Verfassung. Wünschen würde ich mir dennoch etwas weniger Bürokratie. Und bei der notwendigen Bürokratie ein schnelleres Funktionieren. Zum Beispiel haben wir Monate auf eine Steuernummer gewartet und mussten uns bei vielen verschiedenen Ämtern und Behörden anmelden. Gerade wollen wir einen ausländischen Mitarbeiter einstellen, doch leider zieht sich die Erteilung der Arbeitserlaubnis nun schon seit Wochen hin. Für das schnelllebige Internetgeschäft sind das unnötige Verzögerungen, die Zeit und Geld kosten.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich wäre Politiker oder noch immer Investmentbanker.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Bei deineschokoladen als Quality Manager.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
In die Zeit der industriellen Revolution, denn in diesen Jahrzehnten hat sich die Welt rasant verändert. Aus den damaligen Entwicklungen könnte man für heute sicherlich noch viel lernen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich würde die komplette Summe anlegen bzw. investieren. Von den Erträgen würde ich mir eine eigene Wohnung finanzieren, die Welt bereisen, soziale Projekte finanzieren und sparen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Früh aufstehen, Sport machen, ausgiebig mit Familie oder Freunden frühstücken, Zeitungen und Bücher lesen, und dann ein leckeres Abendessen beim Tatort.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Mit Barack Obama, um mich mit dem mächtigsten Menschen der Welt zu den bedeutenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen der heutigen Zeit auszutauschen.

Zur Person
Robert Maier hat zusammen mit Johannes Schaback Ende 2008 die Visual Meta GmbH gegründet, die mit ladenzeile.de (www.ladenzeile.de) die visuelle Shopping-Plattform für Mode und Möbel betreibt. Vor Gründung der Visual Meta GmbH war er für eine Venture Capital Firma und im Investment Banking von Merrill Lynch tätig. Maier hat an der WHU in Vallendar sowie in Frankreich und Indien BWL studiert.

Geboren 1978, studierte Soziologie, Politik und Psychologie an der Freien Universität in Berlin. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie im Jahr 2000 im Onlineressort des Medienfachdiensts “kressreport”. Ein Jahr später zog es sie ins Ruhrgebiet zu “Unicum”. Seit 2008 gehört Veronika Hüsing zum Redaktionsteam von deutsche-startups.de.



  1. Paule

    Gut, rein wirtschaftsrechtlich ist es natürlich richtig zu sagen: Wir sind rein durch Eigenkapital finanziert. Im Web 2.0 Dunstkreis bezeichnen sich so aber meist Unternehmen die ohne Kapital vom Investor/BA “auskommen”.



  2. Fred

    Da er BWL studiert hat, sollte man erwarten, dass er sich in diesem Sinne korrekt ausdrückt, und nicht die umgangssprachliche Meinung des Web2.0-Dunstkreises übernimmt. :)

    Zudem steht ja da, dass Businessangels dabei sind.

  3. Gab es da nicht mal ein verwunderlich ähnliches Konzept……äh Design……..nein Konzept……..nein Design………..aus der Hiltenspergerstraße in München? Und irgendwie kann ich mich auch an eine White-Label-Lösung erinnern, die Burda, Marquard und Co einsetzen. Aber jaja, ich weiß, Kreativität bzgl. neuen Geschäftsfeldern ist nicht alles ;-)

  4. Die Positionen in Bereich Shopping-Aggregatoren wurden klar bezogen: ladenzeile.de von samwers, stylight.de und stylefruits.de von holtzbrinck, edelight.de von burda, smatch.com von otto, sogar Möbel Cubs mischt erfolgreich mit fashion.de mit.

    Hier ist eine kleine Marktübersicht von mir:
    http://eminded.wordpress.com/2009/07/26/shopping-aggregatoren-im-lifestyle-bereich-die-positionen-wurden-bezogen/

  5. Gutes Konzept und ich denke das Gründer Team bringt viel Erfahrung mit. Wie schon oben beschrieben hängt wahrscheinlich viel vom SEO ab, denn das dürfte langfristig den günstigsten Traffic bringen.

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